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Potsdam BFC Dynamo in Babelsberg: Polizei ist alarmiert
Lokales Potsdam BFC Dynamo in Babelsberg: Polizei ist alarmiert
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00:26 30.03.2015
Im Vorverkauf der Partie gingen bereits 1000 Tickets an die Fans des BFC Dynamo. Quelle: imago sportfotodienst
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Potsdam-Babelsberg

Rund um das Karl-Liebknecht-Stadion wird am Samstag Ausnahmezustand herrschen. Der SV Babelsberg 03 empfängt um 13.30 Uhr den BFC Dynamo zum Derby in der Fußball-Regionalliga – eine Begegnung voller Spannungen. Die Polizei setzt mehr als 400 Beamte ein, denn sie erwartet allein 50 als Hooligans bekannte BFC-Fans sowie 350 weitere gewaltbereite Mitläufer. Einige Bürger parken traditionell ihre Autos um, wenn solche Spiele bevorstehen.

Während der An- und Abreise der 3500 bis 4000 erwarteten Fußballfans kann es zu Unterbrechungen im Busverkehr kommen. Betroffen seien insbesondere die Linien 616 und 694, die im unmittelbaren Stadionumfeld verkehren und zeitweise umgeleitet werden müssen, teilte eine Sprecherin der Stadtwerke mit. Zusätzliche Fahrzeuge des ViP für die An- und Abreise der Fans seien nicht im Einsatz. Im Vorverkauf gingen bereits 1000 Tickets an die Gästefans. Nach einer Lageanalyse schätzt die Polizei die Begegnung als „Gefährdungsspiel“ ein, wie Christoph Koppe, Pressesprecher der zuständigen Polizeidirektion West, bestätigte. „Wir arbeiten dabei eng mit der Bundespolizei und den Berliner Kollegen zusammen“, sagte er weiter.

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Die Polizei will die Fans strikt trennen und Anti-Konflikt-Teams sowie „ausreichend Beamte“ einsetzen, um Ausschreitungen zu verhindern. Der SVB will seinerseits mit einem speziellen Sicherheitskonzept, das sich schon beim Heimspiel gegen den FC Magdeburg bewährt hat, für einen ruhigen Ablauf sorgen. Gästefans dürfen demnach keine Taschen mit ins „Karli“ nehmen. Diese können sie in einer neu installierten Gepäckabgabe deponieren.

Gewaltsame Ausschreitungen nicht ausgeschlossen

Den heimischen Fans ihre Taschen abzunehmen und so für noch mehr Sicherheit im Stadion zu sorgen, sei allerdings nicht möglich. Dazu fehle der Platz, teilte Marcel Moldenhauer, Sprecher des SVB, am Freitag auf Nachfrage mit. Außerdem könne nicht jeder unter Generalverdacht gestellt werden. Insgesamt bereite sich der SV Babelsberg auf dieses Spiel aber vor wie auf jedes andere auch.

Die Bedenken gegenüber den Fans des BFC Dynamo kommen nicht von Ungefähr: Beim Stadtderby zwischen Union Berlin II und Dynamo Berlin am Sonntag, 15. März, war es zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. 112 Polizisten wurden verletzt, 175 Randalierer festgenommen. Die Berliner Polizei schrieb 64 Strafanzeigen. Die randalierenden Fans warfen Flaschen auf die Beamten, versprühten Feuerlöschschaum, rissen Sitzschalten aus der Verankerung und griffen die Uniformierten direkt an. Das Spiel musste wegen der aggressiven Stimmung für eine Viertelstunde unterbrochen werden. Szenarien, die sich in Babelsberg am Samstag niemand wünscht.

Autofahrer müssen sich auf Straßensperrungen einstellen – die Allee nach Glienicke wird bis zur Kreuzung Karl-Liebknecht-Straße gesperrt, teilte Marcel Moldenhauer mit.

Von Christoph Brandhorst und Josephine Mühln

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