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Potsdam AfD-Politiker hat Angst vorm Kalifat und will Burka-Verbot
Lokales Potsdam AfD-Politiker hat Angst vorm Kalifat und will Burka-Verbot
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22:53 16.01.2017
Leif-Erik Holm bei der AfD-Demonstration in Potsdam am 16. Januar 2017..
Leif-Erik Holm bei der AfD-Demonstration in Potsdam am 16. Januar 2017.. Quelle: Nadine Fabian
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Am Stern

Die Potsdamer Alternative für Deutschland hat sich am Montagabend unter dem Motto „30 Minuten für Deutschland“ auf dem Johannes-Kepler-Platz im Wohngebiet Am Stern auf den Bundestagswahlkampf eingestimmt. Zu der Kundgebung erschienen laut Polizei 100 bis 130 Anhänger der AfD. Sie stießen auf lautstarken Protest: Rund 300 AfD-Gegner waren dem Aufruf des Bündnisses „Potsdam bekennt Farbe“ gefolgt. Der Abend verlief friedlich.

Gastredner aus Schwerin

Entgegen der im Vorfeld aufgekommen Vermutungen waren weder Parteichefin Frauke Petry noch Vize Alexander Gauland zu der Demonstration erschienen. Es blieb bei den zwei angesagten Rednern. René Springer, Direktkandidat für den hiesigen Wahlkreis, sprach zum Thema „Friedenspolitik statt Aggression: Keine Nato-Panzer nach Russland!“. Leif-Erik Holm, AfD-Vorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern, forderte „Endlich Sicherheit für unser Land!“ und ein Burka-Verbot.

Sowohl Springer als auch Holm redeten gegen die von Trommeln und Trillerpfeifen begleiteten Nazis-raus- und Haut-ab-Rufe der Gegendemonstranten an. „Wir wollen zeigen, dass wir politische Ziele haben und nicht wie die linken Spinner nur Gebrüll, Getrommel und Gewalt“, rief Springer ins Mikrofon. Besagte politischen Ziele hielten die AfD-Anhänger in Händen: blaue Schilder, bedruckt mit den Worten „Demokratie“, „Sicherheit“, „Gerechtigkeit“. Die Schilder waren den Demonstranten von der Partei gestellt worden und nach Ende der Kundgebung „wie kann es bei der AfD auch anders sein – auf der rechten Seite“ wieder abzugeben, so Lars Hünich vom AfD-Kreisverband Potsdam-Mittelmark. Er sicherte Springer volle Unterstützung zu.

Für Toleranz und ein friedliches Miteinander sprachen sich indes die Anhänger von „Potsdam bekennt Farbe“ aus. Der linke Bundestagsabgeordnete Norbert Müller rief die Potsdamer dazu auf, „immer wieder Flagge zu zeigen“ und der AfD keinen Raum in Potsdam zu lassen, immerhin sei deren Einstellung „ziemlich 1933“.

Mehrere Reihen Absperrgitter

So barsch der Kampf verbal auch geführt wurde: „Zwischenfälle hat es nicht gegeben“, sagte der stellvertretende Leiter der Polizei-Inspektion Potsdam, Ingolf Niesler, zum Ende der Kundgebung gegen 19.45 Uhr. Lediglich zwei Böllerwürfe in Richtung AfD habe es gegeben: einen aus einem der Hochhäuser und einen aus einer Gruppe Protestanten heraus. Die Polizei war allem Anschein nach gut gerüstet. Rund 200 Beamte in Vollmontur hielten die widerstreitenden Lager in Schach. 80 Meter und drei Reihen Absperrgitter trennten die Kundgebungen, der Kepler-Platz und damit die AfD waren komplett eingezäunt. „Wir wollen verhindern, dass es zu Auseinandersetzungen wie im vorigen Jahr kommt“, so Niesler.

Ende Januar 2016 hatte die AfD auf dem Alten Markt demonstriert – damals war es zu massiven Schiebereien und Rangeleien sowie zu drei Platzverweisen gekommen.

Von Nadine Fabian

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