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Potsdam Wahlkreis 61: Große Wahlschlappe der CDU in Potsdam
Lokales Potsdam

Bundestagswahl 2021: Schlechte Ergebnisse der CDU in Potsdam

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12:21 27.09.2021
CDU-Direktkandidatin Saskia Ludwig am Wahlabend in Potsdam.
CDU-Direktkandidatin Saskia Ludwig am Wahlabend in Potsdam. Quelle: Varvara Smirnova
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Potsdam

Die Potsdamer CDU hat eine schwere Wahlschlappe im Wahlkreis 61 rund um Potsdam erlitten. Die Christdemokraten rutschen im Zweitstimmergebnis von 24,8 auf nur noch 13,9 Prozent ab. Direktkandidatin Saskia Ludwig, die sich 2017 noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Manja Schüle (SPD) geliefert hatte und damals 24,9 Prozent der Wähler überzeugte, bekam nur noch 13,8 Prozent der Stimmen.

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Von 48.000 Wählern sind nur 26.000 geblieben

Die Wählerschaft der CDU ist am Sonntag dezimiert worden. Von 48.000 Stimmen im gesamten Wahlkreis bei der letzten Bundestagswahl sind nur etwa 26.000 verblieben. Ein Nachteil war dabei programmiert: Die CDU-Hochburg Werder ist bei dieser Wahl nicht mehr Teil des Wahlkreises 61 gewesen.

Der Blick auf Potsdam: Direktkandidatin Saskia Ludwig konnte nur einen Wahlbezirk gewinnen – und zwar Berliner Vorstadt 01, der den nördlichen Teil des Stadtteils hin zur Glienicker Brücke umfasst. Dort hat Ludwig 29,6 Prozent der Erststimmen erhalten und sich vor Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) an die Spitze gesetzt. Vor vier Jahren hatte Ludwig in 22 Potsdamer Wahlbezirken das beste Ergebnis eingefahren.

Nur drei statt 53 gewonnener Wahlbezirke in Potsdam

Bei den Zweitstimmenergebnissen liegt die CDU immerhin in drei der 114 Wahlbezirke vorne. Einerseits erneut im Norden der Berliner Vorstadt mit 26,3 Prozent (die FDP war hier sogar zweitstärkste Kraft mit 21,8 Prozent), außerdem dominierte die CDU auch in den Wahlbezirken Groß Glienicke 2 mit 22,5 Prozent und in Neu Fahrland 01 mit 23,4 Prozent. Doch der Vergleich mit 2017 ist dramatisch: Damals führte die CDU nicht nur drei Stimmbezirke an, sondern 53. Und auch in den Briefwahlbezirken war die CDU damals Sieger.

In den anderen Gemeinden des Wahlkreises steht die CDU nicht besser da: In Kleinmachnow, wo die Partei vor vier Jahren Wahlsieger war, rutschte die CDU hinter SPD und Grüne auf Platz 3 und verlor ein Drittel der Wähler. Das gleiche Bild auch in Michendorf, Schwielowsee, Stahnsdorf und Teltow: der damalige Wahlsieger rutschte ab. In Ludwigsfelde und Nuthetal, war es vor vier Jahren zumindest ein knappes Rennen gegen die SPD – davon kann nun keine Rede mehr sein.

CDU-Chef Michael Stübgen und Direktkandidatin Saskia Ludwig am Wahlabend in Potsdam. Quelle: Varvara Smirnova

CDU-Chef Stübgen: „Es ist einfach. Wir haben viele Stimmen verloren.“

Ludwig selbst kritisierte am Wahlabend, dass es in der Öffentlichkeit vor allem um das Kanzlerduell zwischen Scholz und Baerbock gegangen sei, „aber darum ging es hier nie.“ Auf der Wahlparty der CDU im Kutschstall am Neuen Markt sagte sie auch: „Wir werden auch darüber reden müssen, was wir tun müssen, um an Ergebnisse anzuknüpfen, die wir einmal hatten.“Da Ludwig den Einzug in den Bundestag auch über die Landesliste der CDU verpasst hat, bleibt ihr nun noch ihr Landtagsmandat. Sie sei nun „mit ganzer Kraft wieder an der Havel in Potsdam aktiv.“ Als wirtschafts- und energiepolitische Sprecherin der Fraktion im Brandenburger Landtag würden „große Arbeitspakete“ auf sie warten.

Der CDU-Landesvorsitzende Michael Stübgen hatte seiner Partei unmittelbar nach der ersten Prognose in klaren Worten gesagt: „Es ist einfach. Wir haben viele Stimmen verloren.“

Von Peter Degener

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