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Potsdam Bombensprengung im Aradosee: Die wichtigsten Informationen im Überblick
Lokales Potsdam

Bombensprengung im Aradosee am 15.7. - die wichtigsten Infos im Überblick

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13:45 15.07.2020
Die ersten Strohballen treffen am Aradosee ein. Sie sollen später die Wucht der Explosion dämpfen. Quelle: Detlev Scheerbarth
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Potsdam

Es wird am Mittwoch wieder einen mächtigen Rumms geben. Die im Aradosee gefundene US-amerikanische 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg muss gesprengt werden.

Update: Laut Feuerwehrschef Ralf Krawinkel soll die Sprengung am frühen Nachmittag erfolgen, also deutlich später als zunächst von Sprengmeister Mike Schwitzke geplant. Zunächst wurde am Aradosee ein Floß mit 40 jeweils 300 Kilogramm schweren Strohballen beladen. Diese sollen später die Wucht der Detonation abmildern. Das Strohfloß schwimmt seit etwa 13.30 Uhr über der Bombe. Seit 10.40 Uhr ist der Sperrkreis menschenleer, alle Anwohner haben ihre Häuser und Wohnungen verlassen

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Die Bombe: Auf dem Blindgänger liegt ein Baum

Da die Bombe am Heck stark verkrustet ist, der Zünder nicht identifiziert werden kann und ein großer Baum samt Krone auf dem Blindgänger liegt, muss die Bombe gesprengt werden, teilte der Kampfmittelräumdienst gegenüber der MAZ mit. Um den Splitterflug zu begrenzen, wird erneut ein 7 mal 7 Meter großes Strohfloß zum Einsatz kommen.

Die Bombe war bei einer systematischen Suche in etwa drei Metern Tiefe und einem Meter Schlamm gefunden worden. Nach Auskunft von Sprengmeister Schwitzke liegt die Bombe am Grund des Sees „zur Hälfte frei“, so dass man den Zünder erfühlen und beurteilen konnte. Man weiß laut Schwitzke, um welche Art Zünder es sich handelt, kann ihn aber nicht bestimmen.

Weil es sich dieses Mal um eine US-amerikanische Bombe handelt, geht der Entschärfer von einer geringeren Sprengkraft aus als bei dem britischen Modell, dass man am 26. Juni vor der Mündung der Nuthe in die Havel sprengen musste; sie lag etwa genauso tief. Schwitzke hofft, dass das Strohfloß auch diesmal dafür sorgen wird, dass keine Bombensplitter durch die Gegend fliegen.

Am Ufer dort drüben suchte ein Taucher den Grund des Aradosees ab. Quelle: Rainer Schüler

Der Sperrkeis: 7500 Menschen müssen raus

Um den Fundort der Bombe wird ein Sperrkreis mit einem Radius von rund 800 Metern eingerichtet, der aber Straßenbegrenzungen hat und deshalb kein wirklicher Kreis ist.

Etwa 7500 Menschen in Babelsberg, Zentrum Ost und der Teltower Vorstadt, die innerhalb des Sperrkreises leben, müssen diesen bis 8 Uhr verlassen. Im Sperrkreis befinden sich drei Senioreneinrichtungen, vier Kitas, zwei Schulen sowie das Bundespolizeipräsidium, die evakuiert werden müssen.

Ein Bergungsteam arbeitet vom Floß aus. Quelle: Rainer Schüler

Die Verkehrsbehinderungen

Die Entschärfungsmaßnahmen werden Sperrungen in der Teltower Vorstadt, Babelsberg und Zentrum Ost zur Folge haben. Der Sperrbereich wird begrenzt durch den Horstweg, die Heinrich-Mann-Allee, den Humboldtring sowie die Rudolf-Breitscheid-Straße. Die Nuthestraße wird an der Abfahrt Horstweg gesperrt, bis zur Abfahrt Wetzlarer Straße bleibt sie offen, im Norden ist die Berliner Straße frei, eine Auffahrt auf die Nuthestraße ist dort auf Grund der Sperrung nicht möglich.

Der Potsdamer Hauptbahnhof und der S-Bahnhof Babelsberg sind von der Sperrung nicht betroffen und bleiben während der gesamten Maßnahmen offen. Sobald der Sperrkreis steht, enden die S-Bahnen aus Berlin am Bahnhof Babelsberg. Auch sämtliche Straßenbahnlinien können wie gewohnt fahren. Einzelne Buslinien sind betroffen und werden in der Friedrich-Engels-Straße unterbrochen.

Die Einsatzleitung für die Entschärfung wird, wie gewohnt, durch das Ordnungsamt geführt. Mehr als 300 Helferinnen und Helfer, unter anderem von der Landeshauptstadt Potsdam, der Berufsfeuerwehr, freiwilligen Feuerwehren, Bundespolizei und Polizei sind am Mittwoch im Einsatz, um den Sperrkreis zu räumen und abzusichern.

Informationen rund um die Entschärfung und den Sperrkreis erteilen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landeshauptstadt ab Dienstag, den 14. Juli noch bis 19.30 Uhr und Mittwoch, den 15. Juli ab 6 Uhr bis zur Beendigung der Maßnahme unter der Nummer (0331) 289 1677 sowie der Behördennummer 115 (8-18 Uhr). Personen, die nicht selbstständig den Sperrkreis verlassen können, melden sich bitte frühzeitig bei der Potsdamer Feuerwehr unter (0331) 370 1216, um einen Transport für Mittwoch zu bestellen.

Von Rainer Schüler