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Bombenentschärfungen in Potsdam Waschmaschine stört Entschärfung
Lokales Potsdam Bombenentschärfungen in Potsdam Waschmaschine stört Entschärfung
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16:12 24.09.2013

+++ 14:30 Uhr, Hier ist das Ding +++

Sprengmeister Mike Schwitzke und die entschärfte Bombe. Quelle: Bernd Gartenschläger

Sprengmeister Mike Schwitzke warnte kurz nach der Entschärfung vor weiteren Blindgängern. Schon in ein paar Wochen könnte es in Potsdam wieder zu einer großräumigen Fläche kommen.

+++ 13:38 Uhr, Sperrkreis aufgehoben +++

Der Sperrkreis ist jetzt offiziell aufgehoben. Der Verkehr läuft wieder.

+++ 13:37 Uhr, Sperrkreis besteht noch +++

Der Sperrkreis ist noch nicht offiziell aufgehoben

+++ 13:31 Uhr, ein lauter Knall +++

Auch der zweite Sprengkörper ist unschädlich gemacht - zumindest kündete ein lauter Knall von der Sprengung der russischen Panzergranate

+++ 13:05 Uhr, Nuthe +++

Sprengmeister Mike Schwitzke war erfolgreich: die amerikanische Fliegerbombe wurde entschärft. Später wird die Panzergranate gesprengt.

+++ 12:17 Uhr, Fußgänger aufgegriffen +++

Kurz vor der Entschärfung haben Polizisten noch einen Fußgänger am Humboldtring aufgegriffen und aus dem Sperrkreis gebracht.

+++ 12:15 Uhr, Oberbürgermeister im Basislager +++

+++ 12:10 Uhr, Entschärfung beginnt +++

Der Sperrkreis ist dicht. Sprengmeister und Mike Schwitzke beginnt nun mit der Entschärfung der amerikanischen Fliegerbombe.

Ob der Anwohner seine Waschmaschine nun doch erhalten hat, oder die Wohnung schließlich freiwillig verlassen hat, wissen wir (noch) nicht ;-)

+++ 12:00 Uhr, Warten auf die Waschmaschine +++

Der Sperrkreis kann noch nicht geschlossen werden, da sich noch ein Anwohner im Sperrkreis aufhält. Wie bekannt wurde, erwartet der Mann die Anlieferung einer neuen Waschmaschine. Der Lkw mit dem Gerät kam jedoch nicht durch die Sperre durch. Dafür hat der Mann anscheinend wenig Verständnis und hat sich in seiner Wohnung eingeschlossen. Noch reden die Mitarbeiter mit Engelsgeduld auf den Mann ein, aber wenn das noch länger dauert, könnte ein Schlüsseldienst beauftragt werden. Dann wird der Anwohner zwangsgeräumt.

+++ 11:37 Uhr, Warten im Basislager II+++

Markus Klier, ein Pressesprecher der Stadt Potsdam rückt ab, kurz bevor es brenzlig wird. ;-) Er bezieht nun wieder Posten im Büro: "Es gibt ja auch noch andere Presseanfragen heute." Seine Kollegen Stefan Schulz und Jan Brunzlow sind, wie auch rund 20 mutige Journalisten, vor Ort: noch immer in Wartestellung.

+++ 11:35 Uhr, Infos aus dem Basislager +++

Der weitere Ablauf: Nachdem der Sperrkreis dicht ist, wird sich Sprengmeister Mike Schwitzke an die Entschärfung der amerikanischen Bombe begeben. Danach, so der Plan, wird die russische Panzergranate mit einem Kilo Sprengstoff kontrolliert gesprengt.

+++ 11:29 Uhr, Warten im Basislager I+++

Die Evakuierung ist so gut wie abgeschlossen. Alle warten jetzt auf das Signal für die Bombenentschärfung. Zeit für die Kollegen die bisherigen Ereignisse zusammenzufassen.

+++ 11:12 Uhr, Hauptbahnhof +++

Eben hat sich noch eine gehörlose Frau gemeldet, die am Bahnhof wohnt und nun noch abgeholt wird, so der Pressesprecher der Stadt Potsdam. Sprengmeister Mike Schwitzke muss weiter auf das Kommando zum Sprengen warten.

