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Potsdam Angebot im Proberaum-Streit
Lokales Potsdam Angebot im Proberaum-Streit
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14:41 20.12.2017
Musikerprotest vor dem Grundstück der alten Feuerwache gegen das drohende Aus des Kunst- und Kulturzentrums in der Babelsberger Ahornstraße. Quelle: Friedrich Bungert
Babelsberg/Innenstadt

Im Konflikt um die Zukunft des Kunst- und Kulturzentrums an der Ahornstraße gibt es erste versöhnliche Signale des Vermieters. Nachdem allen Nutzern zum Jahresende gekündigt worden war, erklärte Jörg Thiede (79) nun gegenüber MAZ, dass sie bis zum 31. März bleiben könnten: „Das gilt für alle, die einen Mietvertrag haben.“

Die Thiede-Werkstätten an der Ahornstraße sind mit Ateliers und Band-Proberäumen in abgeschiedener Lage das heimlichste Kunstzentrum der Stadt. Ein halbes Dutzend bildende Künstler und an die 30 Bands haben dort seit drei Jahren ein Refugium. Vor wenigen Wochen protestierten 50 Musiker in der Innenstadt gegen das drohende Aus. Seither kocht die Gerüchteküche.

Arto Järvinen, Thomas Granzer und Anastasia Galkin in ihrem Proberaum in der Ahornstraße. Quelle: Volker Oelschläger

Thomas Granzer (49), Anastasia Galkin (39) und Arto Järvinen (39) sind Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Astrophysik. Einmal wöchentlich proben sie in der Ahornstraße mit ihrer Band Dark Frame. Den Raum teilen sie sich mit drei anderen Gruppen. Wie die meisten Musiker in der Ahornstraße probten sie bis 2014 in der alten Brauerei am Leipziger Dreieck, bis ihnen dort sanierungsbedingt gekündigt wurde.

Die Babelsberger Lösung kam die meisten Beteiligten überraschend: Die damalige Kulturdezernentin Iris Jana Magdowski (CDU) und Stefan Frerichs, Chef der Wirtschaftsförderung, waren dabei, als Thiede das Haus Ende 2014 für die Künstler öffnete. Sie lobten den Einsatz des Privatmanns: „Als Stadt hätten wir das Problem nicht so schnell in den Griff bekommen“, sagte Magdowski. Fehlende Atelier- und Proberäume waren zum Politikum geworden, Künstlerproteste an der Tagesordnung. Die Öffnung des alten Rechenzentrums als Kreativhaus war eine Reaktion der Stadt auf die Notstandssignale.

Die Thiede-Werkstätten in der Ahornstraße. Quelle: Friedrich Bungert

Thiede wurde als Mäzen gefeiert. Heute beschimpfe man ihn als Kapitalist, sagt er. Dabei sei das Projekt in der Ahornstraße von vornherein auf drei Jahre angelegt gewesen: „Ich habe damals gesagt, als ich sie von der Straße aufgesammelt habe: Ihr müsst Euch in der Zwischenzeit was suchen.“ Doch die Künstler hätten die Zeit nicht genutzt. Anastasia Galkin hat das anders in Erinnerung: Es sei im Gespräch gewesen, die Ahornstraße als Kunst- und Kulturzentrum zu verstetigen.

Den meisten Mietern wurden mittlerweile Verträge zu deutlich höheren Konditionen angeboten. Die bildenden Künstler hätten alle angenommen, sagt einer der Maler, der seinen Namen in diesem Zusammenhang nicht in der Zeitung lesen will. Um sich den Ort weiter leisten zu können, werde er in ein kleineres Atelier wechseln müssen.

Dark Frame sind noch unschlüssig. Seit einigen Wochen gibt es im Spezialbaugelände in Rehbrücke Container mit Probemöglichkeiten. Vermieter Göran Egert (46) sagt, die Konditionen seien nicht so günstig wie in der Ahornstraße. Man müsse „mehr bezahlen bei weniger Raum“. Trotzdem seien sechs Bands aus der Ahornstraße zu ihm umgezogen. Anastasia Galkin hofft auf eine Lösung vor Ort: Es werde zu wenig miteinander gesprochen.

Ideenwerkstatt für neues Kunstzentrum

Die Thiede-Werkstätten waren die einzige nennenswerte Alternative für die zahlreichen Bands, die mit der Räumung der alten Brauerei ihre Probemöglichkeit verloren.

Der jüngste Musikerprotest in der Innenstadt zielt auf die anstehende Debatte über ein neues Kunst- und Kreativzentrum im Umfeld der Plantage.

In der für Februar geplanten Ideenwerkstatt sollen laut Stadt auch die Interessen und der Raumbedarf der Musiker thematisiert werden.

Von Volker Oelschläger

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