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Potsdam Krankmeldungen, Kündigungen, offene Stellen: So groß sind die Probleme in der Potsdamer Ausländerbehörde
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08:51 06.02.2020
Wegweiser zur Potsdamer Ausländerbehörde. Quelle: Varvara Smirnova
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Potsdam

Die Ausländerbehörde hat mit erheblichen personellen und strukturellen Problemen zu kämpfen. Das hatte die interne Bestandsaufnahme einer Arbeitsgruppe „Ausländerbehörde“ in dem von Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) geführten Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ ergeben (MAZ berichtete).

Auf Anfrage der CDU hat das Rathaus nun erstmals öffentlich weitere Details geliefert.

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Viereinhalb Stellen unbesetzt

Zum 21. Januar seien inklusive des Arbeitsgruppenleitenden 22 Mitarbeiter in der Behörde beschäftigt gewesen. Laut Stellenplan standen der Behörde 26,5 Vollzeit-Stellen zur Verfügung, demnach waren viereinhalb Stellen unbesetzt.

Der Anteil der unbesetzten Stellen von rechnerisch 17 Prozent könnte aber höher sein, weil in der Antwort nicht ausgeführt wird, ob und wie viele der genannten 22 Mitarbeiter lediglich in Teilzeit tätig sind.

Zur Frage nach der Fluktuation teilt die Verwaltung mit, dass in den Jahren 2015 bis 2019 insgesamt 47 Neueinstellungen 23 Weggängen gegenüber stünden. Auch hier wird nicht präzisiert, wie viele der Mitarbeiter in Voll- oder Teilzeit tätig waren.

Fünf Mitarbeiter innerhalb in einem Monat gekündigt

Seit Jahresbeginn haben bereits fünf Mitarbeiter den Dienst quittiert, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Antwort der Verwaltung. Die Anzahl der Neueinstellungen steht für 2020 bei null. Allerdings würden zurzeit drei Kollegen eingearbeitet, zwei Mitarbeiter würden „erwartet“.

Ursachen für die Fluktuation in der Ausländerbehörde würden nicht statistisch erhoben. Gründe seien unter anderem die allgemein hohe Nachfrage nach Verwaltungsmitarbeitern, eine bessere Vergütung in anderen Dienststellen und die hohe Belastung.

Aktuell prüfe das Rathaus eine Arbeitsmarktzulage, um Anreize in Bewerbungsverfahren und für eine Arbeitsplatzbindung zu schaffen.

Viele Krankmeldungen in Ausländerbehörde

Beträchtlich ist der Krankenstand. Im vergangenen Jahr gab es in der Behörde insgesamt 853 Krankentage. Auf 22 Mitarbeiter gerechnet, wären das 38,8 Tage pro Person.

Die Ausländerbehörde läge damit sehr deutlich über dem kürzlich für 2019 bekannt gegebenen Durchschnittswert von 31,8 Krankentagen pro Mitarbeiter in der Stadtverwaltung.

Es gab sogar schon eine Notstandsmeldung

Eine offizielle Notstandsmeldung gab es laut Rathaus am 12. August 2019, als der Arbeitsgruppenleiter der Ausländerbehörde eine Überlastungsanzeige stellte. Die Behörde sei „trotz alledem in der Lage, ihre Aufgaben voll umfänglich zu erfüllen“.

Die Vorgangsbearbeitung dauere allerdings „länger“. Das deckt sich mit dem Bericht der Arbeitsgruppe „Ausländerbehörde“, in dem kritisiert wird, dass Bearbeitungsfristen nicht eingehalten würden.

Ausländerbehörde widerspricht Berichten über verschwundene Anträge

Zum Verweis der Arbeitsgruppe auf „Berichte über das ,Verschwinden von eingereichten Unterlagen, wie z.B. Anträgen, Dokumenten, Pässen’“ versichert das Rathaus: „In der Ausländerbehörde kam es nicht zu Abweichungen vom vorgegebenen Verwaltungshandeln im Allgemeinen“.

Es seien „auch keine Anzeigen zu dauerhaft verschwundenen Dokumenten, Anträgen oder Pässen bekannt“. Gelegentliche „Fehlablagen“ könnten allerdings „nicht ausgeschlossen werden“.

Trotz dieser Probleme sei die Ausländerbehörde in der Lage, die von der Stadt als „Sicherer Hafen“ angebotene Aufnahme zusätzlicher Flüchtlinge zu gewährleisten.

Auf die CDU-Anfrage verweist das Rathaus auf aktuell 17.200 in Potsdam lebende Ausländer mit einem Anteil von 9,6 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Wie berichtet, sind vor wenigen Tagen die ersten 25 zusätzlichen Flüchtlinge nach Potsdam gekommen.

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