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Potsdam Potsdams Nahverkehr wird am Freitag wieder bestreikt
Lokales Potsdam

Am Freitag wieder Warnstreik im Nahverkehr von Potsdam und Berlin

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17:15 06.10.2020
Warnstreik im Öffentlichen Personennahverkehr vergangenen Dienstag. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Babelsberg

Nach dem stadtweiten Warnstreik beim städtischen Verkehrsbetrieb (ViP) am vergangenen Dienstag folgt an diesem Warnschuss Nummer 2: Diesmal wird nicht ganz-, sondern nur halbtägig gestreikt, während die Berliner Verkehrsbetriebe, die letztes Mal halbtägig streikten, nun den ganzen Tag im Ausstand sind. Das erfuhr die MAZ bei Jens Gröger, Sekretär der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Seinen Worten zufolge beginnt der Potsdamer Streik mit Dienstbeginn, also etwa 3.30 Uhr früh. Er wird gegen 12 Uhr mittags beendet.

Vier Betriebe werden bestreikt

In Brandenburg sind am Freitag folgende Unternehmen von Betriebsbeginn bis 12 Uhr zum Streik aufgerufen: ViP Verkehrsbetriebe Potsdam GmbH, Regiobus Potsdam Mittelmark GmbH, Havelbus Verkehrsgesellschaft mbH und die Verkehrsbetriebe von Brandenburg an der Havel GmbH.

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Szene vom Warnstreik am vergangenen Dienstag. Quelle: Bernd Gartenschläger

Bei allen anderen brandenburgischen Verkehrsunternehmen werde der Betrieb voraussichtlich normal laufen, so Verdi. Nicht vom Streik betroffen sind in Berlin die Buslinien, die an private Busfirmen vergeben sind. Der S-Bahn-und Regionalbahnverkehr wird nicht bestreikt.

Nach dem Warnstreik der ÖPNV-Beschäftigten am vergangenen Dienstag, 29. September, ist die VKA auch weiterhin nicht zu Verhandlungen über einen bundesweiten Tarifvertrag bereit. Im Tarifkonflikt im Nahverkehr geht es um die Arbeitsbedingungen. ver.di fordert bundesweit einheitliche Regelungen in Fragen wie Nachwuchsförderung, Entlastung sowie den Ausgleich von Überstunden und Zulagen für Schichtdienste.

Verdi fordert Einheitlichkeit

„Die Verkehrswende und der demografische Wandel sind weiterhin die großen Herausforderungen für den öffentlichen Nahverkehr in Berlin und Brandenburg“, sagte Jeremy Arndt, Verdi-Fachbereichsleiter Verkehr in Berlin und Brandenburg. „Um den anstehenden Bedarf an Personal zu bewältigen und sich nicht gegenseitig Konkurrenz zu machen, sind einheitliche Regelungen bei den Arbeitsbedingungen nötig. Nur so können benötigte Fachkräfte rekrutiert und das bestehende Personal gehalten werden. Derzeit führen die schlechten Arbeitsbedingungen regelmäßig zu hohen Krankenständen. Diese haben auch Auswirkungen auf die Linienleistung und führen zu Fahrausfällen“, so Arndt.

Immer weniger Beschäftigte

Im Vergleich zum Jahr 2000 ist die Zahl der Beschäftigten um 18 Prozent geschrumpft, während die Anzahl der Fahrgäste im gleichen Zeitraum um ein Viertel zugenommen hat. Aufgrund der Belastungen kommt es zu überdurchschnittlich hohen Krankenständen und der Anhäufung von Überstunden. Die Situation droht sich weiter zu verschärfen, denn der Altersdurchschnitt in den Unternehmen beträgt 49 Jahre, somit geht bis 2030 jeder zweite Beschäftigte in den Ruhestand.

Tarifverhandlungen stocken

Neben den bundesweiten Forderungen laufen Verhandlungen in den Ländern zu regional spezifischen Forderungen der Beschäftigten. Auch hier stocken die Verhandlungen. „Die VKA als Spitzenverband hat es in der Hand, bundesweit einheitliche Arbeitsbedingungen mit uns zu verhandeln. Die Blockadehaltung zwingt uns in weitere Warnstreiks. Um die Auswirkungen für Fahrgäste so gering wie möglich zu halten, informieren wir frühzeitig über die Streiks“, so Arndt weiter.

Von Rainer Schüler

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