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Potsdam Baugerüste an der Alten Post: Das steckt dahinter
Lokales Potsdam Baugerüste an der Alten Post: Das steckt dahinter
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07:33 11.10.2019
Die Gerüste stehen schon, in den kommenden Tagen sollen die neuen Figuren auf das Dach der Volksbank gesetzt werden. Quelle: Peter Degener
Innenstadt

Drei Jahre lang standen sie allein auf dem Dachsims der Alten Post an der Ecke Yorkstraße/ Friedrich-Ebert-Straße. Nun bekommen die Skulpturen auf dem Haus der Berliner Volksbank in der Potsdamer Innenstadt Gesellschaft. Wie der Sprecher der Volksbank, André Uzulis, auf MAZ-Anfrage mitteilte, sollen dort die drei fehlenden Skulpturen Allegorie Amerika, Fama und Merkur aufgestellt werden. Die Gerüste stehen bereits. „Die Figuren wurden rekonstruiert, damit die Ecke am Platz der Einheit wieder ihre ehemalige historische stadtgestalterische Bedeutung und raumgreifende Wirkung zurückerhält“, betont Uzulis.

Neubau nach historischem Vorbild

Das Gebäude, wo einst die Alte Post stand und nach dem Krieg das „Haus des Reisens“ errichtet wurde, hatte die Berliner Volksbank 2015 neu gebaut und dort Ende 2016 ihre Filiale eröffnet. Dabei orientierte man sich an dem historischen Vorbild, ohne dies im Detail zu rekonstruieren. Heftiger Streit entbrannte damals um die Fassadenfarbe. Die drei restaurierten Original-Skulpturen – Personifikationen Europas, Asiens und Afrikas – wurden damals bereits auf dem Dachsims, dem sogenannten Risalit, aufgestellt.

Die nun rekonstruierten Skulpturen fehlten. „Sie wurden in traditioneller Handwerkstechnik geschlagen“, erklärt Uzulis. Der beauftragte Bildhauer sei durch einen „in der Potsdamer Bilderhauerkunst beheimateten Bildhauer, Rudolf Böhm“ begleitet worden. „Ferner fand eine enge Begleitung mit der unteren Denkmalschutzbehörde Potsdam statt“, erklärt Uzulis.

Die sechs Figuren

Sobald die drei Skulpturen stehen, ist das historische Figuren-Ensemble komplett. „Ursprünglich gab es auf den drei Risaliten des Gebäudes Bekrönungen mit ’Meilenzeigern’, die von je zwei Skulpturen flankiert wurden“, erklärt Uzulis, „Die beiden Figuren auf dem zum Platz der Einheit gerichteten Risalit stellten Merkur mit Flügelhelm und einem Briefkuvert sowie eine geflügelte Fama mit einem Horn dar.“ Die beiden Risalite zum Stadtkanal, welche die Hauptansicht betonten, seien mit weiblichen Personifikationen der vier damals bekannten Erdteile versehen gewesen: Europa mit Krone und Zepter sowie einem auf einem Buch stehenden Globus zu den Füßen; Asien mit einer Mondsichel in der linken Hand; Afrika mit einem Bogen in der rechten Hand und einem Löwen – und Amerika in einem Gewand aus Federn und mit einem Köcher mit Pfeilen.

Am 22. Oktober sollen die Gerüste an dem Gebäude abgebaut und die Figuren final aufgebaut sein – fast auf den Tag genau drei Jahre, nachdem die drei ersten Skulpturen am 21. Oktober 2016 aufgestellt wurden.

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Von Anna Sprockhoff

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