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Potsdam Bildungsforum wird im Herbst eröffnet
Lokales Potsdam Bildungsforum wird im Herbst eröffnet
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18:43 07.07.2013
Quelle: Bernd Gartenschläger
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POTSDAM

Die Wände des neuen Bildungsforums sind frisch getüncht. Jetzt werden die Regale eingeräumt.

Nach den Erfahrungen anderer Städte mit Bibliotheksneubauten ist nach der Neueröffnung mit einem erheblichen Anstieg der Nachfrage zu rechnen. In Chemnitz etwa sprang die Besucherzahl von vorher 400.000 auf 700.000 im Jahr, in Augsburg stieg die Zahl von knapp 300.000 auf etwa 530.000 Besucher an. Zum Eröffnungsabend gibt es bei freiem Eintritt eine Lesenacht mit Autoren wie Julia Schoch, Lutz Seiler und Jochen Schmidt, auf die in kurzem Abstand weitere Publikumsveranstaltungen folgen sollen.

Ein weiterer Nutzer ist die Volkshochschule, die erstmals zentral an einem Ort in 17 Seminarräumen im zweiten Obergeschoss pro Trimester mehr als 2000 Teilnehmern Unterricht bietet. Der mit der Universität Potsdam und zahlreichen anderen wissenschaftlichen Einrichtungen kooperierende Verein Pro Wissen wird seine Arbeit in dem zur Wissenschaftsetage deklarierten vierten Obergeschoss voraussichtlich im Januar 2014 aufnehmen. Die Eröffnungsausstellung mit vielen Exponaten wird nach Angaben der Vereinsvorsitzenden von Pro Wissen, Simone Leinkauf, von Studenten der Fachhochschule Potsdam unter der Leitung des Designprofessors Detlef Saalfeld erarbeitet.

Das 1974 eröffnete Vorgängergebäude der Stadt- und Landesbibliothek wurde für die Neugestaltung des Bildungsforums bis auf die alte Tragkonstruktion mit Stützen, Riegeln und Decken komplett entkernt und nach Entwürfen des Architekten Reiner Becker neu ausgebaut. Zentraler Raum des Baus mit seinen insgesamt 9000 Quadratmetern Nutzfläche ist ein zwei Etagen hohes, tageslichtdurchflutetes Atrium mit Empfang, Freihandbereich und Lesesaal. Ebenfalls im Erdgeschoss sind die Kinder- und die Musikabteilung, ein Veranstaltungssaal mit 80 Plätzen und ein Café, dessen Eröffnung im September allerdings noch nicht sicher ist, wie Bernd Richter, Chef des für die Baustelle zuständigen Kommunalen Immobilienservices, gestern einräumte. Das Magazin der Bibliothek im dritten Obergeschoss mit seinen 270.000 Medien ist bereits weitgehend eingeräumt. Die 180.000 Bücher, Bilder, Film- und Tonträger des Freihandbereiches werden nach der Schließung des Bibliotheksprovisoriums im Gebäude der benachbarten Fachhochschule Ende der kommenden Woche in das neue Haus gebracht.

14 Millionen Euro werden insgesamt in dieses Projekt investiert, das neben Befürwortern auch Kritiker hat. Ein Punkt ist die Abweichung der Baumasse von der im übrigen Karree geplanten Rekonstruktion der historischen Häuserzüge. Kritik gibt es auch an der Fassaden gestaltung: Till Mey er, der kulturpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, sprach von einer „Durchschnittsleistung, die auch zum Möbelhändler Porta passen würde“. Ratlosigkeit bei Potsdamern und Touristen hinterlässt die riesige, weiße Brandwand zur Friedrich-Ebert-Straße, die erst in einigen Jahren mit neuen Nachbarhäusern verbaut wird. Die schon seit längerem geplante Gestaltung dieser Wand mit drei gewaltigen Werbebannern für die Nutzer des Hauses zieht sich wegen des Genehmigungsverfahrens noch hin. Rathaussprecher Thomas Jördens versicherte gestern auf Nachfrage: „Wir sind optimistisch, dass die Banner bis zum 7. September hängen werden.“

Von Volker Oelschläger

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