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Potsdam Potsdam sucht den Dschungelstar
Lokales Potsdam Potsdam sucht den Dschungelstar
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12:03 10.07.2019
Ziegensittich in der Biosphäre Quelle: Biosphäre
Bornstedter Feld

Manchmal macht’s der Mix: Man nehme ein bisschen „Deutschland sucht den Superstar“ und ein bisschen „Dschungelcamp“ – und voilà hat man „Potsdam sucht den Dschungelstar“. Das ist keine TV-Show, sondern das pralle Tierleben im Tropenparadies der Biosphäre. Dort startet eine Voting-Aktion, bei der man für sein Lieblingstier abstimmen kann. Dem Gewinner winkt eine Jahreskarte und eine persönliche Tierpfleger-Führung durch die Biosphäre. Dort wimmelt es nur so von Tieren, deren Geschichten oft voll ungeahnter Details steckt. Oder wussten Sie, warum der Mimikrydoktorfisch so heißt?

Die Biosphäre bietet Einblicke in eine Welt, die man sonst nur per Langstreckenflug erkunden kann. Und die massiv bedroht ist. Mit der „Dschungelstar“-Wahl möchte die Biosphäre auf die Vielfalt der Fauna im Regenwald aufmerksam machen. „Wir möchten den Tieren die ihnen gebührende Aufmerksamkeit geben, denn jedes von ihnen spielt eine wichtige Rolle für das Ökosystem der tropischen Regenwälder“, so Biosphäre-Marketingmanagerin Isabel Gabei. Die vier Top-Kandidaten werden von Tierpflegern vorgestellt.

Abstimmen kann man bis zum 31. August auf www.biosphaere-potsdam.de/angebote/highlights-ausstellungen/stimmen-fuer-den-dschungelstar.

Annekathrin Hoth mit Sonnensittich. Quelle: Varvara Smirnova

Annekathrin Hoth: „Mein Lieblingstier ist Sunny“

Mein Lieblingstier ist ein gelber Ziegensittich namens Sunny. Wenn wir ihn rufen, kommt er auch. Er ist von unseren frei fliegenden Vögeln der zutraulichste und der dickste – er klaut immer das Essen. Außerdem lässt er sich gerne auf meinem kleinen Lastenwagen herumfahren. Ziegensittiche haben ihren Namen, weil ihr Ruf ähnlich wie das Meckern einer Ziege klingt. Besonders wenn sie ihren Willen nicht kriegen oder wenn das Essen nicht schnell genug kommt, beginnen sie zu schreien.

Als Leckerli gibt es Mehlwürmchen. Sonst fressen sie Obst und Gemüse und auch die Bäume werden gerne angeknabbert. Einmal am Tag füllen wir die Näpfe auf; den Rest müssen sie sich suchen. Die Ziegensittiche stammen aus Neuseeland und sind dort stark bedroht durch den Rückgang ihres Lebensraums. Interessant ist, dass man nicht unterscheiden kann, ob es sich um Männchen oder Weibchen handelt: Ziegensittiche unterscheiden sich nicht in ihren Farben; zudem gibt es keinen Geburtskanal für die Eier, die durch die sogenannte Kloake gepresst werden, durch die auch der Kot ausgeschieden wird.

Thomas Meyer mit seinen Lieblingstieren Leguanen. Quelle: Varvara Smirnova

Thomas Meyer: „Die Leguane haben etwas Urtümliches.“

Mich faszinieren die Grünen Leguane, weil sie etwas Urtümliches haben. Sie sehen aus wie übrig gebliebene Dinos oder Drachen. Mit einer Körperrumpflänge von 1,50 Metern sind sie nicht gerade die Kleinsten. Theoretisch könnte man sie anfassen, aber die Leguane sind ja keine Kuscheltiere. Unsere beiden Grünleguane heißen Mutti und Vati, sind aber kinderlos.

Ihr natürliches Verbreitungsgebiet ist von Mexiko über Mittelamerika bis ins nördliche Südamerika. Es gibt verschiedene Zuchtformen; bei uns leben zum Beispiel rote Grüne Leguane, außerdem gibt es gelbe und blaue. Richtig grün ist die Wildform, die in den Bäumen lebt und sich mit dieser Farbe tarnt. Bemerkenswert ist, dass sie eine Art drittes Auge auf der Stirn haben. Damit können sie zwar nicht sehen, aber Hell-Dunkel unterscheiden. Wenn etwas von oben fallen würde, könnten sie es auf diese Weise wahrnehmen.

