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Potsdam Berlin am Abend
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10:40 06.09.2017
Christof Wegner in seinem Atelier in der Brunnenstraße, Berlin-Mitte. Im Hintergrund die Fotoarbeit „Berlin I“. Quelle: Volker Oelschläger
Berlin/Golm

Eisiges Grau liegt auf rötlichem Braun. Rost wächst in Schichten, die sich voneinander lösen, die abblättern, die durchzogen sind von Rissen, Poren, Scharten und Narben. Drei kräftige Nietköpfe, von moosigem Rost überzogen wie die Landschaft ringsum, erheben sich neben einer schrundigen Kante mit leisem Schattenwurf. „Fassen Sie es ruhig einmal an“, sagt der Künstler. Die Hand streicht über das Bild und die Verblüffung ist perfekt. Denn es ist eben. Rau, aber plan. Kein Relief aus dick aufgetragenen Farben, nur ein mit exzellenter Qualität gesetzter Druck auf Büttenkarton.

Vor neun Jahren, mit 50, begann das zweite Leben von Christof Wegner. Der Umwelttechniker und Dozent in Bielefeld bereitete gerade den Umzug zu seiner Frau nach Potsdam vor, als ihn der Schlaganfall traf. Als es etwas besser ging, sagte sie zu ihm, „ich solle mir etwas suchen, was ich draußen machen kann“. Wegner besann sich auf die Fotografie, ein Hobby, das er früher „eher urlaubsmäßig“ pflegte.

Mareike Felsch ist Modedesignerin und Malerin. Er begleitete sie zu Ausstellungen und Messen. Bei einer dieser Gelegenheiten lernte er 2010 einen „Oberflächenfotografen“ kennen: „Das war für mich die Erleuchtung“, sagt Wegner. Zweieinhalb Jahre experimentierte der Fotograf auf der Suche nach der perfekten Illusion von Plastizität mit unterschiedlichstem Material, mit Rinden und Steinen vor allem.

Stadtlandschaft „Berlin I“. Quelle: privat

Die geeigneten Oberflächen aber entdeckte Wegner auf Mathraki, einer Insel im ionischen Meer, mit wenigen Menschen und Unmengen von Schrott in der malerischen Landschaft. Hier entstanden die Aufnahmen für seine erste Serie „Rust Never Sleeps“, den Titel entlehnte er bei Neil Young. Griechenland und das Mittelmeer seien ideal für die Suche nach Altmetall in den unterschiedlichsten Verfallszuständen, sagt der Künstler: „Dass ein Schiff zehn oder 15 Jahre am Strand liegt und rostet, das gibt es in Deutschland einfach nicht.“ Hinzu kämen die satte Salzluft und das besondere Licht.

Licht war es schließlich, was auch Stadtlandschaften in sein Atelier brachte. An der Wand hängt ein Bild mit rätselhaft senkrechten Ausschlägen, die einen kräftigen Pinselstrich vermuten lassen; breites Rotgold und dünnes Anthrazit auf nebelgrauem Grund. „Berlin I“ ist der Titel dieser Arbeit, ein Panorama, das er am Computer auf wenige wichtige Details reduzierte. Die ursprüngliche Fotografie zeigt den in der Abendsonne gleißenden Treptower, aufgenommen von der Oberbaumbrücke, mit dem Ende der blauen Stunde hat die Stadt ihre Farbe verloren, das Gebäudemassiv rechts neben dem Allianz-Hochhaus steht schon im Schatten.

Wegner wohnt in Potsdam-West. Zur Arbeit fährt er nach Berlin. Gemeinsam mit seiner Frau hat er ein kleines Atelier in der Brunnenstraße 188/190 in Berlin-Mitte. Der Gebäudekomplex mit mehreren Hinterhöfen beherbergt auf zwei Etagen die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und darüber – vergleichbar mit dem Rechenzentrum in Potsdam – unsanierte Büroräume, die zu günstigen Konditionen an Künstler vermietet sind.

Für Ausstellungen aber bringt er seine Bilder immer wieder einmal mit nach Potsdam. Schon seinen Einstand als Künstler hatte Wegner 2013 mit „Rust Never Sleeps“ in der Buchhandlung Victoriagarten in Potsdam-West gegeben. Ab Donnerstag ist er wieder mit seiner Kunst in der Stadt: Um 15 Uhr wird im Zentralgebäude des Max-Planck-Campus Am Mühlenberg 1 in Golm die Ausstellung „Fine Art Prints“ eröffnet.

Info Ausstellung bis 20. Oktober, Mo-Fr 8-18Uhr.

Von Volker Oelschläger

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