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Potsdam Babelsberger Friedhof bekommt Erinnerungsgarten
Lokales Potsdam Babelsberger Friedhof bekommt Erinnerungsgarten
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01:18 05.07.2019
im Gegensatz zur simplen Rasenfläche einer Gemeinschaftsanlage ist der Garten der Erinnerung ein würdiger Ort für die Trauernden. Quelle: Varvara Smirnova
Babelsberg

Auf dem Friedhof Goethestraße in Babelsberg soll bereits zum August die Bestattung in einem „Garten der Erinnerung“ ermöglicht werden. Die Potsdamer Friedhofsverwaltung reagiert damit auf einen großen Bedarf an dieser erst wenige Jahre üblichen Art des Begräbnisses. Auf dem Neuen Friedhof in der Heinrich-Mann-Allee fanden seit 2013 bereits 650 Begräbnisse in einem Garten der Erinnerung statt.

„Mit so einem Erfolg hatten wir nicht gerechnet, wenn man im Friedhofswesen von Erfolg sprechen darf“, erklärte Gunther Butzmann, Chef der kommunalen Friedhöfe am Dienstag.

Gunther Butzmann, Bereichsleiter Friedhöfe der Landeshauptstadt Potsdam. Quelle: Varvara Smirnova

Die Anlage wird als Garten gestaltet, die Grabsteine sind trotzdem individuell

Drei grundsätzliche Unterschiede zu anderen Bestattungsformen bietet der Erinnerungsgarten: Die Anlage ist durch Gärtner bereits mit Gehölzen, Stauden, Bodendeckern und Blumen gestaltet, bevor die erste Beisetzung überhaupt stattgefunden hat – das Konzept des Gartens. Anders als in anderen Friedhofsbereichen finden im Garten zudem Urnen- und Erdbegräbnisse in Särgen unmittelbar nebeneinander statt, wobei die Urnen mit 90 Prozent deutlich überwiegen.

Die Pflege des Grabs muss für 20 Jahre vorab bezahlt werden

Der entscheidende Unterschied liegt in der Grabpflege und deren Finanzierung. „Die Kosten für die Grabpflege müssen für die gesamte Laufzeit von 20 oder 25 Jahren auf einmal geleistet werden“, erklärt Butzmann. Die Summe liegt dabei zwischen 4000 und 7000 Euro.

Genau darin sah er das Risiko, als die Friedhofsverwaltung den Garten der Erinnerung auf dem neuen Friedhof anlegte. „Es stellte sich aber heraus, das viele ältere Menschen Vorsorgeverträge abgeschlossen haben und das Konzept die Leute angesprochen hat“, so Butzmann.

Neben den Findlingen für Urnen können auch individuelle Grabsteine im Garten aufgestellt werden. Quelle: Varvara Smirnova

Nicht nur eine schmucklose Steinplatte auf einer Rasenfläche

Zwei Gründe nennt er für die Beliebtheit des Gartens der Erinnerung. Einerseits wollen Ältere ihren Nachkommen mit der Grabpflege keine Arbeit machen – dafür wählten sie bislang „aus der Not“ eine Gemeinschaftsanlage mit simpler Rasenfläche und schmuckloser Steinplatte.

Der Garten dagegen sei ohne Arbeit für die Nachkommen, bietet aber „einen würdigen Anlaufpunkt“ für Besucher. Die Gestaltung der Grabsteine ist zugleich sehr frei und damit individuell. Auch Schnittblumen von Trauernden werden nicht entfernt.

Ab August sind 150 Grabstellen im Garten des Friedhofs Goethestraße verfügbar

Mittlerweile ist die dritte Erweiterung am neuen Friedhof im Bau. Insgesamt ist nun Platz für 1000 Gräber und noch Fläche für künftige Erweiterungen vorhanden. In der Goethestraße sind rund 1000 Quadratmeter für den neuen Garten gewidmet. 150 Grabstellen sollen vorerst ausgewiesen werden. Während die Bodendecker bis zur ersten Beisetzung im August schon eingepflanzt sein sollen, werden die übrigen Gehölze erst im Herbst dazukommen.

Der Neue Friedhof ist mit insgesamt 26 Hektar Fläche und 40.000 Gräbern – inklusive der Kriegsgräberstätten – der größte Potsdamer Friedhof. Etwa 1350 Beisetzungen jährlich finden auf allen kommunalen Friedhöfen statt.

Von Peter Degener

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