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Potsdam Beelitzer sichern Abzug aus Afghanistan
Lokales Potsdam Beelitzer sichern Abzug aus Afghanistan
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00:55 24.09.2014
Die Panzerwagen müssen zurück nach Deutschland – eine Aufgabe fürs Beelitzer Logistik-Bataillon.
Die Panzerwagen müssen zurück nach Deutschland – eine Aufgabe fürs Beelitzer Logistik-Bataillon. Quelle: Bundeswehr
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Beelitz/Neu Fahrland

Den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan werden ab Mitte Februar Soldaten aus Beelitz begleiten. 300 Männer und Frauen des Logistik-Bataillons 172 werden ins Feldlager Masar-i-Sharif entsandt, wo sie sich unter anderem um den Rücktransport der großen gepanzerten Fahrzeuge, der Lastwagen und der Ersatzteile nach Deutschland kümmern sollen. Der Einsatz sei für vier Monate geplant, erklärte Presseoffizier, Hauptmann Kai Domack, gegenüber der MAZ.

Die Beelitzer waren zum letzten Mal 2012/13 am Hindukusch stationiert. Schauplatz von Auslandeinsatz Nummer zwei, der auch vier Monaten dauert, ist ab Mitte Januar 2015 das Kosovo. Ins Feldlager Prizren gehen 150 Soldaten. Außerdem wird eine Handvoll von Bataillon-Angehörigen ins afrikanische Mali ensandt.

In dem seit 2003 in der Mark stationierten Bataillon dienen tausend Männer und Frauen in fünf Kompanien. Die Beelitzer gehören nicht zu den kämpfenden Truppenteilen, sondern sind für Logistik-Aufgaben zuständig. Allerdings kann es zum Beispiel bei Fahrzeugbergungen im umkämpften Gebiet durchaus zu brenzligen Situationen kommen. Ein Jahr lang werden die Soldaten auf ihren Auslandseinsatz vorbereitet; im Anschluss gibt es eine mehrtägige Einsatznachbereitung mit einem sogenannten "Psychosozialen Netzwerk" aus Pfarrern, Psychotherapeuten und Ärzten. "Bislang hatten wir zum Glück noch keinen Fall einer posttraumatischen Belastungsstörung", zieht Domack eine erfreuliche Bilanz für Beelitz.

Soldaten im Stress

  • Bei der posttraumatischen Belastungsstörung handelt es sich um eine chronisch gewordene schwere Angsterkrankung. Symptome sind Übererregung, Wiederabtauchen in sich aufdrängende belastende Erinnerungen (flashbacks), Albträume. Begleitend können Depressionen und Suchterkrankungen auftreten. Einer Belastungsstörung gehen eines oder mehrere Ereignisse von außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophalem Ausmaß (Trauma) voran.
  • Die Bedrohung muss nicht unbedingt die eigene Person betreffen. Sie wird auch empfunden, wenn man etwa Zeuge eines schweren Unfalls oder Attentats wird

Neu-Fahrländer Klinik behandelt traumatisierte Soldaten

Bundeswehrweit sieht die Sache schon trauriger aus. Denn der Einsatz im Krisengebiet stürzt nicht wenige Soldaten in eine tiefe seelische Krise, ausgelöst durch traumatisierende Erlebnisse. "Drei bis fünf Prozent der Soldaten kommen aus den Kampfeinsätzen mit Symptomen der Belastungsstörung wieder", erklärt Chefarzt Martin Lotze von der Neu-Fährländer Heinrich-Heine-Klinik. Das idyllisch am Fahrländer See gelegene Haus, das mittlerweile auf Psychosomatik und Psychotherapie spezialisiert ist und zum Verbund der "Dr.-Ebel-Fachkliniken" gehört, konnte am Sonnabend im Beisein von Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke), Potsdams Sozialbeigeordneter Elona Müller-Preinesberger (parteilos) und des früheren Kommandeurs des Beelitzer Bataillons und jeztigen Sprechers im Verteidigungsministerium, Oberstleutnant Boris Nannt, sein 20-jähriges Bestehen feiern. Schon in der Vergangenheit wurden in der Klinik traumatisierte Soldaten behandelt. Künftig soll das Angebot dank der Schulung von zehn spezialisierten Therapeuten aber noch deutlich aufgestockt werden, so Lotze: "Wir planen ab 2015 ein spezifisches Behandlungsangebot für zehn bis 15 Patienten."

Neben Gruppen- und Einzeltherapie umfasst es körperliche Therapien wie Drachenbootfahren oder Bogenschießen. Dabei geht es um das Erleben von Gemeinschaft, Stressabbau und Loslassen, auch im übertragenen Sinne, obwohl es sich "nur" um einen Pfeil handelt.

Von Ildiko Röd

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