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Potsdam Am Stern-Bewohner fühlen sich wohl
Lokales Potsdam Am Stern-Bewohner fühlen sich wohl
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09:25 14.11.2014
Die Wohnungen in den Plattenbauten wurden in den letzten Jahren saniert, loben die Befragten.
Die Wohnungen in den Plattenbauten wurden in den letzten Jahren saniert, loben die Befragten. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Wegziehen und woanders wohnen? – Nein, Danke! Das sagen mehr als 80 Prozent der Bewohner des Stadtteils Am Stern. Und genau so viele fühlen sich wohl in ihrer Nachbarschaft. Diese Ergebnisse liefert eine Umfrage, die das Stadtteilmanagement erhoben hat. „Wir haben nicht festgestellt, dass die Leute hier leben, weil sie müssen, sondern weil sie sich hier rundherum wohlfühlen“, sagt Kathrin Feldmann, die Stadtteilmanagerin vom Stadtkontor. Dazu passt, dass viele Anwohner schon seit DDR-Zeiten hier leben. Rund ein Drittel der Befragten wohnt seit 30 Jahren oder länger Am Stern, etwa 40 Prozent mehr als ein Jahrzehnt.

Der bevölkerungsreichste Stadtteil Potsdams
Teilgenommen hatten 350 Leute an der Befragung, dies sind etwa drei Prozent aller Stern-Bewohner – immerhin ist der Stadtteil mit rund 13.000 Menschen der bevölkerungsstärkste Potsdams. Die erste Förderung für den Umbau des Viertels floss 1993 in das Gebiet. 1999 startete dann das Programm „Soziale Stadt“. Seitdem wurden hier 8,2 Millionen Euro investiert. Davon entstand nicht nur der Jugendclub 18, der Kindertreff Am Stern und die neue Fassade der Bibliothek, auch der Schulcampus wurde saniert. „Seitdem sind unsere Anmeldezahlen enorm gestiegen, wir müssen regelmäßig Schülern absagen“, sagt Uwe Schmidt, Schulleiter des Leibnitz-Gymnasiums. Ein Grund dafür: Direkt neben dem Gymnasium steht die Pappelhain-Grundschule, mittendrin die Musikschule. „Den Eltern gefällt es, dass die Kinder hier von der ersten bis zur zwölften Klasse auf einem Campus lernen können“, sagt Schmidt.

Städtebauliche Entwicklung ist größenteils abgeschlossen
In den nächsten Jahren wird die städtebauliche Förderung allerdings zurückgefahren. Zwar sind für das Programm „Soziale Stadt“ wieder 3,5 Millionen Euro zugesagt. Diese werden aber größtenteils in Drewitz investiert. „Die städtebauliche Entwicklung ist Am Stern größtenteils abgeschlossen“, sagt Rainer Baatz vom Stadtkontor. Dennoch werden hier 300.000 bis 400.000 Euro dafür ausgegeben, das Stadtteilmanagement zu erhalten, das Bürgerhaus Stern-Zeichen umzugestalten und die Gehwege instand zu setzen. Letzteres war einer der Punkte, der in der Umfrage kritisiert wurde: Fast jeder Vierte gab bei der Befragung an, dass die Gehwege in einem zu schlechten Zustand seien. „Problematisch ist, dass bei einer Sanierung die Wohnungsunternehmen drei Viertel der Kosten tragen müssen“, erklärt Kathrin Feldmann.

Ein breiteres Gastronomieangebot wäre wünschenswert
Angemerkt wurde von den Befragten auch, dass in der Umgebung Gastronomie fehlt. „Viele sagten uns, dass sie gerne abends noch etwas trinken gehen würden, ohne dafür in die Stadt fahren zu müssen“, berichtet Kathrin Feldmann. Zu wenig wird hingegen das Bürgerhaus Stern-Zeichen angenommen. Nur 18 Prozent der Befragten gaben an, dort regelmäßig zu Gast zu sein. Eröffnet wurde die Einrichtung als Seniorenzentrum. „Vielleicht muss künftig am Wochenende oder abends länger geöffnet sein, um mehr junge Leute dort hinzulocken“, sagt Feldmann.

Die Umfrage-Ergebnisse

  • Sehr zufrieden oder eher zufrieden mit der Wohnlage Am Stern sind 85 Prozent
  • Verbessert haben sich in der letzten Zeit die Einkaufsmöglichkeiten (29 Prozent), das Gesamtbild des Stadtteils und die Sanierung der Gebäude und Wohnungen (jeweils 13 Prozent). 
  • Schlechter geworden ist der Zustand der Gehwege und Straßen (23 Prozent), die Sauberkeit (16 Prozent) und fehlende Gastronomie (13 Prozent). 
  • Besonders gelobt wird in der Gegend der öffentliche Nahverkehr (15 Prozent), der Campus und das Kiezbad (jeweils sieben Prozent). 
  • Die eigenen Nachbarn kennen mehr als die Hälfte der Befragten. 80 Prozent fühlen sich mit den Nachbarn wohl.

Von Lisa Rogge

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