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Potsdam Buntes Stadtviertel: „Miami Art Déco“ am Filmpark
Lokales Potsdam Buntes Stadtviertel: „Miami Art Déco“ am Filmpark
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17:54 26.04.2019
Das Modell der neuen Medienstadt: Der „Vulkan“ des Filmparks und die davor liegende Metropolis-Halle (oben rechts) werden hinter farbigen Fassaden eines Hotels verschwinden. Quelle: Peter Degener
Babelsberg

Die Medienstadt Babelsberg bekommt ein völlig neues Antlitz. Rund um die Studios, die Filmuniversität und den Filmpark entsteht in den nächsten zehn Jahren ein völlig neuer Stadtteil. Der Entwurf stammt vom Berliner Architekturbüro Christoph Kohl, dessen Handschrift auch das Kirchsteigfeld trägt.

Detailverliebtes Modell des bunten Quartiers

Ein detailverliebtes Modell des neuen Quartiers steht seit kurzem in den Büroräumen von Friedhelm Schatz, dem Geschäftsführer des Babelsberger Filmparks – denn die Filmpark Babelsberg GmbH ist Eigentümer der vielen Flächen rund um die historischen Filmstudios. Neben Schatz steht der Berliner Hotelbesitzer Ekkehard Streletzki als Gesellschafter hinter den Plänen.

Die Dimensionen sind gewaltig: Insgesamt werden etwa 300.000 Quadratmeter Geschossfläche errichtet, wovon 60.000 für Wohnungen vorgesehen sind. Zum Vergleich: Im neuen Stadtviertel Krampnitz entstehen 700.000 Quadratmeter Fläche – dort allerdings auf der dreifachen Grundstücksgröße. Das Medienstadt-Konzept sieht dagegen urbane Dichte rund um die Studios und den Filmpark vor. „Die Atmosphäre der Filmstadt, dieser Mythos ist unser Alleinstellungsmerkmal“, sagt Schatz. Das soll die Architektur auch deutlich zeigen.

Mit Wohnungen, Hotel- und Gewerberäumen werden viele Brachflächen rund um die Babelsberger Filmstudios, den Filmpark und die Metropolis-Halle bebaut.

„Wir dürfen uns hier alles trauen, denn das ist an diesem künstlerischen Ort authentisch“

Wo sich heute nur der große Parkplatz des Filmparks neben der Metropolis-Halle befindet, werden Wohngebäude und ein Hotel- und Tagungszentrum errichtet. Die Pläne sehen ein „Themenhotel“ vor, dass den Film und seine Geschichte bei der Gestaltung innen und außen aufgreift. Den Architekturstil der Häuser an der Großbeerenstraße nennt SchatzMiami Art Déco“. In der amerikanischen Küstenstadt wurden in den 1930ern zahlreiche Gebäude in einem farbig-modernem Stil errichtet.

„Die Häuser werden zahlreiche Filmzitate aufweisen und an den ,Kleinen Muck‘, ,Metropolis‘ oder ,Die unendliche Geschichte‘ erinnern“, sagt Schatz. Mit abgetreppten Dächern, die an zwei Stellen mit bis zu acht Geschossen auch etwas über die übliche Traufhöhe hinausragen, wird auf Gotham City, die Stadt Batmans, angespielt. „Wir dürfen uns hier alles trauen, denn das ist an diesem künstlerischen Ort authentisch“, begründet er die ungewöhnliche Architektur.

Filmparkchef Friedhelm Schatz auf dem Hubschrauber im „Vulkan“ im letzten Sommer – da feierte der Filmpark seinen 25. Geburtstag. Quelle: Bernd Gartenschläger

250 Wohnungen sind schon gebaut, 400 weitere entstehen noch

Im Bereich zwischen Marlene-Dietrich-Allee und Stahnsdorfer Straße sind in den vergangenen Jahren bereits 250 Wohnungen entstanden. Weitere 400 Wohnungen kommen nun entlang der Sandscholle und der Großbeerenstraße hinzu. Entwickler Schatz verspricht mindestens 20 Prozent der Fläche als Sozialen Wohnungsbau.

Die Details des Bebauungsplan Nr. 119 werden noch von den Stadtverordneten diskutiert, wo es neben viel Lob für das Projekt auch Bedenken gibt: So wird die nördliche Baumreihe der Großbeerenstraße in diesem Abschnitt verschwinden. Auch die langfristig vorgesehene Tram-Trasse passt nur mit Ach und Krach in die Straße. „Das ist eine knifflige Geschichte“, gibt Schatz zu.

Blick von Westen in die Großbeerenstraße. im Vordergrund links soll die Grundschule entstehen. Die Baumreihe auf dieser Seite der Straße wird allerdings fallen. Quelle: Peter Degener

Gewerberiegel für IT-Firmen und Wissenschaft

Eine gute Nachricht gibt es für das kleine, denkmalgeschützte Wohnhaus an der Kreuzung von August-Bebel-Straße und Großbeerenstraße, das schon lange leer steht. „Das wird ein süßes Restaurant“, verspricht der Projektentwickler.

Dahinter sollen moderne Gewerberiegel errichtet werden. „Die Gestaltung ist an dieser Stelle noch nicht festgelegt“, sagt er – das Konzept sieht hier statt des verspielten Art Déco sehr klare Formen vor. Als Nutzer erhofft er sich in erster Linie IT-Firmen und wissenschaftlich orientierte Mieter.

Künstlicher Teich an der Filmuniversität

Auch auf der Fläche zwischen dem Sitz des Fernsehsenders Rbb und der Filmuniversität wird sich vieles verändern. Kleinere Gewerbewürfel sollen um einen künstlicher Teich herum gebaut werden. Ob diese grüne Mitte öffentlich zugänglich wird, „werden wir noch diskutieren“, sagt Schatz auf Nachfrage.

Daneben will er das neue Depot des Potsdamer Filmmuseums errichten – in Form einer Filmklappe. „Wir sind schon sehr weit mit dem Land und der Hochschule. Der Vertrag soll bald geschlossen werden“, kündigt Schatz an.

An der Filmuniversität (oben) entsteht ein künstlicher Teich. In Form einer Filmklappe entsteht dort auch ein neues Depot für das Potsdamer Filmmuseum (links). Quelle: Peter Degener

Arbeiten für den neuen Kostümfundus beginnen im Mai

Die gesamte Entwicklung, die teils auch durch fremde Investoren geleistet werden soll, werde mindestens zehn Jahre dauern. Doch schon Ende Mai geht es an einer Stelle los. Dann beginnen laut Schatz die Erdarbeiten für den neuen Kostümfundus, der bislang in alten DDR-Baracken neben Filmpark untergebracht ist.

Ein wichtiges Element des Quartiers soll eine Grundschule an der Großbeerenstraße werden, die Schatz im Auftrag der Stadt errichten soll. „Ich warte noch auf das Signal ein qualifiziertes Angebot abgeben zu sollen“, sagt er zum Status des Verfahrens.

Auch eine Seniorenresidenz und weitere Kitas kann er sich im neuen Quartier vorstellen. „Von der Krabbelgruppe bis zum Alter kann man dann hier leben. Und das ist doch der Inbegriff der Unterhaltungs-Branche, denn Film und Fernsehen decken auch jedes Alter ab“, sagt Friedhelm Schatz.

Von Peter Degener

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