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Potsdam Architektenbund fordert Wettbewerb beim Babelsberger Büroturm
Lokales Potsdam

Architektenbund gegen Verzicht auf Wettbewerb beim Babelsberger Büroturm

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14:38 25.08.2021
Architekt Daniel Libeskind (M.) mit den Investoren Friedhelm Schatz (r.) und Jan Kretzschmar.
Architekt Daniel Libeskind (M.) mit den Investoren Friedhelm Schatz (r.) und Jan Kretzschmar. Quelle: Peter Degener
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Potsdam

Mit einem sarkastisch verfassten Offenen Brief reagiert der Bund Deutscher Architekten (BDA) auf Bestrebungen der Potsdamer SPD und CDU, den 66 Meter hohen Babelsberger Büroturm des US-Stararchitekten Libeskind ohne Architekturwettbewerb bauen zu lassen. BDA-Landeschef Phillipp Jamme schreibt: „Nein, es braucht wohl vielmehr ein Denkmal, anders ist dieser ‚Coup’ nicht zu verstehen, so überraschend provinziell und großspurig vorgetragen. Bauherr und Investor wollen (sich) ein Zeichen setzen. Einen Libeskind wollen sie (sich) bauen – und da die beiden das wissen, brauchen sie natürlich auch keine Einmischung oder etwa einen Wettbewerb. Vielleicht etwas vermessen, oder?“

Schon mal ein greiser Stararchitekt

Jamme erinnert an das Debakel, nachdem Potsdam für sein Freizeitbad mit Oscar Niemeyer schon einmal „einen greisen Stararchitekten aus dem Hut“ gezaubert habe. „Nun also ist Libeskind der einzig in Frage kommende ‚Stararchitekt‘, der so herausragend ist, dass man aus reiner Sorge die vielen deutschen und europäischen Architekten vor der Schmach der ‚ungleichen Konkurrenz’ schützen möchte“, stichelt Jamme. Er kritisiert die Intransparenz, da der Entwurf bis heute nicht öffentlich gemacht wurde. „Warum sollten auch Stadtplanung und Architektur in der Potsdamer Öffentlichkeit diskutiert werden?“, fragt der BDA-Landeschef.

München macht es besser

Er empfehle einen Blick nach München, wo aktuell „in beeindruckender Weise das Hochhausprojekt eines Investors, geplant von Herzog & de Meuron (auch sie leider nicht gut genug für Potsdam. . .), öffentlich und sehr lebendig diskutiert und entwickelt wird“. Jamme schließt: „Möge der Bauausschuss in seiner Kompetenz dafür sorgen, dass das Projekt des Medienzentrums auf dem richtigen Fuß startet, auf angemessene Weise und mit Blick auf die Stadt und den Filmstandort Babelsberg untersucht und abgewogen wird und so mehr wird als ein vordergründiger Coup.“

Von MAZonline