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Potsdam WDR-Ehrenpreis zum Bühnenabschied: Barbara Kuster für Lebenswerk geehrt
Lokales Potsdam WDR-Ehrenpreis zum Bühnenabschied: Barbara Kuster für Lebenswerk geehrt
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12:27 28.01.2020
Barbara Kuster bei der Verleihung des „First Ladies“ WDR-Kabarettistinnenpreises in Oberhausen. Quelle: foto: BEN KNABE/WDR
Potsdam

Es war eine wahnsinnig „spannende und schöne Zeit“, nun geht sie zu Ende. Barabara Kuster, Kabarettistin mit Herz und Leidenschaft, verabschiedet sich von der Bühne.

Eben jene war seit ihrem siebten Lebensjahr ihr Zuhause. „Eigentlich wollte ich Tänzerin werden. Aber die Füße waren zu groß“, erzählt die Potsdamerin lachend. Die Bühne suchte sie trotzdem – und die Bühne sie. Bereits in jungen Jahren sang sie ihre ersten Lieder im Aufenthaltsraum des väterlichen Ofensetzerbetriebs. Später folgte das Studium in Germanistik und Musik. Sprache und Musik – diese „ultimative Kombination“ zieht sich wie ein roter Faden durch Barbara Kusters bewegtes Bühnenleben.

Ein Leben auf der Bühne

Bereits neben dem Studium sang sie in der Potsdamer Band Prolog („Wir haben den Lindenpark unsicher gemacht“) und entwarf Märchenprogramme für Kinder. 1983 gründete sie mit Wolfgang Lasch das „Melodramatische Puppentheater“ in Babelsberg-Nord. In ihre Arbeiten flossen dabei immer wieder Kabarett-Elemente.

„Die Bühne war immer schon meine große Leidenschaft“, sagt die 70-Jährige im Gespräch mit der MAZ. „Programme schreiben und entwickeln, dann anschließend sehen, was damit passiert und wie das Publikum reagiert – unfassbar spannend“

Was sie bewegte, brachte sie auf die Bühne

In der Vorwendezeit stieß sie zum Potsdamer Kabarett Obelisk. Nach einigen Jahren im Ensemble wagte sie dann den Schritt in die Eigenständigkeit. Mit ihren Solo-Programmen ging es durch das wiedervereinigte Deutschland. Die Welt war im Wandel – und Barbara Kuster griff dies in ihren Programmen auf. „Ich habe immer das bedient, was mich bewegt hat“, erinnert sie sich. So verarbeitete sie etwa die Wende in einem Märchen. Oder musste lernen, dass einige Witze durch die verschiedenen Sozialisationen in Ost und West auch anders erzählt werden mussten.

Düsseldorfer Kommödchen, Kölner Ateliertheater, Berliner Wühlmäuse: Auf den großen Kabarettbühnen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz ging Barbara Kuster ein und aus. „Es waren tolle Kollegen und Veranstalter. Oftmals fühlte es sich an, wie nach Hause zu kommen.“

Viele Ideen für neue Aktivitäten

Und dennoch ist jetzt Schluss damit. Denn neben all den tollen Erfahrungen sei das Leben als Kabarettistin auch anstrengend. Schließlich gehören zum Kabarett auch stundenlange Autofahrten, ermüdende Vor- und Nachgespräche und unzählige Nächte im Hotel. Das wolle sie sich nun nicht mehr antun, erklärt Barbara Kuster.

Doch wer denkt, dass sich die Potsdamerin damit zur Ruhe setzt, kennt Barabara Kuster nicht. „Ich will es einfach ruhiger gestalten, ohne dabei abzubauen oder meine Kreativität einzustellen“, erklärt sie der MAZ. Erst einmal wolle sie nun ihre Stücke und Texte ordnen. „Bei mir liegen die Noten bergeweise auf dem Schreibtisch“. An Ideen und Tatendrang mangelt es ihr nicht. Nur selbst auftreten wolle sie nicht mehr. „Ich würde aber gern Stücke auf der Bühne sehen, die ich geschrieben habe.“

Und reisen will sie. Nach Moskau und ins Baltikum. Auch bleibt sie weiterhin für Mitteschön aktiv. Seit Jahren engagiert sie sich für die Wiedergewinnung von Potsdams Stadtbild.. Und dann sind da noch ihre drei Enkel, die ihr keine Zeit für Wermutstropfen lassen würden.

WDR-Ehrenpreis fürs Lebenswerk

Und noch eine Sache versüßt der Kabarettistin den Abschied: Im November erhielt sie in Oberhausen den WDR-Ehrenpreis der „First Ladies Kabarettistinnen“. Der Preis ehrt Künstlerinnen, die sich in der deutschsprachigen Kabarett- und Comedy-Szene einen Namen gemacht haben. In der Kategorie „Ehrenpreis“ entschied sich die Jury für die Potsdamer Kabarettistin.

Begründet wird dies damit, dass Barbara Kuster „über viele Jahre die Kabarett- und Comedy-Szene entscheidend mitgeprägt hat.“ Mit dieser Auszeichnung wird Barbara Kusters Lebenswerk geehrt.

Im April nochmal auf der Bühne zu sehen

Sie selbst ist von der Auszeichnung „sehr gerührt“. Bei der Verleihung wurde ein Video aus ihrem bewegten Bühnen-Leben gezeigt („ein richtiger Ablauf meines Lebens“). Auch die Laudatio von Kabarettistin und Moderatorin Gerburg Jahnke sei „sehr treffend und witzig“ gewesen.

Der Preis hat in ihrem Zuhause einen besonderen Platz gefunden. Ihre Abschiedstournee ging im September offiziell zu Ende. Wer Barbara Kuster noch ein letztes Mal auf der Bühne erleben will, sollte sich Karten für die Berliner Wühlmäuse sichern. Dort wird sie am 27. und 28. April 2020 auftreten. Ein vielleicht allerletztes Mal.

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https://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam/Harte-Schale-weicher-Kern

Von Johanna Apel

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