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Potsdam Behindertenbeirat gegen Wegzug vom Stadt-Campus
Lokales Potsdam Behindertenbeirat gegen Wegzug vom Stadt-Campus
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07:06 05.07.2018
Schon lange nicht mehr auf dem neusten Stand, aber zentral gelegen: das Sozialamt an der Jägerallee. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Einen langen Schatten wirft der für Herbst 2019 geplante Umbau des Sozialamts an der Jägerallee voraus. Der Beirat für Menschen mit Behinderung der Landeshauptstadt, der seinen Sitz in dem verlebten DDR-Plattenbau hat, hegt schon jetzt Vorbehalte gegenüber einem möglichen Umzug auf das Com-City-Areal an der Behlertstraße. Nach einer Begehung des Geländes und intensiven Diskussionen sei man zu dem Schluss gekommen, dass die Behlertstraße als Standort für das Büro des Beirats ungeeignet sei, teilte der Beirat nun dem Ausschuss für Gesundheit, Soziales und Inklusion mit. Dabei geht es nicht um das Gebäude an sich, das die Stadt als Übergangsquartier erwägt. Es geht um den Standort allgemein: Er sei schlichtweg nicht barrierefrei; die Vorteile des Innenstadt-Quartiers überwiegen.

Laut dem Beirat seien das Stadthaus und der Campus der Landeshauptstadt – und damit auch eventuelle Hindernisse – den Bürgen vertraut. Auch die Anbindung an Bus und Tram sei sehr gut. Zudem schätze der Beirat mit Blick auf sein Selbstverständnis die Nähe zur Stadtpolitik und zur Stadtverwaltung. Das alles – Terrain, Erreichbarkeit und der unmittelbare, persönliche Kontakt zu Entscheidungsträgern – wolle man nicht aufgeben.

Der Behindertenbeirat kritisiert, dass das Com-City-Gelände an der Behlertstraße nicht gut zu erreichen und zu weit ab von der Stadtpolitik gelegen ist. Quelle: Bernd Gartenschläger

Der Sozialbeigeordnete Mike Schubert (SPD) signalisiert Verständnis für die Sorgen des Behindertenbeirats. „Ich teile die Bedenken“, sagte Schubert auf Anfrage der MAZ. „Und ich kann versichern, dass der Beirat nicht vom Verwaltungscampus wegziehen muss. Wir haben zwar noch keine konkreten Pläne, aber der Beirat bleibt hier –wir sind auf der Suche nach einer Lösung auf dem Campus.“

Im Zuge der Sanierung des Stadthauses und des Verwaltungscampus muss das Sozialamt – also das Haus 2 – nichtsdestotrotz im kommenden Jahr leergezogen werden. Für die Zukunft des Gebäudes gibt es laut Stadtsprecher Jan Brunzlow zwei Optionen: die Sanierung und den Abriss mit Neubau. Genaueres stehe noch nicht fest.

Das Haus 2 ist 1989 kurz vor dem Ende der DDR fertiggestellt worden. Zuvor hatten zwischen der Villa von Haacke an der Ecke zur Hegelallee und dem heutigen Justizzentrum Vorstadtvillen im italienischen und neobarocken Stil die Jägerallee gesäumt. Zur Straße hin hatten sie Vorgärten, auf dem hinteren Teil der Anwesen standen Remisen und Ställe, später auch Garagen. 1988 mussten die Bewohner kurzfristig ausziehen und die Gründerzeithäuser wurden trotz guter Substanz abgerissen – auf Geheiß der Stasi, die zusätzliche Büroräume in Neubauten für sich reklamierte.

Beirat für Menschen mit Behinderung

Nachdem sich im April 2017 der Beirat für Menschen mit Behinderung aufgrund interner Differenzen aufgelöst hatte, wurde nach einer längeren Phase der Neuorientierung im März 2018 ein neuer Beirat für Menschen mit Behinderung aufgestellt. Er zählt 20 Mitglieder.

Zu den Aufgaben des Gremiums zählen die Beratung der Verwaltung zu Themen, die Menschen mit Behinderungen betreffen, er soll aber auch Ansprechpartner für Bürger und Bürgerinnen sein.

Vier Arbeitsgruppen hat der Beirat inzwischen gegründet. Die AG Leben befasst sich mit den Themen und Ausschüssen Gesundheit, Soziales und Inklusion, Bildung und Sport, Kultur und Wissenschaft, Jugendhilfe sowie Migranten. Die AG Umwelt ist für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr, Klima, Ordnung, Umweltschutz und ländliche Entwicklung zuständig. Die AG Struktur befasst sich mit Hauptsachen, Finanzen, Eingaben und Beschwerden. Die AG Öffentlichkeitsarbeit ist für die Öffentlichkeits- und Pressearbeit da.

Das Büro des Beirats ist in Raum 123 in Haus 2 (Eingang Jägerallee 2) zu finden. Sprechzeit ist mittwochs und donnerstags von 9 bis 12 Uhr. Er ist telefonisch unter 0331/289 1088 und per E-Mail unter teilhabe@rathaus.potsdam.de zu erreichen.

Von Nadine Fabian

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