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Potsdam Annalena Baerbock wird Kanzlerkandidatin der Grünen
Lokales Potsdam

Bundestagswahl: : Annalena Baerbock wird Kanzlerkandidatin der Grünen

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14:13 19.04.2021
Annalena Baerbock.
Annalena Baerbock. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
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Potsdam

Nach monatelangen Spekulationen steht fest, mit wem an der Spitze die Grünen in den Bundestagswahlkampf ziehen wollen: Annalena Baerbock wird Kanzlerkandidatin der Grünen. Das gab der Co-Vorsitzende Robert Habeck am Montagvormittag bekannt.

Die Kandidatenfindung verlief bei den Grünen weitgehend geräuschlos. Die beiden Parteivorsitzenden Annalena Baerbock (40) und Robert Habeck (51) hatten die K-Frage untereinander ausgemacht. Die endgültige Entscheidung fällt dann auf dem Grünen-Parteitag vom 11. bis 13. Juni. Die Zustimmung gilt aber als sicher – egal wie die Nominierung ausfällt.

Baerbock: Klimaschutz als oberstes Ziel

„Für unsere Partei beginnt heute ein neues Kapitel, und wenn wir es gut machen, auch für unser Land“, sagte Baerbock. „Ich möchte mit meiner Kandidatur ein Angebot machen für die ganze Gesellschaft.“

In ihrer ersten Rede als designierte Kanzlerkandidatin zeichnete Baerbock ein Bild von Deutschland, „in dem Kitas und Schulen die schönsten Orte sind“ und in der „Pflegekräfte Zeit und Ressourcen haben, sich um die Menschen zu kümmern“. Deutschland müsse bei der Digitalisierung aufholen und sich als wehrhafte Demokratie behaupten.

Ins Zentrum ihrer Spitzenkandidatur stellte Baerbock jedoch den Kampf gegen den Klimawandel. „Klimaschutz ist die Aufgabe unserer Zeit, die Aufgabe unserer Generation“, sagte sie. Die neue Bundesregierung müsse Klimaschutz zum Maßstab für alle Entscheidungen machen, um die Pariser Klimaziele zu erfüllen, sagte sie.

Duell der Kanzlerkandidaten in Potsdam

Damit kommt es im Wahlkreis 61 (Potsdam und Umgebung) zum erwarteten Spitzenduell. Hier kämpft neben Baerbock auch der Kanzlerkandidat der SPD, Finanzminister Olaf Scholz, um das Direktmandat.

Die Grünen haben sich angesichts der seit 2018 hohen Umfragewerte erstmals für eine Kanzlerkandidatur entschieden. Derzeit sind sie mit mehr als 20 Prozent zweitstärkste Kraft hinter der CDU/CSU und vor der SPD.

In Umfragen lag die 40-jährige Baerbock bei den Sympathiewerten bisher hinter dem 51-jährigen Habeck, hat in den vergangenen Monaten aber aufgeholt. Habeck hat als Agrarminister und Vize-Ministerpräsident schon Regierungserfahrung in Schleswig-Holstein gesammelt. Das hat Baerbock nicht, gilt dafür als inhaltlich stärker.

Trittin: Beide können Kanzler

Der ehemalige Vorsitzende der Grünen, Jürgen Trittin, hält sowohl Annalena Baerbock als auch Robert Habeck für geeignete Kanzlerkandidaten. „Wir haben den Luxus einer guten Auswahl und wir können mit beiden Ergebnissen gut leben“, sagte der ehemalige Umweltminister Trittin am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“.

Zu Kritik an Baerbock, dass sie weder im Bund noch auf Landesebene Regierungserfahrung habe, sagte Trittin: „Ich habe in meiner politischen Geschichte eigene Erfahrungen gemacht, mit einer Regierungserfahrung, um dann festzustellen, dass man im Amt des Bundesministers gehörig dazulernen muss“.

Dabei habe die Basis der Partei aber kein Mitspracherecht. „Basisdemokratie muss Fragen entscheiden, wo es eine Konkurrenz, einen Widerspruch gibt“, so Trittin. Diese Konkurrenz gebe es zwischen den beiden Anwärtern nicht.

Von MAZ-Online

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