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Potsdam 134 Arten bei Inventur in Biosphäre gezählt
Lokales Potsdam 134 Arten bei Inventur in Biosphäre gezählt
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09:01 28.12.2018
Der grüne Leguan in der Biosphäre ist der Liebling von Tierpflegerin Rebekka Reisser, er lässt sich geduldig fotografieren. Quelle: Varvara Smirnova
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Bornstedt

Einmal im Jahr zählen die Tierpfleger des Potsdamer Tropenhauses Biosphäre im Volkspark ihre Tiere. Drei Tage nehmen sie sich dafür Zeit. Das Ergebnis präsentierten sie am Donnerstag der Öffentlichkeit und es kann sich sehen lassen: 134 verschiedene Arten leben in den Teichen, Terrarien, Volieren und Aquarien der Biosphäre.

Die Artenzahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert, wohl aber die Anzahl der Exemplare. Über Nachwuchs etwa bei den sogenannten Erdbeerköpfchen freut sich Tierpflegerin Rebekka Reisser besonders. Erdbeerköpfchen sind eine kleine Papageienart mit rotem Kopf. „Es ist das erste Mal, dass die Erdbeerköpfchen bei uns Nachwuchs aufziehen, das ist etwas Besonderes“, sagt sie.

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Tierinventur gegen Krankheiten

Die exakte Zahl der Lebewesen, die die Biosphäre bevölkern, lässt sich trotz Tierinventur nicht herausfinden. „Wenn man die Insekten mitzählt, könnten es weit über 100.000 sein“, sagt Isabel Gabei, Sprecherin der Biosphäre. Die Tierzählung dient nicht nur der Statistik, sondern auch dem Wohl der Tiere. Während die einzelnen Exemplare der größeren Arten gezählt werden, schauen die Tierpfleger nach, ob sie gesund sind.

Dieses außergewöhnliche Insekt stammt aus den Tropen in Südostasien. Quelle: varvara Smirnova

Krankheiten kommen selten vor in der Biosphäre. Das liegt auch daran, dass die Tiere in der Regel keinen Kontakt zur Tierwelt außerhalb des Tropenhauses haben und sich deshalb nicht anstecken können.

Haustiere heimlich eingeschmuggelt

Aber die Gefahr ist nicht vollends gebannt. Tierpflegerin Rebekka Reisser berichtet, wie immer wieder Schildkröten, Kanarienvögel oder andere ehemalige Haustiere von Besuchern heimlich in die Biosphäre geschmuggelt und dann dort frei gelassen werden. Das fällt oft erst beim genauen Durchzählen am Jahresende auf. „Das ist sehr gefährlich, das darf nicht passieren“, sagt sie. Gelangt ein krankes Tier unbemerkt in die Tropenhalle, ist der gesamte Bestand der jeweiligen Art in Gefahr.

Betrieb der Halle zu teuer für Stadt

Die Zukunft der Biosphäre ist weiter ungeklärt. Obwohl die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren konstant hoch sind, ist der Betrieb der Tropenhalle zu teuer für die Stadt.

Blick auf den Schmetterlingssaal in der Biosphäre. Quelle: varvara Smirnova

Biosphären-Sprecherin Gabei versichert, für das Jahr 2019 sei der Betrieb „auf jeden Fall“ gesichert. „Wir haben viele Pläne und sehen der Zukunft positiv entgegen“, sagt sie. Die Stadt müsse entscheiden, wie es weiter geht.

Im Januar soll eine Sitzung des Workshops „Biosphäre 2.0“ weitere Ideen bringen. In dem Workshop war zuletzt diskutiert worden, wie Potsdam seine Rolle als Wissenschaftsstandort der Klimaforschung in der Biosphäre zum Ausdruck bringen kann.

Von Jonas Nayda

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