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01:16 18.05.2019
Andreas Frank, Gabi Horn und Hans-Werner und Christa Daenzer (v.l.) sind Potsdamer Ehrenamtler. Sie werben für das freiwillige Engagement. Schirmherr der Aktion ist der Schauspieler Steffen Schroeder (r.). Quelle: Nadine Fabian
Potsdam

Unbezahlbares Gut wird am Donnerstag auf dem Luisenplatz gehandelt: Bei der zweiten Ehreamtsbörse stellen sich 30 Träger und Vereine vor, informieren über ihre Arbeit und über die, die vieles erst ermöglichen: die freiwilligen Helfer. Steffen Schroeder – Potsdamer, Schauspieler, Autor und selbst Ehrenamtler – ist Schirmherr der Aktion.

Gutes tun für sich und andere

Vier, die Lust aufs Ehrenamt machen, sind Andreas Frank, Gabi Horn und die Eheleute Hans-Werner und Christa Daenzer. Seit Jahren engagieren sie sich aus freien Stücken. „Mit der Rente fing’s an“, sagt Gabi Horn (69). „Als Krankenschwester hab ich 45 Jahre lang im Schichtdienst gearbeitet und mir immer gesagt: Wenn du mal in Rente bist, machst du das, was du jetzt nicht machen kannst.“ Kaum im Ruhestand, schließt sich Gabi Horn einer Bastel- und einer Singegruppe der Volkssolidarität an. Als die Bastelrunde aus allen Nähten platzt, ruft Gabi Horn eine zweite ins Leben. Mützen für Frühchen, Decken fürs Kinderheim, Puppen für Tschernobylkinder: Gabi Horn und ihre Handarbeitsfans tun Gutes für andere, aber auch für sich selbst. „Die meisten in der Gruppe sind alleinstehend – es ist wichtig, dass sie sozial eingebunden sind. Jeder hat ja auch mal Sorgen – wir sprechen darüber, geben uns Tipps und ein wenig Halt.“

Bernd Schulze (l.) – Chef der Ehrenamtsagentur der Arbeiterwohlfahrt – und Steffen Schroeder – Schauspieler, Autor und selbst freiwilliger Helfer – werben für die zweite Potsdamer Ehrenamtsbörse. Quelle: Bernd Gartenschläger

Dass alle vom Ehrenamt profitieren, betont Christa Daenzer (67). Sie leitet die in West ansässige Ortsgruppe 29 der Volkssolidarität, die mit 220 Mitgliedern die größte Potsdams ist. „Es ist ja nicht so, dass wir die Heilsbringer sind“, sagt Christa Daenzer. „Wir haben auch etwas von unserer Arbeit: eine Aufgabe, das Gefühl, gebraucht zu werden. Wenn man Rentner ist und sein Arbeitsumfeld nicht mehr hat, fehlt die Bestätigung – ich würde jedenfalls verrückt werden, wenn ich nur auf dem Sofa sitzen würde.“ Gatte Hans-Werner Daenzer (67) kann erst recht nicht faulenzen. Er führt die Wandergruppe an, organisiert Stadtspaziergänge und Ausflüge. „Unsere Ortsgruppe hat einen Altersdurchschnitt von 78 – da sind wir die Jungen! Es gibt viele, die nicht mehr an den Veranstaltungen teilnehmen können – wir lassen sie nicht allein, sondern besuchen sie zu Hause.“

Andreas Frank (69) hat einst das Bürgerhaus „Sternzeichen“ geleitet und ist ins Ehrenamt hineingewachsen. Heute betreut er eine Seniorin, singt im Chor International, übernimmt freitags die Hotline der Awo-Schatztruhe im Schlaatz und bietet in der Waldstadt einen Computerkurs an. „Eins ergänzt das andere“, sagt Andreas Frank, der die Ehrenamtskarte des Landes besitzt, die ihm aber nicht viel bringe. „Potsdam braucht eine eigene Ehrenamtskarte! Jeder Ehrenamtler sollte sie bekommen und damit zum Beispiel kostenlos Bus und Straßenbahn nutzen können.“

Ehrenamtskoordinator gesucht

Dass das Ehrenamt mehr Unterstützung aus Verwaltung und Politik verdient hat, meint auch der Chef der Awo-Ehrenamtsagentur Bernd Schulze: „Kein Ehrenamtler erwartet, dass man ihm ständig übers Haupthaar streichelt, aber mehr Anerkennung sollte drin sein.“ Ein wichtiger Punkt: „Wir brauchen einen Ehrenamtskoordinator! Mike Schubert hat uns den Posten bei der ersten Ehrenamtsbörse versprochen. Was haben wir? Nix! Gerade kleinere Vereine und ihre Freiwilligen brauchen einen Ansprechpartner, der sie bei Fragen oder Problemen unterstützt. Er könnte auch Werbung machen fürs Ehrenamt.“ – Bis der Posten besetzt wird, ist es an Menschen wie Gabi Horn, den Daenzers und Andreas Frank. Ihre Botschaft: „Helfen macht Spaß! Werdet Helfer und ihr werdet sehen, wie schön das ist!“

Das Programm für die Ehrenamtsbörse

Die Ehrenamtsbörse findet am Donnerstag, 16. Mai 2019, auf dem Luisenplatz statt. Die Aktion beginnt um 14 Uhr und klingt gegen 18 Uhr aus.

Die offizielle Eröffnung mit Schirmherr Steffen Schroeder ist für 14.20 Uhr geplant.

Die Bands Tri Sho (13.50 Uhr) und Duke Brass (16.15 Uhr) sind live zu erleben, außerdem treten Cheerleader (15.50 Uhr) auf.

Ein Moderator stellt die Teilnehmer der Ehrenamtsbörse abwechselnd vor. Unter den Teilnehmern sind die Awo, Greenpeace und Weißer Ring. nf

Von Nadine Fabian

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