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Potsdam AfD-Landeschef hält #MeToo für Hysterie
Lokales Potsdam AfD-Landeschef hält #MeToo für Hysterie
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23:17 17.01.2018
Der AfD-Chef in Brandenburg, Andreas Kalbitz, hält die MeToo-Debatte für hysterisch.  Quelle: Christin Iffert
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Potsdam

 Die Veranstaltung der AfD-nahen Erasmus-Stiftung zum Thema „Aushöhlung des Rechtsstaates und Gefährdung der Freiheit“ ist am Dienstagabend im Hotel Mercure störungsfrei verlaufen.

Bestsellerautor Thorsten Schulte, dessen Buch „Kontrollverlust“ aufgrund des Inhalts vom Buchhandel boykottiert wird, sagte während seines Vortrags, Deutschland sei ein Land der Denker, nicht der Schenker im Kontext Flüchtlingskrise und Euro. Während er sich zudem über Journalisten echauffierte, warteten vor dem Hotel nur Polizisten, keine Demonstranten.

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Bestsellerautor Thorsten Schulte echauffierte sich unter anderem über konventionelle Medien und den Buchhandel, die sein Buch „Kontrollverlust“ totschwiegen oder boykottierten. Quelle: Christin Iffert

AfD-Landesvorsitzender Andreas Kalbitz, der in der Podiumsdiskussion von orwellschen Dimensionen sprach – überfrachtet von Nachrichten, Vorschriften und Vorurteilen, forderte einen Paradigmenwechsel. Gleichzeitig untermauerte er seine Aussagen mit einem fragwürdigen Beispiel. „Seit der MeToo-Debatte wissen wir, dass alle Männer potenzielle Belästiger sind“, sagte er mit Ironie und spielte damit auf Vorverurteilungen an. Er bezeichnete die Debatte als „völlig hysterisch“.

Eine Podiumsdiskussion griff unter anderem das Thema Freiheit, Euro und das Thema Abschaffen des Bargeldes auf. Quelle: Christin Iffer

#MeToo ist ein Hashtag, der ab Oktober 2017 im Zuge des Weinstein-Skandals zur sexuellen Belästigung von der Aktivistin Tarana Burke ins Leben gerufen wurde. Durch diesen Hashtag sind Frauen ermutigt, um auf sexuelle Belästigung und Übergriffe aufmerksam zu machen. Dass sich ebenfalls Männer unter dem Hashtag zu Wort meldeten, zeigt der Fall des Hollywood-Schauspielers Kevin Spacey, der im Zuge der MeToo-Debatte nicht nur Vorwürfen der mehrfachen sexuellen Belästigung ausgesetzt war, sondern besonders Kritik erntete, weil er mit einem Coming-Out, homosexuell zu sein, davon hatte ablenken wollen.

Neben Kalbitz war der AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Maier anwesend, gegen den im Januar eine einstweilige Verfügung wegen des „Halbneger“-Tweets über Boris Beckers Sohn Noah Becker erlassen wurde. Vor Ort fanden sich zudem Vertreter von „RT Deutsch“, einer Propagandaplattform.

Von Christin Iffert

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