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Potsdam Ambrosia-Pflanze breitet sich aus
Lokales Potsdam Ambrosia-Pflanze breitet sich aus
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01:15 26.06.2019
Die gefährliche Ambrosia-Pflanze breitet sich auch in Potsdam immer mehr aus. Sie wurde bereits am Radweg zwischen den Wohngebieten Schlaatz und Am Stern, sowie in Bornim im Bereich des Grünzuges Hügelweg nahe der Florastraße gesichtet.. Quelle: Friedrich Bungert
Bornstedter Feld

Die gefährliche Ambrosia-Pflanze breitet sich in Potsdam aus. In den vergangenen Jahren wurde die auch Traubenkraut genannte Pflanze vor allem am Radweg zwischen den Wohngebieten Schlaatz und Am Stern sowie in Bornim im Bereich des Grünzuges Hügelweg nahe der Florastraße gesichtet. Jetzt hat sich Ambrosia auch im Bornstedter Feld am nördlichen Volkspark angesiedelt. Deshalb hat das Landesamt für Ländliche Entwicklung am Sonnabend zu einer öffentlichen Ausreiß-Aktion der Ambrosia-Pflanze auf einer brach liegenden Baufläche in der Opolestraße/Ecke Fintelmannstraße im Bornstedter Feld aufgerufen.

Fünf bis zehn Pollen reichen

Matthias Hoffmann, seit vorigem Oktober Koordinator Ambrosiabekämpfung im Landesumweltamt, appellierte bei dieser Aktion an das Verantwortungsbewusstsein der Grundstücksbesitzer von privaten und öffentlichen Flächen bei der Bekämpfung des Unkrauts. Aggressiver als beispielsweise der klassische Beifuß, das Rainkraut, die Birke oder die Haselnuss rufe die Ambrosia bei Allergikern Heuschnupfen hervor, der sehr schnell in einer chronischen Asthma-Erkrankung enden könne, sagt Hoffmann. Für andere Menschen sei die Pflanze ungefährlich, da sie nicht giftig wäre. Indes sei nicht auszuschließen, dass auch diese nach einigen Jahren allergisch auf das Gewächs reagieren. Fünf bis zehn Pollen je Kubikmeter Luft reichen aus, um ernsthafte Reaktionen auszulösen, meint Hoffmann.

Matthias Hoffmann ist seit Oktober des vergangenen Jahres der Koordinator für die Ambrosiabekämpfung beim Landesumweltamt. Quelle: Friedrich Bungert

Brandenburgs Ambrosia-Krisengebiet liegt im Süden des Landes, in Cottbus, Vetschau oder Drebkau. Dort haben Messgeräte 150 Pollen je Kubikmeter Luft ermittelt. „Potsdam ist zwar kein Ambrosia-Schwerpunkt. Doch auch in der Landeshauptstadt hat die Konzentration der Pollen deutlich zugenommen“, stellt Hoffmann fest. Konkrete Zahlen konnte er am Samstag allerdings nicht nennen.

Verstärkte Erdarbeiten für Bauvorhaben sowie Feldarbeiten in der Landwirtschaft, aber auch der Klimawandel, begünstigen die Verbreitung der Ambrosia durch den Pollenflug, erklärt der Experte. „Die Ambrosia mag es warm und trocken. Sie ist sehr anpassungsfähig, das macht ihre Bekämpfung so schwierig.“

Woran ist die Ambrosia zu erkennen?

Ihre Blätter sind im Gegensatz zum ähnelnden Beifuß beidseitig grün. Die Blätter des Beifußes sind an der Unterseite silberfarben.

Der Stängel ist im Gegensatz zum glatten Stiel des Beifußes behaart.

Der Rainfarn, mit dem die Ambrosia oft verwechselt wird, hat im Gegensatz zu ihr einen intensiveren Geruch.

Mit Sonnenblumen gedeiht die Ambrosia besonders gern. Beide sind Korbblütengewächse.

Die Stadtverwaltung Potsdam verpflichte ihre Grünpflege-Vertragsfirmen, jeden Ambrosiafund sofort zu melden, teilt sie auf MAZ-Nachfrage mit. Die Firmen seien beauftragt, den Schädling auf öffentlichen Grünanlagen und an Straßen- sowie Ackerrändern umgehend mit der Wurzel herauszuziehen und zu entsorgen.

Ausrotten lässt sich die Pflanze wohl nicht, befürchtet Hoffmann. Doch er ist überzeugt, dass man das Unkraut auf ein erträgliches Maß reduzieren kann. Am größten seien die Chancen von Mai bis Juni. Vor ihrer Blütezeit lasse sich die Ambrosia noch am besten von anderen Unkräutern unterscheiden und ohne besondere Schutzmittel entsorgen. Grundstücksbesitzer brauchen die Pflanze nur aus der Erde herausziehen und auf den Boden werfen, wo sie dann vertrocknet.

In der Blütezeit sollte das Unkraut in einem geschlossenen Müllbeutel entsorgt werden, um einen drohenden Pollenflug zu verhindern. Die Ambrosia bildet durchschnittlich bis zu 60 000 Samen im Jahr, die im Boden bis zu 40 Jahre lang keimen können.

Die Ambrosia-Pflanze kann jährlich bis zu 60 000 Samen ausbilden, die im Boden etwa 40 Jahre lang keimen können, sagen die Experten. Quelle: Friedrich Bungert

Ambrosiafunde sollten umgehend an www.ambrosiascout.de gemeldet werden. Dort sind auch weitere Infos über die Pflanze abrufbar.

Von Heinz Helwig

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