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Potsdam Bildermarkt und Rad-Entdeckungen
Lokales Potsdam Bildermarkt und Rad-Entdeckungen
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17:40 11.06.2019
Das Backen am historischen Backofen zählt zu den Highlights der Böhmischen Tage. Quelle: Christel Köster
Babelsberg

In diesem Jahr dreht sich bei den Böhmischen Tagen, die vom 14. bis 16. Juni rund um den Weberplatz, den Neuendorfer Anger und die Karl-Liebknecht-Straße stattfinden, alles ums Bild. Sowohl wörtlich als im übertragenen Sinne. Was die ganz realen Bilder angeht, so wird es eine Premiere geben: „Zum ersten Mal veranstalten wir am Samstag den Babelsberger Bildermarkt“, kündigte Jan Kickinger von der Aktionsgemeinschaft Babelsberg am Dienstag die deutliche Erweiterung des Programms an. 73 Aussteller an 87 Ständen sind dann vor allem entlang der Lutherstraße zu finden. Die Palette reicht – neben dem klassischen Bild – von Skulpturen über Grafiken bis hin zu Fotografien. Die Künstler kommen vorwiegend aus dem Umland, erklärte Kickinger, der auch die Antikmeile in der Innenstadt organisiert.

Das ehemalige Rathaus in Babelsberg an der Karl-Liebknecht-Straße. Quelle: Bernd Gartenschläger

Doch schon am Freitag kommen Kunstfreunde auf ihre Kosten. Im AWO Kulturhaus Babelsberg – beheimatet im ehemaligen Rathaus – präsentiert der gebürtige Syrer Imat Alfil seine Werke: Farbenfrohe, fröhliche Naturansichten paaren sich mit düsteren Gemälden, die anschaulich von der Gräueln der Flucht übers Mittelmeer erzählen. „Es geht auch um internationale Begegnungen“, erläuterte Burkhard Baese von der AG Babelsberg das Konzept.

Ein Bild kann man sich – im übertragenen Sinne – an diesem Wochenende auch von historischer Flucht und Vertreibung machen. Viele Veranstaltungen drehen sich um das Schicksal jener Böhmen, die sich als Glaubensflüchtlinge in Nowawes niederließen. Ganz nah dran ist man zum Beispiel beim Vortrag des Historikers Ulrich Schmelz, der am Samstag ab 11 Uhr in der Nowaweser Weberstube zum Thema „Vor 260 Jahren: Was uns eine Einwohnertabelle von 1759 über Nowawes erzählt“. Eine Zeitreise zurück zum Alltag der Handwerker kann man in dem kleinen Museum auch machen: „Weben und Spinnen zum Mitmachen und Zuschauen“, heißt das Angebot.

Auch in der Friedrichskirche am Weberplatz finden viele Veranstaltungen statt.

Hoch her geht es am Samstag rund um den Weberplatz. Auf den Bildermarkt folgt ab 14 Uhr ein „Böhmischer Biergarten“ mit Leckereien, Figurentheater und Musik. Am Abend konzertiert ab 19.30 Uhr das Neue Kammerorchester Potsdam unter Leitung von Ud Joffe in der Friedrichskirche. Und aber 21 Uhr steigt dann die Babelsberger Tanznacht mit dem Club Latino am Weberplatz.

Das Museum Weberstube findet man in der Babelsberger Karl-Liebknecht-Straße 23. Quelle: Christel Köster

Am Sonntag um 12 und 14 Uhr spricht Kirchen-Experten Andreas Kitschke in der Neuendorfer Angerkirche, während man gleich um die Ecke von 14 bis 17 Uhr im „AngerApartment“ einen Backtag am historischen Backofen genießen kann.

Das Besondere der Böhmischen Tage: Anders als beim mittlerweile eingestellten Weberfest, mit dessen Organisation eine Agentur beauftragt war, werden sie vor allem von lokalen Akteuren gestemmt. Die Kosten beziffert Burkhard Baese am Dienstag mit „zwischen 5000 und 7000 Euro“ – „ein großer Teil stammt dabei von der Landeshauptstadt“.

Komplettiert wird das breitgefächerte Programm durch zwei geführte Radtouren. Am Sonntag geht es ab 10 Uhr vom Neuendorfer Anger aus durchs historische Babelsberg. Bereits am Samstag geht eine Tour zu den Bauwerken von Julius Otto Kerwien (1860 bis 1907). Eine spannende „Entdeckungsreise“, die von André Looft geleitet wird. Kerwien – Erbauer des Babelsberger Rathauses – ist eine spannende Wiederentdeckung. Zu seinen Werken zählte unter anderem die in der Pogromnacht ausgebrannte Synagoge am heutigen Platz der Einheit.

Von Ildiko Röd

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