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Potsdam Böhmen trifft Babelsberg
Lokales Potsdam Böhmen trifft Babelsberg
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00:21 18.06.2019
Die Liebe zu Böhmen geht auch durch den Magen. Quelle: Bernd Gartenschläger
Babelsberg

Böhmen trifft Babelsberg: An diesem Wochenende dreht sich im Stadtteil rund um den Weberplatz und den Neuendorfer Anger alles um die historischen Wurzeln – aber auch um Kunst, Musik, Tanz und alles fürs leibliche Wohl.

Deftig und lecker! Quelle: Bernd Gartenschläger

Am Freitag starteten die „Böhmischen Tage“ unter anderem mit einer Lesung von Theodor Fontanes „Die Reise nach Böhmen“ im ehemaligen Rathaus an der Karl-Liebknecht-Straße. Die böhmischen Zuwanderung hat auch Babelsberg geprägt – die niedrigen Weberhäuschen erinnern an die kargen Anfänge des einstigen „Etablissements bei Potsdam“, das man eigens für die Glaubensflüchtinge geschaffen hatte. In der Weberstube fanden bei den Böhmischen Tagen auch Veranstaltungen statt. Aber es gab noch viel mehr zu entdecken.

Marktstände am Weberplatz. Quelle: Bernd Gartenschläger

Am Samstag hatte der Bildermarkt Premiere: Eine lange Reihe von Ständen zog sich vom Weberplatz über die Lutherstraße. Am Abend standen die Menschen ebenfalls Schlange – vor der Friedrichskirche, um dort ein Konzert des Neuen Kammerorchesters Potsdam zu hören. Auf dem Programm: Werke von Dvorak und Smetana und Mozarts „Prager Sinfonie“. Derweil räumten die Teilnehmer des Bildermarktes ihre Stände wieder ab. Besonders rührend: Die Bilder eines aus Berliner angereisten Künstlers, der immer das gleiche Motiv gemalt hatte – eine Kuh, die den Betrachter mit großen Augen ansieht. Warum eine Kuh? „Weil ich ihren Charakter mag“, erklärte der hünenhafte Mann. Überhaupt konnte man einiges Überraschendes und Schönes auf dem Kunstmarkt entdecken. Äthiopische Bildchen zum Beispiel, die christliche Motive zeigen. Auf ihren Reisen in das afrikanische Land, in dem auch christliche Kopten leben, habe sie die Bilder gekauft, erzählte die Dame am Stand. Für Preise zwischen acht und zwölf Euro waren die strahlend bunten Malereien ein wirkliches Schnäppchen.

Premiere für den Bildermarkt. Quelle: Bernd Gartenschläger

Mit besonderem Stolz zeigte Burkhard Baese von der AG Babelsberg – die Arbeitsgemeinschaft organisiert die Böhmischen Tage – am „Samstag einen kleinen Stand, der schräg gegenüber vom Kircheneingang aufgebaut war. „Rubinas 400 Kinder“, stand auf einem Poster zu lesen. „Das ist ein Verein in Rehbrücke, der sich an der Finanzierung einer christlichen Schule im pakistanischen Lahore beteiligt“, erzählte Baese: „Kinder von Ziegeleiarbeitern und Waisenkinder besuchen die Schule, die zum Abitur führt.“

Am Stand von „Rubinas 400 Kinder“. Quelle: Bernd Gartenschläger

Musikalisch ging es nach dem Konzert in der Kirche dann am Samstagabend auch weiter: „Pura Vida“ – unter diesem Titel lud der Club Latino Potsdam zum Open Air am Weberplatz ein. Eine perfekte Gelegenheit für Nachfahren der böhmischen Babelsberger und alle anderen Potsdamer auszutesten, ob nicht auch heißblütige Südländer in ihnen stecken.

Am Sonntag gehen die Böhmischen Tage weiter: Ab 10 Uhr gibt es eine geführte Radtour (Start: Neuendorfer Anger) durch das historische Babelsberg. Um 12 und 14 Uhr hält Kirchenexperte Andreas Kitschke einen Vortrag in der Neuendorfer Angerkirche. Außerdem kann man am historischen Backofen an den AngerApartments entspannen. Und um 17 Uhr dann das große Finale mit einem Sommerkonzert in der Kirche.

Von Ildiko Röd

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