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Potsdam Ein rasender Reporter in Aktion
Lokales Potsdam Ein rasender Reporter in Aktion
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09:51 01.04.2014
Unterwegs mit Attila Weidemann: MAZ-Praktikantin Eleonara Renn hat den TV-Reporter begleitet. Quelle: RBB
Potsdam/Chorin

Zehn Uhr morgens an einem sonnigen Donnerstagmorgen. Ich warte auf dem riesigen Gelände des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) in Potsdam-Babelsberg auf die TV-Legende Attila Weidemann.

Ich schaue mich um, um zu gucken, ob ich das bekannte Gesicht irgendwo erkenne, aber vergebens. Kein Attila Weidemann weit und breit. Doch plötzlich kommt mir – wie aus dem Nichts – eine blaue Schwalbe knatternd entgegengefahren und darauf: Attila, der rasende Reporter. Noch immer düst er mit seinem alten Mofa durchs Land, wie in alten Zeiten, als er für die ORB-Sendung „Tip TV“ unterwegs war. Der Moderator winkt fröhlich und nach 30 irritierten Sekunden meinerseits bemerke ich, dass er mich damit meint. Wir kommen gleich ins Gespräch und so erfahre ich Attilas Tagesplan und den heutigen Drehort: das Kloster Chorin, eine verwunschene ehemalige Zisterzienserabtei nördlich von Berlin, mitten in der Natur Brandenburgs. Dort soll der Wetterreport für die heutige Nachrichtensendung „Brandenburg aktuell“ anmoderiert werden.

Zwei Stunden Fahrt im Ü-Wagen – so nennen die Fernsehleute den Übertragungswagen, in dem sämtliches Reporterequipment verstaut ist – warten auf uns.

Genug Zeit also, um meiner Neugier freien Lauf zu lassen und den neben mir sitzenden Atilla mit meinen Fragen zu löchern. Da es mein großer Traum ist, selbst einmal Moderatorin zu werden, interessiere ich mich vor allem für seine Lebensgeschichte. „Wie bist du denn aufs Moderieren gekommen?“, „War das schon immer deine Leidenschaft?“, „Bist du zufrieden mit dem, was du machst?“ bombardiere ich ihn gleich zu Beginn der Fahrt nach Chorin. Er erzählt mir, dass er in seiner Kindheit schon immer viel ferngesehen und dann Sendungen wie die Hitparade oder „Am laufenden Band“ nachgespielt hat. Sogar die Wimbledon-Tennismatches spielte und kommentierte der junge Attila als Kind fröhlich nach.

"Moderation ist eine Kunst"

Beim Kloster angekommen, legt Attila sofort los, fotografiert, was das Zeug hält und zeigt dabei vollen Körpereinsatz. Für eine gute Moderation gebe er alles, sagt er: „sein ganzes Herzblut“. Das glaubt man ihm aufs Wort: Er legt sich auf den Bauch, kniet sich hin, rennt von einem Ort zum anderen und spricht motiviert Passanten an. Es ist unübersehbar, dass der TV-Moderator seine Arbeit liebt und großen Spaß an der Sache hat – das merkt später auch der Zuschauer.

„Moderation ist eine Kunst aus Mimik, Gestik und Sprache“, erklärt mir Attila. Als stille Beobachterin bewundere ich das Spektakel und werde Zeugin von diesem Zusammenspiel. Attila hat Erfahrung in vielen journalistischen Bereichen. Zunächst hospitierte der Reporter aus Freiburg im Breisgau (Baden-Württemberg) beim Radio. Während des Studiums an der Freien Universität in Berlin sammelte er auch erste Praxiserfahrungen bei dem Berliner Sender FAB und schrieb unter anderem für die Tageszeitung. Heute moderiert Attila sowohl Tier- als auch Wettersendungen im RBB. In den vergangenen Jahren moderierte er außerdem den Tourismuspreis des Landes Brandenburg.

Ob es für den Erfolg irgendein Geheimrezept gibt, frage ich den 47-jährigen TV-Star. Seiner Meinung nach nicht. Es sei einfach wichtig, das zu machen, was einen schon zu Jugendzeiten interessiert hat, rät er mir. Und gibt mir außerdem noch mit auf den Weg, dass man versuchen müsse, sein Talent so auszuüben, dass man davon auch leben kann. Er selbst hat allemal Talent, davon bin ich überzeugt. Die Menschen lieben ihn und seine offene Art – das ist schon ziemlich beeindruckend.
Nach einem schönen Moderationstag mit vielen interessanten Eindrücken machen wir uns auf den Rückweg nach Potsdam. Schließlich muss alles Gefilmte im Studio noch gekürzt und zusammengeschnitten werden. Am selben Abend kann ich mir das Gesamtwerk im Fernsehen ansehen. Ein tolles Gefühl zu wissen, wie so eine Sendung zustande kommt.

Ich frage mich, ob ich es jemals soweit bringen werde. Attila, der meine Gedanken zu lesen scheint, gibt mir Tipps und ermutigt mich: „Ruhig und präsent sein, ehrgeizige Ziele definieren und dann überlegen, wie man dahin kommen könnte. Aber vor allem: Hab keine Angst, dich zu blamieren. Das ist sympathisch, und der erste Eindruck zählt.“ Na, wenn das alles ist! Im Blamieren bin ich nämlich richtig super und ehrgeizig kann ich auch sein, wenn ich will. Vielleicht sehen wir uns ja dann bald im Fernsehen wieder!

Seit mehr als 20 Jahren unterwegs für Tiere, Land und Leute

  • Attila Weidemann wurde 1967 in Freiburg im Breisgau geboren. Nach dem Abitur zog er 1989 nach Berlin und studierte an der Freien Universität Publizistik, Osteuropastudien und Slawistik.
  • 1992 begann er als Redakteur bei der ORB-Sendung „Tip TV“, die bis 1997 als Wochenmagazin für Berlin und Brandenburg ausgestrahlt wurde. Für diese Sendung entwickelte der Moderator die Figur des „rasenden Reporters“ – ein schräger Typ mit Mütze und gelber Nickelbrille, der sich mit seinem alten, blauen Mofa auf die Suche nach spannenden Geschichten in der Region machte.
  • 1997 wechselte Weidemann zu Sat 1 und arbeitete in der Unterhaltungsshow „Vorsicht Kamera – das Original“ und veralberte in witzigen Interviews Prominente wie Dieter Bohlen oder Kati Witt.
  • Als „rasender Reporter“ kam er ein Jahr später zurück zum ORB und startete seine 14-tägliche Show „Land und Leute“. Mit seiner eigenen Produktionsfirma produzierte Weidemann mehr als 150 Folgen. Von 2005 bis 2008 moderierte er zusätzlich auf Antenne Brandenburg.
  • Als Wetterreporter ist er seit 2006 täglich für die Nachrichtensendung „Brandenburg aktuell“ unterwegs.
  • Seit 2007 moderiert Weidemann, der mit seiner Familie in Werder lebt, die RBB-Sendung „Tier zuliebe“. Darin stellt er Hunde und Katzen vor und vermittelt Tieren aus der Region ein neues Zuhause.

Von Eleonora Renn

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