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Potsdam Awo eröffnet Büro gegen Kinderarmut
Lokales Potsdam Awo eröffnet Büro gegen Kinderarmut
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18:12 30.08.2018
Angela Schweers vom Awo Bezirksverband Potsdam zeigt, wie viel es im Kampf gegen Kinderarmut zu tun gibt. Quelle: Foto: Jonas Nayda
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Kinderarmut soll in Potsdam besser bekämpft werden. Dafür hat der Awo Bezirksverband am Donnerstag sein neues „Büro Kinderarmut“ eröffnet.

Awo Bezirksverbands-Vorsitzende Angela Schweers hat sich viel vorgenommen: „Wir wollen nicht die nächste steife Organisation sein, die sich irgendwo hinsetzt und die Leute zu sich herkommen lässt“, sagt sie. Deshalb ist das neue „Büro Kinderarmut“ mobil aufgestellt.

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Kostenloses Frühstück in der Schule

Die Arbeit findet direkt in den Potsdamer Schulen statt. Dort wird dann beispielsweise kostenloses Frühstück für die Kinder serviert, oder Schwimmkurse organisiert. „Was wir tun, muss immer bedarfsgerecht sein“, sagt Angela Schweers. Das bedeutet, dass die Kinder selbst anregen, wo sie den größten Handlungsbedarf sehen.

Achtklässler der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule haben das während der Awo-Aktionswoche „Gegen Bildungsarmut und kulturelle Armut“ im Juni bereits getan. Ihre Forderungen lauteten unter anderem: Günstigeres Schulessen, digitale Schulbücher für alle und mehr finanzielle Hilfe für Hobbies.

Thema braucht Öffentlichkeit

Das „Büro Kinderarmut“ sei eine Konsequenz aus den Awo-Aktionswochen, die es bereits seit vier Jahren gibt. „Vor vier Jahren war das Thema Kinderarmut noch nicht so präsent in der Öffentlichkeit. Wenn man wirklich etwas dagegen tun will, dann muss es langfristig angelegt sein. Projekte, die nach ein paar Monaten wieder zu Ende sind, nützen fast gar nichts“, sagt Franziska Löffler, eine von drei Büro-Mitarbeiterinnen.

Löffler ist daher besonders froh, dass die soziale Förderorganisation „Aktion Mensch“ das Büro für die kommenden drei Jahre komplett finanziert.

Politiker erkennen das Problem

Trotzdem ist das „Büro Kinderarmut“ auf Spenden angewiesen, um weiter wachsen zu können. Bei der Büroeröffnung am Donnerstag waren deshalb auch Vertreter aus der Wirtschaft und der Politik eingeladen.

Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender der Linken im Bundestag, war für den Termin nach Potsdam gereist. „Jedes Kind in Armut ist ein Skandal. Aber dieses neue Büro ist ein Mosaikstein, um etwas zu verändern“, sagte er.

Pete Heuer (SPD), Vorsitzender im Potsdamer Finanzausschuss fand deutliche Worte: „Ziel muss es sein, das Büro in zehn Jahren wieder schließen zu können. Weil es bis dann keine Kinderarmut mehr geben soll.“

Armut wird vererbt

Doch dahin ist es noch ein weiter Weg. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung belegt, dass Armut oft über mehrere Generationen vererbt wird. Ein Ausstieg aus dieser Spirale sei laut Awo Bezirks-Vorsitzender Schweers nur möglich, wenn alle Kinder die gleichen Startbedingungen bekämen. „Die Zukunft von Kindern darf nicht von ihrem Elternhaus abhängen. Unser Ziel ist deshalb echte Chancengleichheit“, sagt sie. Das sei die Aufgabe des Büros Kinderarmut.

Von Jonas Nayda

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