+++ 11:10 Uhr, Infos aus dem Basislager +++

Laut Angaben der Stadt sind die sieben Evakuierungskreise nun "frei". Alle Einsatzfahrzeuge und Ordnungstrupps sind zurück im Basislager in der Feuerwehrwache in der Holzmarktstraße.

+++ 10:38 Uhr, Lotte-Pulewka-Straße +++

Die Räumung des Wohngebiets rund um den Humboldtring und die Lotte-Pulewka-Straße verzögert sich: Der  (klitschnasse) Trupp des Evakuierungskreises 2 war schon auf dem Rückweg, als Einsatzleiter Stefan Sarnow nochmal zurück musste. Die Polizei hat ihm noch einen Bewohner gemeldet.

+++ 10:15 Uhr, Lange Brücke +++

Die Lange Brücke ist für den Verkehr noch offen - zumindest was die Verbindung von Heinrich-Mann-Straße und Breite Straße betrifft. Auch die Straßenbahn fährt noch bis zum Beginn der Entschärfung. Abbiegen in die Friedrich-Engels-Straße geht jedoch nicht mehr. Sie ist bereits gesperrt.

Um 09:45 Uhr fuhr die Straßenbahn noch über die Lange Brücke Quelle: MAZonline

» Jederzeit die Lange Brücke im Blick - und ganz vielleicht auch die Sprengung der Panzergranate. Webcam einfach etwas nach links drehen und mit etws Glück gibt es ja eine kleine Fontäne zu sehen. Die Bombe wird später entschärft.

+++ 09:50 Uhr +++

Jetzt hat es sich aber so richtig schön eingeregnet. Nicht doll, aber beständig. Besserung nicht in Sicht. Das macht die Evakuierung und sicherlich die Entschärfung nicht angenehmer.

Ach ja, mal in eigener Sache: Sorry, Kollegen, dass ihr da draußen seid und wir in der warmen und trockenen Redaktionsstube ;-)

+++ 09:35 Uhr, Lange Brücke +++

Auf der Langen Brücke in Potsdam fahren- wenn überhaupt - nur Fahrzeuge der Einsatzkräfte Quelle: Martin Küper

+++ 09:32 Uhr,  Frühstück und Anekdoten +++

"Schönen guten Morgen, Ordnungsamt, wir müssen Sie bitten, die Wohnung zu verlassen", sagen Mitarbeiter in gelben Warnwesten. Es hätten längst alle Bewohner den Sperrkreis verlassen müssen. Manche wussten nicht Bescheid, sagen sie, andere haben schlicht verschlafen. Aus gekippten Fenstern sind Wecker zu hören.

Die Feuerwehr ist hartnäckig: Trotz leerer, angerückter Busse sagen sie Damen am Krückstock: "Sie stehen nicht auf der Liste, Sie können nicht mit." Ein Evakuierungshelfer vom Bauamt schüttelt mit dem Kopf: "Wie im Mittelalter, das reinste Chaos." Eine Seniorin bezeichnet die Räumungsaktion als "Kuddelmuddel".

Die Ordnungsamtler erzählen sich Anekdoten früherer Bomben-Einsätze. Und reichen sich, pünktlich halb zehn in Potsdam, kleine Frühstückchen.

+++ 09:17 Uhr, S-Bahnhof Babelsberg +++

Alle 20 Minuten fährt eine S-Bahn bis Babelsberg (S1 aus Oranienburg), die S1 aus Frohnau fährt bis Griebnitzsee. Andersrum auch: Alle 20 Minuten ab Babelsberg Richtung Oranienburg, ab Griebnitzsee im normalen 10-Minuten-Takt weiter nach Berlin.

Ab S-Bahnhof Wannsee gibt es Schienenersatzverkehr, der im 10 Minuten Takt über Griebnitzsee zum Bahnhof Park Sanssouci fährt. Aus Babelsberg kommt man nur mit den Straßenbahnen 99 und 94 zum Platz der Einheit.
Chaos gab es am S-Bahnhof nicht - drei Bahnmitarbeiter geben den planlosen Auskunft wie sie wohin kommen. Die S-Bahnen sind nicht übermäßig voll. 

Info zur S1: Zerstörte Signalanlagen haben am frühen Dienstagmorgen zur Unterbrechung des Zugverkehrs auf der Berliner S-Bahnlinie S1 gesorgt. Der Abschnitt zwischen den Bahnhöfen Schöneberg und Yorckstraße war für knapp anderthalb Stunden lahmgelegt, wie die S-Bahn Berlin GmbH mitteilte.

