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Potsdam Coronavirus in Potsdam: Alle Schulen und Kitas ab Mittwoch geschlossen
Lokales Potsdam Coronavirus in Potsdam: Alle Schulen und Kitas ab Mittwoch geschlossen
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18:18 13.03.2020
Die Friedrich Ludwig Jahn Sportschule in Potsdam wird am Montag geschlossen. Quelle: Friedrich Bungert
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Potsdam

Jetzt ist es offiziell: Von Mittwoch an bleiben alle Schulen und Kindertagesstätten in Potsdam geschlossen, das teilt die Stadt Potsdam mit. Grund sind die deutschlandweit steigende Zahl der Corona-Neuinfektionen. „Die Schließungen werden vorerst bis zum Ende der Osterferien am 19. April angeordnet“, sagte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD).

Schon am Montag schließt die Sportschule Friedrich Ludwig Jahn sowie die dazugehörige Wohnheim der Sport-Eliteschule. Davon sind mehr als 400 Schüler betroffen. „Wir haben dort keinen bestätigten Corona-Fall“, sagte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) am Freitagmittag in einer Pressekonferenz. Dennoch sei es besser, „wenn wir die Sportschule und das Internat schließen“.

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Betroffen von der Schließung sind in Potsdam alle Kindertagesstätten und Tagespflegestellen, 43 Grund- und weiterführende Schulen sowie drei Oberstufenzentren, heißt es in der Mitteilung der Stadt Potsdam.

Auch Vereinssport untersagt

 Auch der Vereinsport ist von der Entscheidung betroffen. Es soll bis auf weiteres keine Wettkämpfe und Sportveranstaltungen geben. Sportflächen wie kommunale Sportplätze, den Sportpark Luftschiffhafen und die Potsdamer Schwimmhallen werden geschlossen. Eine Ausnahme ist das Training der Leistungssportler zur Vorbereitung internationaler Wettkämpfe in diesem Jahr.

Zwischenzeitlich hat eine Nachricht die Runde gemacht, die suggeriert, sie sei vom Bildungsministerium verschickt worden. Inhalt: Das Land werde die weiterführenden Schulen am Montag schließen und die Grundschulen später. Dabei handelt es sich um eine Pressemitteilung der Landesregierung Schleswig-Holstein.

Erste Eltern melden Kinder vom Unterricht ab

In den ersten Schulen gibt es laut Schubert auch Eltern, die ihre Kinder schon jetzt vom Unterricht abmelden.

In der Mitteilung zur Schließung der Schulen, appelliert Mike Schubert an die Vorsicht der Schüler: „Die Jugendlichen sollen bitte zu Hause bleiben und sich nicht in größerer Zahl in Kaffeeläden oder anderen Freizeiteinrichtungen zu treffen.“

Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) appelliert an Potsdamer Bürger Verantstaltungen zu meiden. Die Stadt ist auch auf die Schließungen von Schulen vorbereitet.

Gepostet von MAZ Potsdam am Freitag, 13. März 2020

Bereits am Donnerstag hatte die Stadt alle öffentlichen Museen, das Theater und die Musikschule geschlossen, nun kündigte Schubert an, auch Nikolaisaal und Luftschiffhafen sollen geschlossen bleiben. „Dort, wo wir die Verfügung haben, haben wir geschlossen.“ Besonders in Clubs werde die Stadt zudem Veranstaltungen absagen, um die Ausbreitung des Corona-Virus in Potsdam zu verhindern.

Ab Freitagnachmittag wird auf der Internetseite der Stadt ein Formular zur Verfügung stehen, mit dem man Veranstaltungen anmelden muss. Das gelte für jede Veranstaltung – auch für private, zu der mehr als 100 Gäste erwartet werden, so zum Beispiel auch für Hochzeitsfeiern, wie die Stadtspitze betonte. Veranstaltungen, die ohne Rücksprache und Genehmigung stattfinden, können laut Schubert behördlich beendet werden. „Alles, was mit Tanz und Nähe zu tun hat, sollte in diesen Tagen vermieden werden“, so Schubert. Das Ordnungsamt wird die Einhaltung auch kontrollieren.

Verwaltung soll in den relevanten Bereichen weiter laufen

Zur Verwaltung sagte Schubert, man wolle den Verwaltungsbetrieb in den „relevanten Bereichen“ aufrecht erhalten. „Wir schauen, welches Personal wie gegebenenfalls nicht brauchen und versuchen in ein Schichtsystem überzugehen, um es aufzuteilen.“ Man werde aber den Betrieb ein Stück weit runterfahren müssen. „Insbesondere da, wo es Bürgerkontakt gibt – etwa im Bürgerservice – müssen wir überlegen, was wir aufrecht erhalten müssen und was nicht.“

Auch bei kleineren Runden mit zehn Personen müsse man überlegen, ob diese Runde wirklich nötig sei.

Zur Situation an den Hochschulen sagte der Oberbürgermeister: „Es muss dringend entschieden werden, wie mit Präsenzveranstaltungen an den Universitäten umgegangen wird. Ich rechne damit, dass es bald eine Entscheidung geben wird.“

Der Text wird laufend aktualisiert.

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Von Jan Russezki und Anna Sprockhoff

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