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Potsdam Kiezkino Thalia zieht positive Jahresbilanz
Lokales Potsdam Kiezkino Thalia zieht positive Jahresbilanz
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08:57 28.12.2018
Kino-Chef Thomas Bastian. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Das Babelsberger Kiez-Kino Thalia blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurück: Das Arthouse-Kino trotzt der Krise der Branche. Während bundesweit Gewinneinbußen von rund 20 Prozent hinzunehmen waren, freut sich das Thalia über 5 Prozent Mehreinnahmen. Auch der Besucherrekord aus 2017 wurde bereits Mitte Dezember übertroffen. „Ich glaube, dass es momentan höchstens jedem zehnten Kino so gut geht wie uns“, sagt Geschäftsführer Thomas Bastian (58). 430 Filme haben er und sein Team in diesem Jahr gezeigt.

Kassenknüller waren vor allem Filme mit lokaler Anbindung. „,Gundermann’ hat alles in den Schatten gestellt“, sagt Daniela Zuklic, die stellvertretende Kino-Chefin. „Wir wissen ja, dass Andreas Dresens Filme bei uns gut funktionieren, aber seit ,Sommer vorm Balkon’ sind wir nicht mehr derart umgehauen worden.“ Besonders freue sie, dass der Mut, im Hochsommer zu starten, wenn die Potsdamer eigentlich lieber am See liegen, belohnt worden sei. Mehr als 12 000 Zuschauer sahen den Film im Thalia.

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Erfolgreicher war keiner: „Gundermann“ zog 12.000 Zuschauer ins Thalia. Quelle: Peter Hartwig / Pandora Film

Auf Platz zwei der erfolgreichsten Spielfilme steht die Komödie „Der Vorname“ über einen Vater, der sein Neugeborenes unbedingt auf den Namen Adolf taufen möchte. „Auch ,Das schweigende Klassenzimmer’, lief sehr gut und landet auf Rang drei“, sagt Daniela Zuklic, „uns freut natürlich auch, dass die deutschen Produktionen so erfolgreich waren.“ Denn alle drei Top-Filme wurden hierzulande produziert.

Insgesamt 130 Dokumentationen zeigte das Thalia, Die am besten gelaufenen –„Familie Brasch“, „Das Prinzip Montessori“ und „Weit“ – stammen allesamt aus Deutschland. Bei den Kinderfilmen sind es zwei von drei. Hier waren„Die kleine Hexe“, „Hotel Transsilvanien“ und „Jim Knopf“ die Kassenschlager.

Für Thomas Bastian war aber eine andere Produktion das persönliche Jahreshighlight: „Wildes Herz“, eine Dokumentation von Charly Hübner über die Rostocker Punkband Feine Sahne Fischfilet und ihren meinungsstarken Frontmann Jan „Monchi“ Gorkow. „Die Vorstellung mit den Akteuren des Films vor einem vollen großen Saal, das war einfach einmalig“, sagt er.

Weiter kontroverse Themen abbilden

Die größte Kontroverse erlebte das Thalia beim Film „Elternschule“, einer Doku rund um eine Gelsenkirchener Einrichtung für Familien, deren pädagogische Methoden stark umstritten sind. Auch das Kino wurde angefeindet, weil es das Werk zeigte. „Dabei muss man aber sehen, dass wir nur einen Diskussionsraum bieten“, sagt Daniela Zuklic. „Wenn niemand den Film gesehen hätte, wüsste auch niemand, was dort passiert.“ Die vielen Sondervorstellungen für Erzieher und Lehrer mit intensiv geführten Diskussionen hätten das Kino-Team darin bestärkt, solche Werke auch weiterhin zu zeigen.

Programmatisch bleibt also alles, wie es ist, doch auch Änderungen stehen ins Haus. Etwa im Kinocafé Konsum. „Es muss die Perspektive geben, dass das Café sich selbst trägt“, sagt Kinochef Bastian. Schon oft hat er auch öffentlich mit dem Gedanken gespielt, die Kneipe abzuschaffen und die Räumlichkeiten etwa für einen weiteren kleinen Kinosaal zu nutzen. „Nun haben wir entschieden, das Konsum zu behalten, aber neu aufzustellen.“ Änderungen im Team gehören dazu – zwei langjährige Mitarbeiter haben das Haus verlassen. Außerdem soll im Lauf des Jahres komplett renoviert werden.

Von Saskia Kirf

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