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Potsdam Nachruf für Jochen Kranert
Lokales Potsdam Nachruf für Jochen Kranert
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20:40 02.10.2019
Jochen Kranert nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der Potsdamer Bibliotheksgesellschaft im November 2008. Quelle: Joachim Liebe
Innenstadt

Vielleicht hat Jochen Kranert Stadtgeschichte geschrieben, als er im Dezember 2009 gegen die vom Oberbürgermeister angekündigte Umwidmung von sechs Millionen Euro protestierte, die das Land für die Sanierung der Stadt- und Landesbibliothek bereit gestellt hatte. Zu der Zeit stand es auf Messers Schneide, ob die Bücherei am Platz der Einheit bleibt. Die einen hätten sie lieber in der Speicherstadt, andere lieber im Potsdam-Center gesehen.

Sicher ist, dass Jochen Kranert einer der Väter dieses zentral gelegenen klügsten Hauses der Stadt war. Geboren am 8. Juli 1937 in Jena (Thüringen), war er ab 1959 Mitarbeiter der Landes- und Hochschulbibliothek, die Ende der 1960er Jahre mit der Stadtbibliothek zur Wissenschaftlichen Allgemeinbibliothek (WAB) fusionieren sollte.

Kranert, von 1961 bis 1966 Leiter der Erwerbsabteilung an der Landes- und Hochschulbibliothek, war Beauftragter für den seinerzeit hochmodernen Bibliotheksneubau am Platz der Einheit, der am 7. Oktober 1974 eröffnet wurde. Bis 1992 blieb er dem Haus als stellvertretender Direktor verbunden, dann wechselte er als Dezernatsleiter an die Universitätsbibliothek in Potsdam.

Seit 2000 im Ruhestand, kehrte Jochen Kranert zurück, als es quasi brannte, 2007 als Mitglied, 2009 als Vorsitzender des Fördervereins Potsdamer Bibliotheksgesellschaft. Nach fast 20 Jahren Sanierungsstau stand die Existenz der Bücherei zumindest an diesem Ort in Frage – schließlich war der ungeliebte DDR-Bau der beschlossenen Rekonstruktion der historischen Mitte im Weg.

Bilder vom Bau der Wissenschaftlichen Allgemeinbibliothek Anfang der 1970er Jahre und von ihrem 40 Jahre danach folgenden Umbau zum Bildungsforum.

„Bei Jochen Kranert floss Herzblut für die Bibliothek“, sagte am Montag Sybille Weber, die Sprecherin des Hauses: „Sein unermüdliches Engagement galt immer der Sache, er selbst war bescheiden, wenn es um seine Person ging.“

Egal ob Buchpatenschaften, Bücherbasare, Fahrten zur Leipziger Buchmesse oder Recherchen zur Geschichte der Bibliothek und ihrer Vorgängereinrichtungen, die Unterstützung der regionalkundlichen Sammlung „Brandenburgica“ oder von Projekten der Leseförderung für Kinder wie „Kultur macht stark“, „er war immer zur Stelle“.

Erst am Montag ist bekannt geworden, dass Jochen Kranert am 24. September 82-jährig nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist.

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Von Volker Oelschläger

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