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Potsdam Atemberaubende Potsdam-Bilder dank Quadrocopter
Lokales Potsdam Atemberaubende Potsdam-Bilder dank Quadrocopter
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13:34 27.08.2018
Mit seiner Kameradrohne gelingen dem Teltower Sven Neubert atemberaubende Stadtansichten. Hier Potsdam: Belvedere, Glienicker Brücke, Park Babelsberg.
Mit seiner Kameradrohne gelingen dem Teltower Sven Neubert atemberaubende Stadtansichten. Hier Potsdam: Belvedere, Glienicker Brücke, Park Babelsberg. Quelle: Sven Neubert
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Potsdam/Teltow

 Sven Neubert hat eine besondere Sicht auf die Welt. In Potsdam ist es nicht einfach, einen Überblick zu gewinnen, die Stadt verfügt über nur wenige Aussichtspunkte. Doch während die Touristen den Turm der Nikolaikirche erklimmen oder sich an der durch eine Ampel geregelten Wendeltreppe im Belvedere auf dem Pfingstberg stauen, hebt Sven Neubert einfach ab. Mit seiner Kameradrohne gelingt ihm ein besonderer Blick von ganz weit oben.

Dabei ist Sven Neubert ein bodenständiger Typ. 42 Jahre alt ist der Teltower, hauptberuflich arbeitet er als Lagerist in der Gastronomiebranche. Er habe immer schon gern gezeichnet, sagt Neubert. „Dieses Interesse an guten Bildern, das hatte ich schon als Kind.“

Erste PC-Erfahrung nach dem Mauerfall

Als Ende der 1980er-Jahre die Mauer fällt, kommt er dann mit Computern in Berührung. „Ein Traum“, sagt Sven Neubert noch heute. In einem Magazin sieht er eine Grafik, die den jungen Mann nachhaltig beeindruckt. „Da war ein Modell von einer Stadt mit fliegenden Flugzeugen, das hat mich unheimlich fasziniert“, sagt er. „Das war der Auslöser für diese ganzen grafischen Geschichten.“

Was Sven Neubert da die grafischen Geschichten nennt, ist heute ein veritabler Nebenerwerb für ihn: Der Teltower fertigt in einem Programm realistische dreidimensionale Modelle von Sportwagen für die Automobilindustrie. Hauptberuflich konnte er sein Hobby jedoch nicht ausüben. „Meine Noten waren dafür einfach nicht gut genug“, sagt Neubert.

Doch in der Freizeit entwickelt er weiter Modelle, wird immer besser und baut sich sogar eine kleine Fangemeinde im Internet auf. „Die Szene kennt einen, das ist ja ganz normal“, sagt Neubert. Er ist viel online, informiert sich über die neuesten Entwicklungen. Schließlich stolpert er online über ein Drohnenvideo. „Und ich wusste sofort, das will ich auch machen.“

Luftperspektive der Drohne begeistert

Vor allem die völlig neue Perspektive ist es, die Sven Neubert an den Kamera-Quadrocoptern begeistert. „Man kann halt ein Stativ aufstellen oder eine Kamera an einem Seil hochlassen“, sagt er, „aber das ist niemals das selbe.“ Neubert recherchiert, er macht einen Plan. „Man muss wissen, was man eigentlich genau damit filmen will und dann sehen, welches Gerät das richtige ist.“ Er will Landschaften filmen, lange Kameraflüge über beeindruckenden Bauten unternehmen und hervorragende Bilder machen. Und entscheidet sich für ein kompaktes Modell, 750 Gramm leicht, kleiner als ein Milchkarton und ausgerüstet mit einer olivengroßen Kamera, die Videos in Kinoqualität liefert.

Gesteuert wird die Drohne mit Hilfe des Smartphones oder Tablets und einer Fernbedienung. Diese sieht aus wie ein Videospiel-Controller und wird mit dem Smartphone verbunden. Auf dem kleinen Display der Fernbedienung kann Sven Neubert die technischen Daten kontrollieren. Flughöhe, Geschwindigkeit, Akkustand. Wenn er sich einer Flugverbotszone nähert (siehe Kasten), warnt ihn das Gerät. Auf dem Handy wiederum sieht der Teltower, was seine Kamera gerade aufzeichnet.

Flug über Potsdam

Die Drohne steht in der Luft absolut still, die Videos, die Sven Neubert am Ende bei Facebook oder Youtube hochlädt, zeigen Aufnahmen, die so perfekt sind, dass sie beinahe unecht wirken. Neubert fliegt über Wasser, lässt die Drohne an der Glienecker Brücke dem Lauf der Stahlstreben folgen und das Schlossensemble im Park Babelsberg erkunden. Ein simples Rapsfeld wird bei ihm zum atemberaubenden Dschungel, wenn die Kamera nur eine Handbreit über den Blüten hinwegrast. Auf den Videos scheint immer die Sonne, was die Wirkung noch verstärkt. Kein Wunder, denn bei Regen oder Nebel würde die Drohne Schaden nehmen. „Dieser Sommer ist paradiesisch für mich“, sagt Neubert. „Immer klare Sicht und keine Wolken, besser geht es nicht.“

Drohnen: Was ist erlaubt, was nicht?

Der Einsatz von Drohnen nicht ist nicht überall erlaubt: Über Menschenansammlungen, Einsatzorten von Polizei und Feuerwehr, Behörden, Industrieanlagen und Naturschutzgebieten gilt ein generelles Flugverbot.

Das Überfliegen von privaten Grundstücken ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung erlaubt. Bei Foto- und Videoaufnahmen müssen außerdem immer das Recht am eigenen Bild und das Urheberrecht beachtet werden.

Nur am Tag ist das Fliegen erlaubt. Dabei muss die Drohne immer in Sichtweite des Piloten sein.

In Potsdam gab es in diesem Jahr drei angemeldete Flüge über öffentlichen Straßen und vier Drohnenflüge für Filmaufnahmen.

Wie viele der Flieger es in der Stadt gibt, kann die Stadt nicht sagen –erst ab einem Gewicht von 2 Kilogramm muss ein Drohnenführerschein gemacht werden.

Von Saskia Kirf