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Potsdam Ex-Linker will für Grüne in den Landtag
Lokales Potsdam Ex-Linker will für Grüne in den Landtag
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00:24 01.02.2019
Matthias Lack ist von den Linken zu den Grünen gewechselt. Quelle: privat
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Potsdam/Werder

Der frühere Linken-Politiker Matthias Lack ist in der vergangenen Woche in die Partei Bündnis 90/Die Grünen eingetreten und will sich auf dem Landesparteitag Ende Februar in Fürstenwalde um einen Listenplatz für die Landtagswahl im September bewerben. Das hat er am Dienstag auf MAZ-Anfrage bekannt gegeben.

Nachrückerin für Lack wird nach Angaben von Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg Anne Stolpe. Die neue Stadtverordnete ist eine exzellente Kennerin des Politikbetriebs auf Landesebene.

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Anne Stolpe war Bürochefin bei Justizminister Helmut Markov. Ihr Wechsel als Abteilungsleiterin in das damals von Diana Golze (beide Linke) geführte Sozialministerium hatte für Kritik bei der Opposition gesorgt, die von „Günstlingswirtschaft“ sprach.

Dass Matthias Lack die Stadtverordnetenversammlung mit seinem Umzug aus Potsdam nach Werder verlassen würde, war bereits seit längerem bekannt. Der Parteiaustritt vom 4. Januar 2019 in einer Gruppe mit den Potsdamern Christine Kozlowski und Raico Rummel aber kam überraschend.

Begründet hatten sie diesen Schritt mit der Diskussion um das neue Polizeigesetz in der rot-roten Landesregierung. Matthias Lack war seit 2014 Stadtverordneter. Sein Mandat erlischt regulär mit der Ummeldung seines Wohnortes am Freitag.

Ende des vergangenen Jahres hatte Lack sich bei den Linken vergebens um ein Direktmandat für die Landtagswahl beworben. Nominiert wurde für den Wahlkreis 19 Tina Lange, die Frau des Linken-Bundestagsabgeordeten Norbert Müller.

Jürgen Stelter, Geschäftsführer des Grünen-Kreisverbandes Potsdam, bestätigte am Dienstag, dass Lack und Rummel in die Partei eingetreten sind.

Zur morgigen Stadtverordnetenversammlung werde er „physisch nicht mehr anwesend sein“, sagte Lack: „Ich wäre der erste Grüne gewesen, der in der Fraktion der Linken gesessen hätte.“

Anne Stolpe, die laut Scharfenberg nicht mit dem früheren Ministerpräsidenten Manfred Stolpe (SPD) verwandt ist, wird nach Angaben des Fraktionschefs erstmals im März an einer Stadtverordnetenversammlung teilnehmen.

Von Volker Oelschläger