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Potsdam Ältester Kindergarten soll schließen
Lokales Potsdam Ältester Kindergarten soll schließen
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13:43 08.10.2013
Wo die Kinder künftig tagsüber spielen können, ist noch ungewiss. Quelle: Julian Stratenschulte
Potsdam

Zwar ist die endgültige Entscheidung noch nicht gefallen, der Träger, das Diakonische Werk Potsdam, scheint die Einrichtung jedoch bereits aufgegeben zu haben. „Die Diskussion um den Standort läuft schon sehr lange“, sagte Geschäftsführer Marcel Kankarowitsch am MIttwoch der MAZ. „Wir haben das ein wenig abgehakt.“

Die Kita existiert seit 1829 und war seither in verschiedenen Gebäuden untergebracht. Seit 2005 logiert sie neben dem Stadthaus. Was einst als Provisorium gedacht war, wurde zur Dauerlösung, obwohl die Bedingungen im Haus Friedrich-Ebert-Straße 78 für eine Kita alles andere als ideal sind und das Objekt kaum Entwicklungsspielraum lässt. Allerdings war die Miete wohl so günstig, dass man das Manko in Kauf nahm und sich dauerhaft einrichtete. Nun hat der Hauseigentümer dem Träger gekündigt und die Frist bislang nur um ein Jahr verlängert. Zwar gab es laut Stadt Verhandlungen zu einer verlängerten Laufzeit – aber bislang ohne Erfolg. „Da der Bestand der Kita nicht langfristig gesichert ist, kann sie auch nicht weiter in der Bedarfsplanung aufgenommen werden“, erklärt Stadtsprecher Jan Brunzlow. Den Stadtverordneten wird das Papier am 4.September vorgelegt.

Für die Suche nach einer neuen Unterkunft ist der Träger verantwortlich. Diese Suche erklärte Marcel Kankarowitsch am MIttwoch für gescheitert. „Finden Sie mal im Innenstadtbereich jemanden, der Räume für eine Kita vermietet!“ Mit den finanziellen Problemen, in denen das Diakonische Werk Potsdam steckt, habe die Kita-Schließung nichts zu tun, so Kankarowitsch. Wie berichtet, schuldet das Diakonische Werk Potsdam der Stadt 140000 Euro, kann aber nicht zahlen. Die evangelische Hoffbauer-Stiftung soll den angeschlagenen Verein übernehmen.

30 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren besuchen St. Nikolai. Etwa 20 wären vom Aus betroffen; die übrigen kommen in die Schule. Jetzt machen die Familien mobil. Es ist für sie „eine Unverschämtheit der Stadt“, St. Nikolai aus dem Bedarfsplan zu streichen, sagt Richard-Emanuel Goldhahn, der in dieser Angelegenheit als Sprecher der Eltern auftritt. Wenn die Stadt an einer sozialen Durchmischung der City – „an einer lebenswerten Innenstadt“ – interessiert ist, sollte sie mehr Engagement zeigen. „Die Eltern haben einstimmig entschieden, für den Kindergarten zu kämpfen.“ Man schätze an der Kita vor allem die kurzen Wege für die Kinder, das sehr liebevolle und eifrige Team, die familiäre Atmosphäre und die enge Bindung zur Kirchengemeinde. – Ein Platz in St. Nikolai ist begehrt. „Das Verhalten der Stadt verhöhnt außerdem alle Eltern, die versuchen, ihr Kind in der Innenstadt unterzubringen“, sagt Richard-Emanuel Goldhahn.

Wo die Kinder künftig ihre Tage verbringen, ist noch unklar. „Wir gehen davon aus, dass der Träger, der die Situation seit Monaten kennt, seine Fürsorgepflicht wahrgenommen hat und den Eltern eine Alternative anbietet“, sagt Jan Brunzlow. Die Stadt verfüge derzeit über einen kleinen Puffer an Kitaplätzen, um allen Kindern einen Platz anzubieten. Dies könne aber nicht allein in der City gewährleistet werden. Marcel Kankarowitsch kündigt an, man werde „für Kinder und Familien sinnvolle und passende Angebote“ machen. Auch die Mitarbeiter bräuchten sich keine Sorgen zu machen.

Von Nadine Fabian

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