Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Autonome Testfahrt: Schwitzen in der klügsten Tram der Welt
Lokales Potsdam Autonome Testfahrt: Schwitzen in der klügsten Tram der Welt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:48 29.07.2019
Die autonome Straßenbahn bricht zur Testfahrt auf. Quelle: Foto: Jan Russezki
Potsdam

Menschen erkennen, Notbremsen, Anklingeln bis das Hindernis von den Schienen ist – alles voll automatisch auf einen einzigen Knopfdruck. So eine kluge Straßenbahn – an der Klimaanlage kann aber noch gearbeitet werden. Davon hat sich am Montagnachmittag Thomas Kralinski, Digitalkoordinator des Landes Brandenburg auf einer Testfahrt durch Potsdam überzeugen können.

Im Cockpit der weltweit ersten autonom fahrenden Straßenbahn kommt der Digitalkoordinator auf seiner Sommerreise zu beispielhaften Projekten im Land ins Schwitzen. Das liegt nicht am freihändigen Fahren, sondern an der bei 32 Grad versagenden Klimaanlage. Technisch läuft vom ViP-Betriebshof bis zur Wendeschleife Gaußstraße aber alles nach Plan.

Gefahrensituationen bei Testfahrten

Siemens testet seit 2018 gemeinsam mit dem Verkehrsbetrieb Potsdam eine autonom fahrende Straßenbahn. So fährt die Tram etwa alle zwei Wochen auf „Betriebsfahrt“ einen Tramführer in Rente spazieren. Trotz der drei Kameras, die die gesamte Umgebung in einem 270 Grad Winkel vermessen, braucht es in der Testphase zur Sicherheit ein erfahrenes Paar Menschenaugen.

Laut Fahrer Norbert Gräsing ist das auch nötig: „Ich reagiere als Mensch ganz anders auf Situationen und stoppe lieber, wenn es brenzlig wird, als dass die Tram kaputtgeht.“ Unfälle hätte es bisher aber nicht gegeben. Auch bei einer Simulation, bei der ein Kinderwagen auf die Schienen rollt, reagiert die Tram rechtzeitig.

Positives Fazit

Daniel Hoepffner, Siemens-Projektleiter für autonomes Fahren, ist mit dem aktuellen Forschungsstand zufrieden: „Am Tage sind wir durchaus in der Lage, alle normalerweise auftretenden Verkehrssituationen zu meistern“, sagt er. „Was wir noch nicht haben, ist das Fahren bei Nacht. Das ist eine Voraussetzung, die wir noch schaffen müssen. Wir müssen auch das Thema Bewegungsdetektion weiterentwickeln“ ergänzt er. Wenn die Gesetzgebung passt, sei die autonome Straßenbahn in acht bis zehn Jahren öffentlich nutzbar. Bevor es auf die Straße geht, soll die Tram jedoch erst einmal den Alltag auf dem ViP-Betriebshof automatisieren.

Mehr zur autonomen Straßenbahn:

Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) ist schon jetzt vom Fahrgefühl überzeugt: „Es ist entspannter, als man denkt, vor allem, wenn man weiß, dass der da vorne nicht mehr lenkt.“ Auch Thomas Kralinski zieht ein positives Fazit: „Es fühlt sich sicher an, als würde ein Mensch fahren“, sagt er. „Hier wird an der Zukunft geforscht. Das hat auch über die Grenzen von Potsdam und Brandenburg Auswirkungen“, erklärt er. Ob es ähnliche Modellprojekte in anderen Städten geben wird, liege aber an Siemens.

Von Jan Russezki

Carmen Klockow (Bürgerbündnis) schlägt Alarm: Statt der ursprünglich geplanten 3800 sollen 10.000 Menschen im Quartier wohnen – doch es fehlt ein angepasstes Verkehrskonzept

30.07.2019

Verletzt sich ein Nutzer mit den Leih-Rollern vermeide die Firma die eigene Haftung „sehr umfangreich“, sagt die Verbraucherzentrale. Ein Streitfall eines Potsdamers Kunden würde zudem wohl vor einem Schweizer Gericht landen.

30.07.2019
Potsdam Petition für Uferweg in Potsdam Hälfte der Unterschriften schon da

Bis zum Frühjahr gab es noch den Uferweg zwischen Langer Brücke und Speicherstadt; dann wurde er zugunsten des 3. Bauabschnitts der Speicherstadt gekappt, zum Ärger der Bürger.

29.07.2019