+++ 09:10 Uhr, Gelassene Senioren +++

Evakuierung? "Das ist nichts Neues. Man weiß wie es geht..."

Die meisten evakuierten Senioren reagieren ganz gelassen, so wie Herr Gensch aus der Heilig-Geist-Straße:

+++ 09:05 Uhr, Schleppende Evakuierung am Humboldtring +++

Es läuft schleppend im Evakuierungskreis 2, den Truppenführer Stefan Sarnow verantwortet. Sein Handy steht nicht still: dutzende gehbehinderte Anwohner warten um 9 Uhr noch immer auf ihre angemeldeten Krankentransporte, im Humboldtring 96 weigert sich ein Bewohner, das Haus zu verlassen.

Ein Gassi-Geher hat die Ruhe weg; ein Mittvierziger, dem der Schlaf noch im Gesicht klebt, wird vom Ordnungsamt herausgeklingelt und sagt: "Oh Mann, na denn geh ick ma inne Firma."

Einsatzleiter Sarnow: "Die Feuerwehr ist sehr überlastet mit den Transportfahrten."

+++ 08:44 Uhr, MAZ, Friedrich-Engels-Straße +++

Per Lautsprecher werden die Anwohner aufgefordert den Sperrkreis zu verlassen. Immer wieder Sirenen zu hören, aber sonst...? Kein Pkw-Lärm, nur ab und zu rauscht ein Zug vorbei - noch.

+++ 08:20 Uhr, Hauptbahnhof +++

Einsatzkräfte der Feuerwehr am Hauptbahnhof. Quelle: Henrik Bortels

+++ 08:09 Uhr, Evakuierung +++

Evakuierung der Josephinen-Wohnanlage für Senioren in der Burgstraße. Quelle: Martin Küper

Wie hier die Josephinen Wohnanlage, werden insgesamt drei Seniorenresidenzen evakuiert und die Bewohner in Notunterkünfte gebracht.

+++ 08:07 Uhr, Beginn der Evakuierung +++

Wandertagsstimmung bei einem der sieben Trupps vom Ordnungsamt. Die Evakuierung beginnt: 390 Transporte für pflegebedürftige Personen wurden angemeldet - davon 81 Rollstuhlfahrer und 31 die nur liegend transportiert werden können.

Beginn der Evakuierung Quelle: Michaela Grimm

Insgesamt sind 400 Einsatzkräfte von der Stadtverwaltung,  60 Polizisten, 60 Bundespolizisten und über 150 Feuerwehrleute und Transportfahrer im Einsatz. Im Stadtgebiet sind die Sirenen der Einsatzfahrzeuge zu hören.

+++ 08:10 Uhr, Friedrich-Engels-Straße +++

Der Sperrkreis wird gezogen. Quelle: Henrik Bortels

Nach und nach wird der Sperrkreis gezogen. Raus geht noch, aber rein kommt gleich keiner mehr.

+++ 08:05 Uhr, Hauptbahnhof +++

Fünf nach acht: Der Bahnhof ist bis auf die Einsatzkräfte leer. Quelle: Friederike Steemann

Der Bahnhof wurde wie angekündigt gegen 8 Uhr geräumt. Bis zum Ende der Bombenentschärfung bleibt er geschlossen. Noch bis 10:30 werden die Züge zwar durch Potsdam durchfahren, halten werden sie jedoch nicht mehr. Um etwa 10:30 Uhr wird dann der Zugbetrieb voll eingestellt: Totalsperrung.

» Infos zum Bahnverkehr

+++ 07:55 Uhr, Evakuierungstrupps starten +++

Die Evakuierungshelfer sind startklar. Quelle: Martin Küper

Gleich werden große Teile von Potsdam werden zum Erliegen kommen. Der Sperrkreis zieht eine weiträumige Sperrung und eine umfassende Evakuierung nach sich. Zudem wird es zu erheblichen Einschränkungen im Personennahverkehr, im Bahnverkehr und dem Verkehr auf der Straße kommen.

