Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Am Stern-Center soll ein riesiger Wohnkomplex für 3000 Menschen entstehen
Lokales Potsdam Am Stern-Center soll ein riesiger Wohnkomplex für 3000 Menschen entstehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:06 27.10.2019
Blick zum Stern-Plaza, das nun von weiteren Hochhäusern flankiert werden soll. Quelle: Bernd Gartenschläger
Am Stern/Drewitz

Am Einkaufszentrum Sterncenter sollen zwei über 70 Meter hohe Hochhäuser mit mehr als 1000 Wohnungen errichtet werden. Entsprechende Pläne werden am Dienstagabend im Bauausschuss vorgestellt. Nach MAZ-Informationen will der Betreiber des Sterncenters, die ECE-Projektmanagement GmbH aus Hamburg, das Projekt mit dem Namen „Wohnen am Stern“ realisieren und in einem „kooperativen Gestaltungsverfahren“ mit der Stadt entwickeln.

In der Verwaltung soll dem Projekt eine besonders hohe Priorität im Bereich der Bauleitplanung eingeräumt werden. In einer Vorlage für die Stadtverordneten ist von „circa 1400 Wohnungen“ die Rede – das entspräche Wohnraum für rund 3000 Menschen.

ECE will sich am Montag äußern

Die Verantwortlichen bei der ECE waren zunächst nicht erreichbar, haben aber angekündigt, sich am Montag gegenüber der MAZ zu den Plänen zu äußern.

Der Bebauungsplan 22, der das Sterncenter und die angrenzenden Gewerbeflächen mit zwei Möbel- und einem Autohaus umfasst, müsste für den Wohnungsbau geändert werden. Baugrundstücke könnten zwei kleinere Parkflächen links und rechts des 24 Stockwerke hohen „Stern Plaza“-Hochhauses sein.

Stern Plaza wird Mittelpunkt

Die zwei neuen Hochhäuser sollen ähnlich hoch werden. Dann würde das Stern Plaza, das mit rund 73 Metern Höhe Potsdams höchstes Wohngebäude ist – zum Mittelpunkt eines Turmtrios werden. Wie viele weitere Gebäuderiegel das Projekt umfasst, ist noch unbekannt.

Sollten tatsächlich insgesamt 1400 Wohnungen errichtet werden, wäre das nach Krampnitz das größte Wohnungsbauprojekt der ganzen Stadt. In Krampnitz sind etwa 4900 Wohnungen für 10.000 Menschen geplant. Davon will der Konzern Deutsche Wohnen ebenfalls rund 1400 Wohnungen in privater Hand schaffen. In der Heinrich-Mann-Allee plant die städtische Pro Potsdam 750 Wohnungen.

280 Sozialwohnungen mindestens

Das Potsdamer Baulandmodell, das auch bei Schaffung von Wohnungsbau auf Gewerbeflächen zur Anwendung kommt, sieht derzeit bis zu 20 Prozent Sozialwohnungen vor – dann würden am Sterncenter 280 Stück Sozialwohnungen entstehen. Die rot-grün-rote Koalition will im Stadtparlament sogar bis zu 30 Prozent Sozialwohnungen bei neuen Bauvorhaben durchsetzen – das entspräche beim ECE-Projekt dann 420 Wohnungen.

Mit den zwei Wohntürmen wird auch die Debatte um neue Hochhäuser im Potsdamer Stadtgebiet neue Nahrung bekommen. Am Kirchsteigfeld ist in Sichtweite ein 16 Geschosse hoher Büroturm im sogenannten Drewitzpark geplant, in Waldstadt II ein Zwölfgeschosser mit Wohnungen.

Kritik an Hochhaus-Projekten

Am anderen Ende der Stadt in Krampnitz,soll ein bis zu 14 Geschosse hohes Gebäude ein markanter Höhepunkt im neuen Quartier werden. Die Türme am Sterncenter würden diese Projekte aber weit überragen. Im Stadtforum Potsdam war diese neue Welle an Hochhäusern im Frühjahr kritisch hinterfragt worden.

Ergänzende Hochhäuser wie in Waldstadt II könnten geeignete Maßnahmen sein, aber man müsse „sich immer fragen zu welchem Zweck“, mahnte die Architektin Petra Kahlfeldt, die dem Gestaltungsrat angehört, damals.

Quantität ist oft die Richtlinie

Durch den Druck auf dem Büro- und Wohnungsmarkt werde oft nur nach der Quantität gefragt – wie viele Wohnungen, wie viel Gewerbefläche entstehen könnte. „Geht es aber auch darum neue Angebote zu entwickeln, damit Wege ins Zentrum vermieden werden?“, fragte Kahlfeldt.

Allgemein gilt für Neubauten in Potsdam, dass sie die Baumwipfelhöhe möglichst nicht überschreiten sollten und dadurch in der Silhouette unsichtbar bleiben.

Von Peter Degener

Im ersten Testzeitraum 2018 kamen 57 Prozent mehr, in diesem Jahr nur noch 15 Prozent mehr Besucher: Eine Untersuchung im Potsdam Museum zeigt die Auswirkungen des kostenlosen Eintritts in die Dauerausstellung.

27.10.2019

Im Vorfeld des Derbys SV Babelsberg 03 gegen FC Energie Cottbus in Potsdam kam es gleich zu mehreren Vorfällen. Ein Zug musste gestoppt werden, am Bahnhof soll es antisemitische Gesänge gegeben haben. Das Spiel endete mit einer Niederlage des SV Babelsberg.

27.10.2019

In der Nacht zu Samstag gerieten zwei Gruppen wegen eines Elektrorollers aneinander. Zwei Personen wurden verletzt und mussten im Krankenhaus behandelt werden.

27.10.2019