Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Ohne Ausweis und Krankenversicherung: Freiland bietet anonymes Impfen in Potsdam an
Lokales Potsdam

Anonyme Impf-Aktion im Potsdamer Freiland

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:50 15.09.2021
Im Potsdamer Freiland wird geimpft – und zwar anonym.
Im Potsdamer Freiland wird geimpft – und zwar anonym. Quelle: Bernd Gartenschläger
Anzeige
Potsdam

Eine Corona-Impfung ohne Krankenversicherung, festen Wohnsitz oder Angabe des Namens: Das verspricht das Potsdamer Kulturzentrum Freiland unter dem Motto „Anonymes Impfen“ für Mittwoch, 22. September, von 14 bis 19 Uhr.

Ein Angebot für Randgruppen

„Das Angebot richtet sich vor allem an Bevölkerungsgruppen, die keinen Ausweis oder keine Krankenversicherung haben“, berichtet Peter Mellior, der für das Freiland tätig ist. Impfzentren seien für diese Personen ein Ort, an dem sie auffallen. Daher bietet das Angebot entsprechende Sensibilität und Anonymität. Impfangebote würden möglicherweise woanders aufgrund der vorherrschenden Strukturen nicht wahrgenommen, glaubt er.

Das Ziel der anonymen Impf-Aktion: Sie wollen auch diese Bevölkerungsgruppe abholen, ebenso Menschen, die kein Deutsch sprechen. In den sozialen Medien stellt das Freiland sein Impf-Angebot deswegen auch in zehn verschiedenen Sprachen vor – von Deutsch über Russisch zu Französisch.

Ausschließlich ein Impfstoff: Johnson&Johnson

Ein Vertragsarzt des DRK übernimmt die Impfungen, weitere Helfer für die Organisation und zur Überwindung möglicher sprachlicher Barrieren stellt das Team des Freilands. Um mögliche Schwierigkeiten bei der Vereinbarung und Wahrnehmung eines zweiten Impftermins zu vermeiden, wird am kommenden Mittwoch ausschließlich der Impfstoff Johnson&Johnson verwendet – dieser muss nur einmal verabreicht werden.

Lob aus der Politik

Um einen Impfpass zu bekommen, brauche es allerdings trotz aller Anonymität einen Nachweis des Geburtsdatums. Dafür könne man auch abgelaufene Dokumente als Identitätsnachweis vorzeigen, heißt es. Nun hoffe man besonders auf Selbstorganisation der Gruppen. „Wir haben die Informationen Messenger-gerecht aufbereitet. So können sie schnell über Whatsapp und ähnliche Dienste verbreitet werden“, berichtet Mellior.

Ein ähnliches Angebot habe es bereits in Berlin gegeben, „die wurden damals überrannt.“ Nun hoffe man, dass das Angebot in Potsdam ähnlich stark genutzt wird, so könne man einen Beitrag leisten die Impfzahlen ein wenig weiter voranzubringen. Die Beigeordnete für Bildung, Kultur, Jugend und Sport in Potsdam, Noosha Aubel, äußert sich bereits heute auf Twitter positiv über die Aktion.

Von Naomi Gyapong