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Potsdam An diesen Orten in Potsdam wird an den Mauerfall erinnert
Lokales Potsdam An diesen Orten in Potsdam wird an den Mauerfall erinnert
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11:03 06.11.2019
Kundgebung auf dem Platz der Nationen (heute Luisenplatz) 1989 Transparente. Quelle: MAZ/Wolfgang Mallwitz
Potsdam

Mit einer ganzen Reihe von Gedenkveranstaltungen wird dieser Tage an den Fall der Mauer vor 30 Jahren erinnert; gleichzeitig stehen vielerorts die Akteure des Herbst 1989 noch einmal im Mittelpunkt.

Ausstellung und Zeitzeugen im Awo-Kulturhaus

Das Awo-Kulturhaus Babelsberg lädt am 7. November um 19 Uhr zu einem „Gedenkkultur-Abend“ ein. Im Fokus der Veranstaltung „Im Blickwinkel“ stehen verschiedene Perspektiven auf die Wendezeit und die friedliche Revolution. Dazu werden Bilder des dänischen Fotografen Jens Frederiksen ausgestellt. Ebenfalls mit dabei: Die Zeitzeugen Stephan Krawczyk, Rainer Eckert sowie das Ehepaar Anette und Stephan Flade.

Groß Glienicke: Leben im Grenzgebiet

In Groß Glienicke werden am 9. November die Jahrzehnte des Lebens im Grenzgebiet zu West-Berlin wieder fühlbar, wenn 30 Jahre nach dem Mauerfall der Ortsbeirat, die Evangelische Kirchengemeinde und das Alexander-Haus zusammen mit dem Groß Glienicker Kreis an die Zeit erinnern, als Groß Glienicke ein Grenzdorf zwischen der DDR und West-Berlin war. Besucher sind herzlich eingeladen, das Programm ab 15 Uhr mitzuerleben. Dann wird sichtbar gemacht, wie die Mauer den Garten des Alexander-Hauses durchschnitt; dazu werden eine Ausstellung und Fotografien aus den Jahren 1961 bis 1990 gezeigt, und in einer Hör-Collage kann man die Stimmung in den Tagen des Mauerfalls noch einmal nacherleben.

Außerdem erinnert eine Installation daran, was in der Nazi-Pogromnacht des 9. November 1938 in Groß Glienicke geschah. Zur Bedeutung des 9. November für Groß Glienicke wird Ortsvorsteher Winfried Sträter sprechen. Zum Abschluss bietet eine Origami-Installation den Besuchern die Möglichkeit, Friedensbotschaften zu schreiben, die auf der Seeseite des Hauses aufgehängt werden, von wo einst der Blick auf die Mauer fiel. Glienicke ist. Etwa 17.30 Uhr beginnt ein Spaziergang zum Ufersingen am Groß Glienicker See. Das Alexander Haus steht Am Park 2. Es gibt keine Parkplätze.

Klein Glienicke: Die „Sondersicherheitszone“

In Klein Glienicke war das Mauer-Leben noch spezieller. Die „Sondersicherheitszone“ ragte ins Gebiet von West-Berlin und sah auf der Landkarte aus wie ein Blinddarm. Die Kapelle im Ortsteil zeigt ab 14 Uhr Fotos aus der Zeit der Mauer. 15 Uhr beginnt ein „Pilgerweg“ zur Kirche „Peter und Paul“ in Berlin-Nikolskoe, geführt von Pfarrer i.R. Hering. Um 18 Uhr hält Orts-Chronist und Buchautor Gerhard Petzholtz in der Kapelle einen Vortrag „Klein Glienicke in der Zeit der Mauer“ mit Bildern und Geschichten von Zeitzeugen. Dazu lädt der „Freundeskreis Kapelle und Alter Friedhof“ ein.

HOT: Theaterstück „Grenzerfahrung“

Auch Theaterfreunde kommen am Samstagabend auf ihre Kosten . Zusammen mit der Bürgerbühne lädt das Ensemble des Hans-Otto-Theaters zu einer „Grenzerfahrung“ ein. Ab 18.30 wird der Mauerfall durch Installationen, Lesungen und Lieder den Zuschauern greifbar gemacht. Das Publikum teilt sich in zwei Gruppen auf, welche sich später wieder „vereinen“. Ein „Videoschnipselvortrag“ Jürgen Kuttners lässt den Abend ausklingen.

Glienicker Brücke: Gedenken des Landes

Die Brandenburger Landesregierung, die Stadt Potsdam und der Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf begehen am Sonntag gemeinsam das Gedenken zum 30. Jahrestag der Grenzöffnung zwischen Potsdam und Berlin – mit dem Fall des Schlagbaums an der Glienicker Brücke verlor eines der weltweit bekanntesten Symbole des Kalten Kriegs seinen Schrecken. Um 10 Uhr wird auf der Glienicker Brücke die Fotoausstellung „Rund um die Glienicker Brücke vor und nach 1989“ eröffnet. Im Schloss Glienicke beginnen die Festlichkeiten auf Berliner Seite mit einer Matinee um 11 Uhr. Das traditionelle Erinnern an die Mauertoten beginnt auf Potsdamer Seite an der Nike-Skulptur um 13.30 Uhr. Dort beginnen direkt im Anschluss um 14 Uhr die Führungen entlang des Grenzwegs in Klein Glienicke.

Nikolaikirche: Gottesdienst und Fest

Die Nikolaikirche wird am Sonntagnachmittag zum Festort. Zunächst findet um 15.30 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst statt, um 16 Uhr dann die offizielle Festveranstaltung des Landtags. Nach einer Begrüßung durch die Präsidentin des Landtags, Ulrike Liedtke, und den Ministerpräsidenten, Dietmar Woidke, erwartet die Besucher ein Podiumsgespräch mit Zeitzeugen, moderiert durch die Brandenburger Beauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, Maria Nooke. Ab 16 Uhr startet auf der Glienicker Brücke schließlich die Videoinstallation mit historischem Filmmaterial, die Brücke wird zum Ort der Erinnerung und Begegnung – und für den Verkehr gesperrt. Alle Veranstaltungen sind öffentlich und kostenfrei.

Von Johanna Apel, Rainer Schüler und Saskia Kirf

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