Leguane lieben es, in der Sonne zu liegen. In ihrem Terrarium in der Biosphäre muss eine künstliche Sonne als Ersatz dienen, unter der sie es sich dann gut gehen lassen. Ihre Leibspeisen sind Gemüse, Blätter und Ähnliches, denn Leguane sind Vegetarier.

Ines Riecke mit dem Himmelsfalter. Quelle: Varvara Smirnova

Ines Riecke: „Mein Favorit ist der Himmelsfalter“

Mein Favorit im Schmetterlingshaus ist der Himmelsfalter. Seinen Namen trägt er, weil er so blau wie der Himmel ist – beziehungsweise erscheint. Denn dieses wunderschöne Blau liegt nur im Auge des Betrachters: Es ist sozusagen ein Trick. Das Blau entsteht nicht durch Pigmente, sondern durch die Interferenz des Lichts auf den Flügel-Schuppen, die tannenbaumartig aufgebaut sind.

Auf den Unterseiten ihrer Flügel haben die Himmelsfalter sogenannte Augenflecke. Die sehen aus wie Augen und dienen der Täuschung von Fressfeinden. Aufgrund von Flecken verwechseln sie den Falter mit einem großen Tier und lassen ihn lieber in Frieden. Der Himmelsfalter lebt von Mittel- bis Südamerika und es gibt ihn in ungefähr 70 Arten: Seine Farben reichen von Perlmutt über Türkis bis zu verschiedenen Blautönen.

Es gibt Arten, die werden bis zu 16 Zentimeter groß. Unserer misst zehn bis zwölf Zentimeter. Himmelsfalter leben immerhin einige Wochen – anders als etwa der Atlasfalter, der nur wenige Tage lebt: Lang genug, um sich fortzupflanzen, aber nicht lang genug, um etwas essen zu müssen. Deshalb hat der Atlasfalter auch keinen Magen.

Der Himmelsfalter trinkt über seinen Rüssel am liebsten von gegorenen Früchten wie Bananen, Kiwi oder Orangen. In unserem Schmetterlingshaus leben zwischen 50 und 80 Schmetterlinge, die bis zu 20 verschiedenen Arten angehören.

Interessant ist, wie Schmetterlinge auf Schweiß oder kräftige Farben – zum Beispiel – auf T-Shirts reagieren. Beides lockt sie an. Bestimmte Gerüche nehmen sie mit ihren Antennenfühlern wahr. Auch die Suche nach dem richtigen Ort für die Ablage der Schmetterlingseier erfolgt nicht einfach wahllos nach dem Zufallsprinzip. Wichtig ist für die Tiere, die richtige Futterpflanze zu finden, von der sich der Nachwuchs ernähren kann. Die winzigen Raupen fressen dann vom Blatt, bis die Verpuppung beginnt. Nach dem Schlüpfen ist der Schmetterling zunächst einmal richtig zerknautscht. Ihre volle Größe erreichen die Schmetterlinge erst, indem sie Blut in die Flügel pumpen.

Rebekka Reisser mit ihrem Lieblingsfisch „Doktor M“. Quelle: Varvara Smirnova

Rebekka Reisser: „Dieser Fisch ist ein Meister der Täuschung“

Zu meinen Lieblingstieren in der Biosphäre zählt der Mimikrydoktorfisch in den Salzwasserbecken, den wir „Dr. M“ getauft haben. Woher er seinen Namen hat? Zuerst zum ersten Teil des Namens: Mimikry bedeutet, jemanden nachzuahmen. Und dieser Fisch ist ein Meister darin, andere Fische täuschend echt zu imitieren. Im Jugendstadium sieht er nämlich aus wie ein Kaiserfisch. Die sind sehr schnell. Das nutzt der langsame Doktorfisch für sich aus. Die Raubfische haben gelernt, dass Kaiserfische viel zu schnell und flink sind. Diese Tarnung nutzen die jungen Doktorfische.

Ihre Heimat ist der Indische Ozean, wo sie in der Nähe der Riffe leben, da sie Algen essen. Mit ihren scharfen Zähnen weiden sie den Algenwuchs von Steinen und Korallen ab und helfen so, den Bewuchs kurz zu halten. Dabei nehmen sie aber auch feine Sandkörnchen auf, die für den Verdauungsprozess der Tiere wichtig sind.

Doktorfisch heißt diese Familie, weil diese Art auf der Schwanzwurzel messerscharfe Stacheln, die wie ein Skalpell aussehen, oder dornartige Erhebungen hat. Das Skalpell kann zur Verteidigung ausgeklappt werden.

Von Ildiko Röd

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