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Potsdam So holländisch ist Potsdam
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01:15 24.05.2019
Im Jan-Bouman-Haus im Holländischen Viertel wird die Geschichte der niederländischen Zuwanderer in Potsdam erzählt. Typisch dafür: Holzschuhe . Quelle: Christel Köster
Potsdam

Wie viel Holland steckt eigentlich in Potsdam? Mehr als man auf den ersten Blick denkt. Es fängt eigentlich schon beim Namen an, dessen Endung in den Ohren von König Willem-Alexander und Königin Máxima ganz familiär klingen sollte. Wer würde sich wundern, wenn neben Rotterdam und Amsterdam auch ein Örtchen namens Potsdam auf einer Karte der Niederlande auftauschen würde?

Holländer hatte die Idee für eine Residenzstadt

Die erste echte Potsdamer Verbindung nach Holland ist über 350 Jahre alt. Der niederländische Militär und Adlige Johann Moritz von Nassau-Siegen prägte die Stadt Potsdam mit einer wirkmächtigen Idee bis in die Gegenwart: „Daß gantze Eyland mus ein paradis werden“, schrieb er 1664 dem preußischen Herrscher Friedrich Wilhelm I. und meinte damit die Verschönerung der Insel Potsdam in eine Kulturlandschaft.

Tulpenfest, Holländisches Viertel und köstliche Pannekoeken – in der Landeshaupstadt findet sich an beinahe jeder Ecke ein kleines Stückchen Niederlande.

Der Große Kurfürst nahm den Holländer, der ein enger Vertrauter war, beim Wort und erwählte Potsdam kurz darauf zu seiner Sommerresidenz, ließ Alleen in die Umgebung anlegen und das kleine Stadtschloss nach dem Vorbild holländischer Paläste samt Lustgarten umbauen – darin liegt der Beginn hiesigen der Schlösser & Gärten.

Holländisches Viertel mit 134 Häusern für Fachkräfte

Das Jan-Bouman-Haus im Holländischen Viertel. Quelle: Christel Köster

Zwei Generationen später entstand unter dem Soldatenkönig das Sinnbild der Niederlande in Potsdam – das Holländische Viertel. In vier Karrees mit 134 Häusern sollten Ingenieure und Handwerker aus den Niederlanden ein Quartier im Stil der Heimat vorfinden, wenn sie die Reise nach Preußen wagen sollten. Der König lud sie ein, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Die Holländer wussten mit Wasser umzugehen, konnten die feuchten Niederungen der Oder und anderer Flüsse trockenlegen und Kanäle für eine moderne Infrastruktur errichten. Nur wenige kamen den weiten Weg tatsächlich, viele kehrten wieder heim. Einer der blieb war Jan Boumann, der Baumeister des Viertels, der fortan zahlreiche repräsentative Gebäude in Potsdam und Berlin im königlichen Auftrag errichtete. Das Jan-Bouman-Haus, ein kleines Museum mitten im Holländischen Viertel, erinnert bis heute an ihn und die Geschichte des Quartiers. Das „Große Holländische Haus“ war als Haus des Stadtkommandanten eines der wichtigsten Gebäude in Potsdam – es wurde später Gefängnis und ist heute als Gedenkstätte Lindenstraße 54/55 bekannt.

Architektur-Einflüsse im Weltkulturerbe

Das Marmorpalais: auch ein Hauch von Holland. Quelle: dpa

Auch das Neue Palais – das größte und repräsentativste Potsdamer Schloss – zitiert mit seiner Fassade holländische Architekturtradition. Im Park Sanssouci gibt es sogar einen „Holländischen Garten“ – die von Obstbäumen und Laubengängen geprägte Terrasse unterhalb der Bildergalerie wird so genannt. Davor liegt das „Oranierrondell“ mit Marmorbüsten der Verwandtschaft der Hohenzollern – darunter mehrere Holländer, etwa Kurfürstin Luise Henriette.

Im Holländischen Viertel in Potsdam findet jährlich der „Queensday“ statt. Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam erfreut sich nicht nur an alter Architektur, sondern lebt die alten Verbindungen der Königshäuser mit mehreren Traditionen bis heute. Der „Förderverein zur Pflege der niederländischen Kultur in Potsdam“ rief vor Jahrzehnten das Tulpenfest und den holländischen Weihnachtsmarkt „Sinterklaas“ ins Leben – bis heute werden im Frühjahr und Advent tausende Besucher dorthin angelockt.

Ein weiteres Fest im Viertel wird vom Verein Katte organisiert: der „Queensday“ lehnt sich an den „Koniginnedag“ an, den Nationalfeiertag der Niederländer. Der Potsdamer Queensday nimmt sich die Toleranz der Holländer zu Herzen – das lesbisch-schwule Straßenfest gilt als Höhepunkt des hiesigen Christopher Street Days. Der Name, die Häuser, die gelebte Toleranz – Potsdam darf als wahrer Botschafter der Niederlande gelten.

Prinz Pils wurde der niederländische König Willem-Alexander früher genannt, weil er angeblich kein Bier warm werden und keine Party ohne sich selbst zu Ende gehen ließ. Heute ist der Regent glücklicher Familienvater, ausgesprochen beliebt – und in Potsdam zu Besuch. Hier ein kurzer Überblick über die Familie.

Von Peter Degener

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