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Potsdam Badespaß gefährdet Sacrower See
Lokales Potsdam Badespaß gefährdet Sacrower See
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14:50 18.06.2019
Der Sacrower See im letzten Sonnenlicht an einem Sommerabend-da werden selbst die Erwachsenen zu Kindern. Ein Bild aus dem MAZ-Fotowettbewerb „Augenblicke“. Quelle: Regine Baeker
Sacrow

Die in Potsdam ansässige Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg schlägt Alarm, was die Zukunft des Sacrower Sees angeht. Das hat eine von der Stiftung beauftragte Studie gezeigt, die am Dienstag Thema einer Veranstaltung im Sacrower Institut für Binnenfischerei war. Obwohl der See laut Studie „in einem guten Zustand“ ist, kann doch bei weitem nicht mehr von einem unbedrohten Paradies die Rede sein. Stichwort: Freizeitspaß, der auf Kosten des Natur-Kleinods gehen kann.

Keine guten Aussichten für den Moorfrosch

So ergeben sich laut Studie „starke Beeinträchtigungen für diesen Lebensraum durch die intensive sommerliche Freizeitnutzungen, die beispielsweise eine Störung beziehungsweise Zerstörung der naturnahen Uferbereiche bewirken, wobei davon auszugehen ist, dass etwa ein Viertel der Uferlinie mit Röhrichten durch Betreten, Lagern und Baden in Mitleidenschaft gezogen wird. Dieses Ausmaß der Freizeitnutzungen ist als starke Beeinträchtigung einzustufen, die sich wiederum beispielsweise negativ auf die Amphibien vor Ort – etwa den Moorfrosch – auswirkt.“

Der Sacrower See gehört zum Natura-2000-Gebiet „Sacrower See und Königswald“ – ausgewiesene Gebiete, in denen sich die Bedingungen nicht verschlechtern dürfen – ein so genanntes „Verschlechterungsverbot“. Stiftungssprecherin Katinka Münch erläutert dies folgendermaßen: „Die Lebensräume und Arten dürfen sich nicht verschlechtern und wenn sie in einem schlechten Zustand sind müssen sie in einen besseren überführt werden.“

Krampnitz als potenzielle Gefahr für das Gewässer

Tatsächlich könnte der Erhalt der Seen-Idylle bald zum heißen Thema werden. Grund: die geplante Großbaumaßnahme Krampnitz, die natürlich auch ins weitere Umfeld ausstrahlt. Mehr Bewohner – mehr potenzielle Badefreunde, die an den Gestaden des Sacrower Sees ausspannen wollen. Mit möglicherweise gravierenden Folgen für das Gewässer. Sprecherin Katinka Münch: „Durch den Ausbau des Kasernengeländes Krampnitz könnte der Nutzungsdruck noch zunehmen. Daher wird empfohlen, Lenkungskonzepte zu erstellen, die helfen, sensible Uferbereiche zu schützen und ermöglichen, dass die Menschen sich auch weiterhin am See erholen können.“

Seit 2012 steht der Sacrower See unter besonderem Schutz

Das Gebiet „Sacrower See und Königswald“ gehört seit 2012 zu den Natura-2000-Gebiete, weil hier mehrere dieser Lebensräume und Arten zu finden sind.

Zu den Lebensraumtypen im Gebiet Sacrower See und Königswald zählen: Natürlich eutrophe Seen, Hainsimsen-Buchenwälder, Eichen-Hainbuchenwälder, alte bodensaure Eichenwälder, Moorwälder, Auenwälder.

Rund 27 000 Natura-2000-Gebiete erstrecken sich über alle Mitgliedsländer der EU. Natura 2000 ist das weltweit größte Schutzgebiets-Netz und dient dem Schutz gefährdeter oder typischer Lebensräume (Insgesamt 231 Stück) und über tausend Arten.

In Brandenburg gibt es knapp 600 Natura-2000-Gebiete. Insgesamt 39 der europaweit geschützten Lebensraumtypen kommen in Brandenburg vor.

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg koordiniert derzeit die Erstellung eines Schutz-und Bewirtschaftungsplanes für das Gebiet. Das Fachplanungsbüro Umweltvorhaben in Brandenburg Consult GmbH hat dafür im Auftrag der Stiftung die Natura-2000-relevanten Arten und Lebensraumtypen im Gebiet untersucht.

Die Ergebnisse sind am Dienstag auf dem Treffen der projektbegleitenden Arbeitsgruppe in Sacrow vorgestellt worden. Dabei wurde auch der Handlungsbedarf zum Schutz der Arten und Lebensräume aufgezeigt. „Im November wird ein weiteres Treffen folgen, bei dem dann konkrete Schutz-und Bewirtschaftungsmaßnahmen für das Gebiet vorgestellt und diskutiert werden“, erklärte Stiftungssprecherin Münch.

Von Ildiko Röd

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