+++ 07:50 Uhr, Hauptbahnhof +++

Der letzte Zug hielt um 7:53 Uhr. Die letzten Menschen verlassen den Bahnhof Quelle: Friederike Steemann

+++ 07:30 Uhr, Hauptbahnhof +++

Am Hauptbahnhof kam soeben die Durchsage, dass man das Gebäude verlassen solle. Die letzte S-Bahn fährt Punkt 8 Uhr. Regionalzüge nach Brandenburg und Magdeburg bzw Frankfurt (Oder) halten statt Potsdam Hbf am Bahnhof Park Sanssouci.

» Infos zum Bahnverkehr

+++ 07:07 Uhr, Evakuierungstrupps sammeln sich +++

Helfer für die Evakuierungsmaßnahmen sammeln sich auf dem Areal der Potsdamer Feuerwehr in der Holzmarktstraße.

+++ 06:57 Uhr, Evakuierung der Alten- und Pflegeheime +++
Gleich drei Altenheime müssen wegen der Bombenentschärfungen evakuiert werden. Ab 7 Uhr werden die Bewohner der Einrichtungen in Notquartiere untergebracht. Aber auch für alle anderen Menschen, die ihre Häuser verlassen müssen und nicht bei Freunden oder Verwandten außerhalb des Sperrkreises bleiben können, gibt es Notunterkünfte. Für den Bereich Am Kanal und Burgstraße, wo sich mit der Heilig-Geist-Seniorenresidenz und der Josephinen-Wohnanlage auch zwei Senioreneinrichtungen befinden, fungiert das Waschhaus an der Berliner Straße als Auffanglager. Die Menschen aus dem Bereich um den Hauptbahnhof sammeln sich auf dem Freiland-Gelände an der Friedrich-Engels-Straße oder der Comenius-Schule am Brauhausberg.

In allen betroffenen Bereichen werden Bus-Shuttles eingerichtet, die Menschen zu den genannten Sammelpunkten bringen.

+++ 05:54 Uhr, Hauptbahnhof Potsdam +++

Am Hauptbahnhof in Potsdam herrscht noch reger Betrieb. Oder schon? Vielleicht sind auch viele Pendler früher unterwegs, denn die Bahnhofspassagen in Potsdam bleiben ab 8 Uhr bis zum Ende der Bombenentschärfung geschlossen. Während der Evakuierungsmaßnahmen hält zwischen 8 und 10:30 Uhr kein Regionalzug und keine S-Bahn mehr am Hauptbahnhof. Ab etwa 10:30 Uhr wird dann der Zugbetrieb am Hbf in Potsdam eingestellt: Totalsperrung.

» Die Änderungen im Bahnverkehr

Alle wichtigen Informationen auf einen Blick

Achtung: Alle Ämtergänge in Potsdam müssen verschoben werden, da eine große Anzahl von Rathaus-Mitarbeitern sich an den Evakuierungsmaßnahmen beteiligen wird. Wer will, kann aber schwimmen gehen, denn das das Bad am Brauhausberg hat geöffnet. Zudem kann man sich die Zeit mit einem Besuch im Bildungsforum mit der Stadt- und Landesbibliothek vertreiben.

MAZonline wird den ganzen Dienstagmorgen aktuell über die Evakuierung und die Entschärfung berichten, denn wir können/ dürfen/ müssen arbeiten... ;-)

Alle Bewohnerinnen und Bewohner innerhalb des Sperrkreises müssen am Dienstagmorgen das Gebiet bis 8 Uhr verlassen haben. In allen betroffenen Wohnbereichen werden Busshuttles zur Fahrt zu den vorgesehenen Sammelpunkten zur Verfügung stehen.

Eine besondere Herausforderung wird die Evakuierung vieler älterer Menschen, die in betreuten Gemeinschaften innerhalb des Sperrkreises leben. Bettlägerige und gehunfähige Personen können bei der Feuerwehr unter der Telefonnummer (0331) 3701216 einen notwendigen Transport bzw. eine Verlegung anmelden. Für sonstige Informationen im Zusammenhang mit der Evakuierung wird ein Bürgertelefon (0331 289-0) geschaltet. Es ist am Dienstag bereits ab 6 Uhr besetzt.

