Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Mit dem Handy auf Zeitreise in die Konrad-Wolf-Allee
Lokales Potsdam

Augmented-Reality in Potsdam: Zeitreise in die Konrad-Wolf-Allee in Drewitz

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:26 02.09.2021
Die Konrad-Wolf-Allee in Drewitz im August 2021 und im Januar 1992.
Die Konrad-Wolf-Allee in Drewitz im August 2021 und im Januar 1992. Quelle: Peter Degener/Christel Köster
Anzeige
Drewitz

Für die Smartphone-Nutzer unter Ihnen haben wir uns eine besondere Spielerei ausgedacht. In diesem Artikel finden Sie einen violetten „Zeitreise“-Knopf. Klicken Sie ihn an (am besten, wenn Sie im WLAN sind) und bewegen Sie Ihr Handy kreisend über den Boden, bis die Kamera Ihren Standort erkennt. Dann erscheint eine Kugel im Raum vor Ihnen. Treten Sie in die Kugel, indem Sie diese antippen und sich mit dem Handy in der Hand „hinein“-bewegen – dann finden Sie sich wieder in der Konrad-Wolf-Allee (Zeitreisen an weitere Orte in der Stadt finden Sie weiter unten im Artikel).

Augmented Reality: So geht die Zeitreise mit dem Handy

Sehen Sie sich in der 360-Grad-Ansicht um, indem Sie sich mit dem Handy um die eigene Achse drehen (oder alternativ am Desktop mit der Maus nach links oder rechts navigieren). Wenn Sie erneut tippen – der Ton muss eingeschaltet sein – hören Sie etwas zur Geschichte des Ortes.

Von der Platte zur Gartenstadt: Potsdam-Drewitz

Dieses Mal geht es nach Drewitz: Von der Platte zur Gartenstadt – das war ein weiter Weg für den Potsdamer Stadtteil. Der Unterschied ist vor allem in der zentralen Konrad-Wolf-Allee gewaltig. In der Konzeption des am Ende der DDR errichteten Plattenbauviertels war die Konrad-Wolf-Allee eine verkehrsreiche Achse für zahlreiche Autos. Der Platz zwischen den langgestreckten Wohnblöcken diente breiten Fahrbahnen, zahlreichen Parkplätzen und einer Gleistrasse für die Straßenbahn.

Als 2009 die Idee der Gartenstadt Drewitz geboren wurde, schien kaum vorstellbar, dass sich das recht triste Erscheinungsbild so umgestalten ließ, dass Autos zwar nicht verdrängt, aber doch allem anderen untergeordnet werden würden. Der mehr als 50 Meter breite Straßenraum wurde dafür vollkommen neu aufgeteilt.

Blick auf die Wohnblöcke in der Gartenstadt Drewitz. Quelle: Bernd Gartenschläger

Anstelle von Asphalt entstand ein begrüntes Band, eine langgestreckte Grünanlage. Neben der Straßenbahn-Trasse kann man nun an verschiedenen Stellen spielen, Sport treiben oder einfach zwischen Blumen und Büschen und an einem Wasserbecken sitzen. Sogar ein Café gibt es nun dort, wo einst die Autos standen oder fuhren - mitten auf der einstigen Straße.

Deren Fahrbahnen schrumpften auf schmale Streifen, die Zahl der Stellplätze wurde drastisch reduziert. Autos können dort heute nur noch langsam fahren. Anstelle der Kreuzungen an den Enden der Konrad-Wolf-Allee entstanden Kreisverkehre, sodass der Verkehr dennoch kaum zum Stillstand kommt. Die Umwandlung von Drewitz zur Gartenstadt ist nach einem Jahrzehnt noch nicht abgeschlossen – doch schon heute profitieren dadurch alle der über 5000 Einwohner von Drewitz.

Die meisten Plattenbauten entlang der Allee wurden im vergangenen Jahrzehnt energetisch saniert - und dabei auch vielfältiger. Anstelle grauer Einheitsplatte gibt es nun äußerlich ganz verschiedene Häuser mit bunten Balkonen und teils barrierearmen Wohnungen. Am größten Block – der sogenannten Rolle – wird an der Fassade im obersten Geschoss auch weithin sichtbar an den Namensgeber der Straße erinnert. Die Titel berühmter Filme des Defa-Regisseurs Konrad Wolf wie „Ich war neunzehn“ oder „Solo Sunny“ sind dort zu lesen.

Probleme mit der Darstellung der Zeitreise?

Hier finden Sie ein Erklärvideo:

Und hier finden Sie eine Step-by-Step-Anleitung in Bildern.

Lust auf eine weitere Zeitreise?

Alle Kapitel unserer großen Potsdam-Serie lesen Sie unter: potsdam.maz-online.de.

Das Datenjournalismus-Projekt „Potsdam ganz nah“ ist gefördert durch das Kartographen Mercator Stipendien-Programm für JournalistInnen – eine Initiative des gemeinnützigen Vereins Fleiß und Mut e.V.

Von Peter Degener