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Potsdam Babelsberger Filmstudenten drehen Kinospot
Lokales Potsdam Babelsberger Filmstudenten drehen Kinospot
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14:45 25.03.2019
Klappe zu: Der Kameramann Franz Zimmermann (v.l.n.r), Drehbuchautorin Beke Rienitz, Reggiseur Maximilian Conway und Produktionsleiter Niklas Burghardt. Quelle: Foto: Varvara Smirnova
Potsdam

Das Lachen bleibt dem Zuschauer im Hals stecken. Was gerade noch witzig war, wird im nächsten Moment bitterer Ernst. Genauso haben es die Macher des neuen Kinospots für Verkehrssicherheit gewollt.

Babelsberger Studierende der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf haben den Spot im Rahmen der Verkehrssicherungs-Kampagne des Landes Brandenburg „Lieber sicher. Lieber leben“ gedreht. Gestern wurde er das erste Mal im Thalia-Kino Potsdam öffentlich präsentiert. Die Studenten hatten das Thema am überzeugendsten aufbereitet und wurden daher von der Jury ausgewählt, erklärte das Ministerium.

Realer Testlauf für Studenten

Mit einem etwa 20 Mann starken Team drehte das Studenten-Team im vergangenen Herbst an zwei Tagen einen anderthalb Kilometer langen Abschnitt der Hammer Chaussee in der Brandenburger Schorfheide. Ausgewählt wurde die Straße aufgrund ihres authentischen Charmes. „Es ist eine super Gelegenheit, dass wir so einen logistischen Aufwand betreiben konnten“, sagt Regisseur Maximilian Conway. Der 30-jährige studiert Regie an der Babelsberger Filmuniversität.

Der Plot: Lea fährt mit ihrem Vater Stefan in einem Lastenrad auf der mystisch im Nebel liegenden Allee entlang. Die 9-Jährige erzählt ihrem Vater, was sie in der Schule über Biber gelernt hat. Im vorderen Teil des Lastenrads sitzend, liest sie aus ihrem Buch vor – und fragt bei jedem verletztem Baum: „War das ein Biber?“„Nein“, antwortet Vater Stefan.

Es folgt eine Rückblende. Zu sehen ist ein Mann, der während der Fahrt am Steuer eindöst und verunglückt. Die Szenen sind natürlich alle fiktiv. Nächster Baum, nächste Frage. „War das ein Biber?“, fragt Lea wieder. Dieses Mal sieht man ein paar Frauen mit einer Sektflasche in einem Cabrio grölend, lachend – und trinkend. Die Scherpe, die eben noch um den Hals der Frau hing, prangt nun wie zur Mahnung am Baum. Am letzten Baum bleiben Lea und ihr Vater stehen. „Ja, das war jetzt wirklich ein Biber“, sagt Vater Stefan zu Lea. „Cool!“, sagt Lea. „Nein, uncool“, Stefan. Von einem auf den anderen Augenblick ändert sich die Musik und die Stimmung – die Pointe sitzt. Zu sehen ist ein Kreuz an einem Baum, darauf steht „David Biber“.

Alleen als Unfallschwerpunkt

Gerade 18 Jahre alt ist er geworden. Die Zuschauer sehen jenen verhängnisvollen Abend: David, wie er im Auto seines Vaters auf einer Allee entlang fährt und sich mit dem Smartphone für seine Online-Gemeinschaft in den sozialen Netzwerken filmt. „Heute zeige ich euch, was das Ding unter der Haube hat“, sagt der Teenager und grinst in die Kamera. Dann drückt er aufs Gaspedal.

Die Idee zu dem Spot sei durch das Thema der Ausschreibung „Alleeunfälle“ inspiriert gewesen, erklärt Drehbuchautorin Beke Rienitz (22). „Ich habe gedacht, da kann man doch sicher etwas mit Bibern machen und damit es nicht so kompliziert wird, mit lebendigen Bibern zu drehen, kam schnell die Idee von Lea und ihrem Vater.“

„Lieber sicher. Lieber leben“

Viele Menschen würden laut Umfragen denken, dass Wildunfälle die Hauptursache für Verkehrsunfälle sind, erklärte Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider. Tatsächlich seien aber Alleen – von denen es in Brandenburg rund 8.000 Kilometer gibt – die häufigste Ursache sei. „Die Anzahl der Unfälle steigt. Wir schaffen es nicht, sie zu drücken“, so Schneider. Alleine im vergangenen Jahr gab es 143 Verkehrstote in Brandenburg. Das Ziel sei es, die Zahl bis 2024 um 40 Prozent zu reduzieren. „Die Allee verzeiht keine Fehler“, betont Schneider. Daher sei die Botschaft, mit Vorsicht zu fahren. „Jeder Tote auf der Straße ist einer zu viel“, sagte José Ramón Alegre, Vorstandsvorsitzender der Autoversicherung Verti, die zu der spanischen Gruppe Mapfre gehört und den Spot gesponsort hat.

Bereits seit 20 Jahren setzt sich das Brandenburger Verkehrsministerium mit der Kampagne „Lieber sicher. Lieber leben“ für mehr Sicherheit auf den Straßen Brandenburgs ein. „Wir haben viele Schwerpunkte für Unfälle zusammengenommen: Sekundenschlaf, Ablenkung durch digitale Geräte und Alkohol am Steuer“, erklärt Regisseur Maximilian Conway.

Der Filmbeitrag wird in Kürze in 30 ausgewählten Brandenburger Kinos, darunter auch im Potsdamer UCI und Thalia, vor dem Hauptfilm gezeigt. Ab Dienstag ist er online auf dem Internetauftritt der Verkehrssicherheitskampagne und auf deren Facebook-Auftritt zu finden.

Von Anne Knappe

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