Mit diesen Hinweiszetteln an der Haustür hat die Stadt Potsdam die Anwohner im Sperrkreis über die Evakuierung informiert. Quelle: MAZonline

Schulfrei haben die Schüler der Rosa-Luxemburg-Grundschule, der Lenné-Gesamtschule und der Grundschule Am Humboldtring. Ebenso geschlossen bleiben die vier Kindertagesstätten in der Burgstraße, der Straßen Am Kanal und im Zentrum-Ost. Zudem werden alle Unternehmen, Geschäfte und Einrichtungen im Sperrkreis ab 8 Uhr bis zur Beendigung der Maßnahme geschlossen bleiben.

Ein Aufenthalt innerhalb des Sperrkreises ist verboten.

Sperrkreis zur Bombenentschärfung am 24. September Quelle: Stadtverwaltung/ Scheerbarth

Kein Sprechtag in der Verwaltung

Die Landeshauptstadt Potsdam wird aufgrund der Bombenentschärfung am Dienstag, den 24. September, keinen Sprechtag in den Ämtern durchführen.

Bürgerservicecenter, KfZ-Zulassungsstelle, Standesamt, Ausländerbehörde und Gesundheitsamt bleiben an diesem Tag ebenso für den Publikumsverkehr geschlossen wie alle anderen öffentlichen Servicestellen der Stadtverwaltung.

Knapp 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Rathaus werden bei der Evakuierung des Sperrkreises helfen, daher ist die übliche Öffnung der Servicebereiche nicht möglich.

Wer nicht weiß, wohin er während der Bombenentschärfung gehen soll, dem seien die Not-Quartiere der Stadt Potsdam ans Herz gelegt. Die Landeshauptstadt stellt folgende Aufenthaltsmöglichkeiten zur Verfügung: Mehrzweckhalle der Feuerwehr in der Holzmarktstraße, die Schinkelhalle in der Schiffbauergasse 6, das Jugend- und Soziokulturzentrum „Freiland" in der Friedrich-Engels-Str. 22, das Bürgerhaus am Schlaatz im Schilfhof 28 sowie die Sporthalle Comenius-Schule am Brauhausberg 10.

Nicht die erste Bombe in der Nuthe
Vor fast genau drei Jahren, am 14. Oktober 2010, wurde fast an der gleichen Stelle eine Weltkriegsbombe unschädlich gemacht.

Die Entschärfung am 24. September 2013 wird nicht weiter von der Bombensprengung am 14. Oktober 2010 stattfinden. Quelle: MAZ

Der damalige Sprengmeister Manuel Kunzendorf musste die 250kg-Fliegerbombe jedoch unter Wasser sprengen, was eine riesige Fontäne zufolge hatte. Was jedoch ausblieb, war die Flutwelle. Genau darauf hatten damals aber zwei Surfer gewartet.

Unterwassersprengung am 14. Oktober 2010 Quelle: Bernd Gartenschläger

Hans-Peter Riedel und Matthias Litieu hatten sich mit dem Surfbrett am Rande des Sperrkreises an der Nuthe postiert und warteten auf die perfekte Welle. "So zwei Meter hoch, das wäre schon cool", freute sich Matthias damals. Was dann kam, war aber nicht der Rede wert....

Bereits über 130 Blindgänger in Potsdam unschädlich gemacht
Immer wieder werden in Potsdam Blindgänger aus dieser Zeit gefunden – über 130 Stück seit der Wende. Den schlimmsten Bombenangriff erlebte Potsdam kurz vor Kriegsende – in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1945. Ziel war nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen vor allem der Potsdamer Bahnhof.

Luftaufnahme der Royal Air Force von dem zerstörten Stadtschloss nach der Bombardierung in der Nacht zum 15. April 1945. Quelle: Potsdam Museum

1752 Tonnen Bomben wurden in dieser Nacht von 512 britischen Fliegern innerhalb von nur 30 Minuten über der Stadt abgeworfen. Experten schätzen eine Blindgängerquote der von alliierten Flugzeugen abgeworfenen Bomben zwischen zehn und zwanzig Prozent. Rund 5500 Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg werden in Deutschland jedes Jahr entschärft.

GUT 130 BOMBENFUNDE SEIT DER WENDE

23. Mai 2013: Die Entschärfung der in der Templiner Vorstadt gefundenen Weltkriegsbombe verlief reibungslos. Der Zünder wurde noch vor Ort gesprengt. 

9. April 2013: Entschärfung einer Weltkriegsbombe zwischen Telegrafenberg und Hermannswerder 

19. Juli 2012: In Bornim wird eine russische Bombe gesprengt. Die Entschärfung war zuvor gescheitert.

19. Juli 2011: An der Michendorfer Chaussee werden zwei Bomben entschärft: Nr. 130 und 131 seit der Wende. 3000 Menschen müssen evakuiert werden.

