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Potsdam Anwohner sind gegen öffentlichen Grillplatz am Havelufer
Lokales Potsdam Anwohner sind gegen öffentlichen Grillplatz am Havelufer
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01:15 04.04.2019
Mehrere Wohnblöcke stehen an der Grünfläche zwischen Schillerplatz und Havelufer – noch ist es an dieser Stelle ruhig, doch mit der warmen Jahreszeit kommen die Jugendlichen. Quelle: Varvara Smirnova
Potsdam-West

Die Anwohner der Siedlung am Schillerplatz sind erbost über die Idee eines öffentlichen Grillplatzes am Havelufer. Gleich mehrere MAZ-Leser haben sich nach der Berichterstattung über die Initiative der Grünen in der Redaktion gemeldet und geschildert, was sie in der warmen Jahreszeit vor ihren Fenstern erleben mussten – und für den Frühling und Sommer 2019 erneut befürchten.

Die Besucher der Grünflächen hinterlassen viel Müll

Dabei beschreiben die Mieter der zum Wasser zeigenden Blöcke der Wohnungsbaugenossenschaft Potsdam-West nicht das Grillen von Fremden als ihr Problem, sondern den regelmäßigen Lärm und Dreck. „Abends treffen sich junge Leute, auch mal lauter, was völlig okay ist. Aber warum sieht es am Morgen aus wie eine Müllhalde und es liegen viele Scherben, die einen das fürchten lehren?“, schreibt Barbara Becker, die seit 30 Jahren in der Siedlung lebt.

Neben zertrampelten Blumenbeeten, regelmäßiger Notdurft an den Bäumen herrsche im Sommer auch nach Mitternacht noch ein Geräuschpegel, der„unerträglicher ist, als die  einfahrenden Züge und der nächtliche Bahnhofsbetrieb“, sagt die Frau.

Mit Schildern werden Besucher aufgefordert die Nachtruhe einzuhalten. Auch das Grillen ist ausdrücklich verboten. Quelle: Varvara Smirnova

Laut wird es meist erst, wenn das Ordnungsamt schon Feierabend hat

Auch Kerstin Walter lebt schon lange in einer 48 Wohnungen. „Ich habe im vergangenen Jahr darunter gelitten, dass seit dem Frühling nächtelang Lärm zu erdulden war, musste auch schon mit Würgen Grillreste, die vor unserem Haus abgelegt worden waren, in die Mülltonnen verfrachten“, schreibt Walter in einem Brief.

„Schwierig und unbeherrschbar wird es, wenn Feuer durchs Grillen, Alkohol und die daraus folgende Enthemmung ins Spiel kommen. Und wenn dann die nächtliche Geräuschübertragung ins Extreme steigt, zeitgleich mit dem Arbeitsschluss des Ordnungsamtes – auch das ein entscheidender Faktor“, so Walter.

Wohnungsbaugenossenschaft lehnt Grillplatz ebenfalls ab

Die Wohnungsbaugenossenschaft Potsdam-West bestätigt diese Schilderungen und hat sich gegenüber der Stadtpolitik gegen den Antrag ausgesprochen. „Tagsüber können wir damit leben, aber die Ruhestörung geht oft bis drei Uhr nachts“, sagt Benjamin Beschnidt von der Genossenschaft, der ebenfalls als Mieter betroffen ist. Die Polizei habe meist wichtigere Einsätze als Ruhestörung und komme oft nicht oder erst Stunden nach dem Anruf.

„Wenn es dort einen legalen Grillplatz gibt, wird sich das Problem verschärfen und die Grillerlaubnis auch noch als Ausrede dafür fungieren, dass man hier feiern darf“, fürchtet Beschnidt. Noch ist es nachts zwar kalt, doch der erste Geburtstag von Jugendlichen auf der Bastion am Schillerplatz wurde schon gefeiert.

Von Peter Degener

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