5. Juli 2011: An der Michendorfer Chaussee wird eine Bombe entschärft. 2300 Menschen werden evakuiert.

6. April 2011: 6000 Menschen müssen Wohnung, Kita oder Schule verlassen, um am Humboldtring eine US-amerikanische Fliegerbombe unschädlich zu machen.

14. Oktober 2010: Erstmals wird in Potsdam unter Wasser gesprengt.

22. April 2010: Ohne Komplikationen übersteht die Stadt die 120. Entschärfung seit der Wende (Zentrum-Ost).

7. April 2009: 5000 Menschen werden wegen einer Weltkriegsbombe am früheren RAW-Gelände evakuiert.

17. Dezember 2008: Entschärfung von vier 250-Kilo-Bomben am Fuße des Landtags.

4. August 2008: Bei Bauarbeiten an der Langen Brücke wird eine Bombe entdeckt. Die City wird teilweise gesperrt. Die Entschärfung verläuft reibungslos.

8. Februar 2008: In Bornim wird eine russische 75-Kilo-Bombe gesprengt.

16. Januar 2008: Am Bahnhof Pirschheide werden drei US-amerikanische Fliegerbomben gesprengt.

22. November 2007: In Babelsberg ist die 101. Bombe seit der Wende fällig.

4. Oktober 2007: An der Humboldtbrücke wird eine britische 250-Kilo-Fliegerbombe unschädlich gemacht.

30. August 2007: Eine 75 Kilogramm schwere russische Fliegerbombe wird an der Ecke Amundsen- / Verlängerte Amtsstraße gesprengt.

6. Februar 2007: Ohne größere Evakuierungen und ohne Unterbrechung des Eisenbahnverkehrs wird in der Pirschheide eine Fliegerbombe entschärft.

21. Juli 2006: Entschärfung einer britischen Fünf-Zentner-Bombe in der Lotte-Pulewka-Straße.

23. Oktober 2005: Am Klinikum wird eine Fünf-Zentner-Bombe entschärft.

8. Januar 2005: Auf dem Hof des Klinikums wird eine amerikanische 250-Kilo-Fliegerbombe mit Aufschlagzünder unschädlich gemacht.

22. Juni 2004: Auf dem Alten Markt wird am Obelisk-Fundament ein 250-Kilo-Sprengsatz entschärft.

29. Oktober 2003: An der B1 in West wird eine 105-Kilo-Splitterbombe geborgen.

23. Oktober 2002: Am Ravensberg wird eine 250-Kilo-Bombe gesprengt; die erste mit Langzeitzünder, die in Potsdam gefunden wird.

22. November 2001: Eine 250 Kilogramm schwere, einen Meter lange englische Fliegerbombe wird am Caputher Heuweg entschärft.

Bombenentschärfungen in Potsdam Vorschau auf Räumung der Bombe am Dienstag - Entschärfung legt Potsdam lahm

Die Bombenentschärfung in Potsdam wird am Dienstag ab 8 Uhr den Verkehr in der Landeshauptstadt über mehrere Stunden zum Erliegen bringen. Tausende Menschen müssen evakuiert werden. MAZonline bietet eine Vorschau auf die Evakuierung der 9000 Anwohner und die anderen Maßnahmen.

24.09.2013

Am Dienstag, 24. September 2013 wird in Potsdam eine amerikanische Fliegerbombe entschärft. In weiten Teilen der Stadt ist mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen. Straßen werden gesperrt, tausende Menschen müssen evakuiert werden und Busse und Straßenbahnen werden nur eingeschränkt verkehren.

21.09.2013
Bombenentschärfungen in Potsdam Allein in der Nacht des 15. April 1945 fielen 1752 Tonnen Bomben - Schon 130 Blindgänger in Potsdam entschärft

Am Dienstag werden in der Nuthe eine Fliegerbombe und eine Granate entschärft, die seit dem zweiten Weltkrieg im Fluss liegen. Nicht die einzigen Bomben im Tiefschlaf. Seit der Wende wurden bereits über 130 Blindgänger in der Landeshauptstadt entschärft. Weitere könnten folgen.

23.09.2013