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Potsdam Corona in der Kita: Mehr als hundert Kinder in Quarantäne
Lokales Potsdam

Corona-Fall in Potsdamer Kita

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17:53 28.07.2020
In einer Potsdamer Kita ist eine Corona-Infektion aufgetreten. Quelle: Monika Skolimowska/dpa
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Potsdam

In einer Potsdamer Kindertagesstätte ist es zu einer Infektion mit Sars-CoV-2 gekommen. Wie die Stadtverwaltung am Dienstagnachmittag mitteilte, hat sich ein Kind angesteckt. Das Gesundheitsamt habe eine Quarantäne für alle Kontaktpersonen verhängt und weitere Tests angeordnet, die Kita solle jedoch geöffnet bleiben.

Den Angaben zufolge handelt es sich bei der Einrichtung um die Kita Kinderland der Arbeiterwohlfahrt im Stadtteil Schlaatz. Der positiv getestete Junge sei symptomfrei und habe sich wohl bei einem ebenfalls infizierten Elternteil angesteckt, teilt ein Stadtsprecher mit. Bis Ende vergangener Woche wurde es in der Kita betreut. Nun sollen mehr als 100 Kita-Kinder sowie fünf Erzieherinnen und Erzieher am Mittwoch auf das Virus getestet werden. Sie gelten allesamt als Kontaktpersonen ersten Grades und müssen in Quarantäne. Mit ersten Ergebnissen wird am Donnerstag gerechnet.

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Awo-Chefin appelliert an die Politik

Der Krippenbereich der Kindertagesstätte ist nicht betroffen, die Einrichtung kann somit in Teilen geöffnet bleiben – die rund 30 Kinder, die am 23. und 24. Juli nicht im Kindergarten waren, dürfen die Kita weiter besuchen. Wie die Awo-Chefin Angela Schweers auf MAZ-Anfrage mitteilt, werden die Räumlichkeiten noch am Dienstagabend großflächig desinfiziert. Schweers appelliert angesichts der ersten Infektion in einer Potsdamer Kita an die Politik, dringend eine Regelung für freiwillige Tests von Kita-Mitarbeitern zu finden. „Bislang gibt es nur für Schulen eine Lösung, wir sehen hier, dass es allerhöchste Zeit ist“, sagt sie.

„Das Gesundheitsamt ergreift in Abstimmung mit der Arbeiterwohlfahrt alle erforderlichen Maßnahmen, damit sich das Virus in der Einrichtung und dem Stadtteil nicht weiter ausbreiten kann“, sagt die Beigeordnete für Gesundheit, Brigitte Meier. „Grundsätzlich verzeichnet das Robert Koch Institut bundesweit wieder steigende Infektionszahlen und sieht die Entwicklung mit Sorge. Daher ist die Einhaltung der Quarantäneregeln sowie der allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln ein Muss, um auch in den kommenden Wochen größere Ausbruchsgeschehen zu verhindern.“ Schließlich sollten in zwei Wochen die Schüler wieder in die Schule gehen, viele Menschen kämen zudem aus dem Urlaub zurück. Auch werde sich, so Meier, das öffentliche Leben wird sich mit dem nahenden Ende des Sommers wieder zunehmend in geschlossene Räume verlagern. „Das alles kann, wenn wir nicht aufpassen, zu einem deutlichen Anstieg der Infektionen führen“, sagt die Beigeordnete.

Zahl der Kontaktpersonen ist hochgeschnellt

Von Mitte März bis Ende Mai waren die Kindertagesstätten in Potsdam geschlossen gewesen, um einer Ausbreitung des Virus zu erschweren. Lediglich eine Notbetreuung für Kinder von Eltern mit so genannten strukturrelevanten Berufen war eingerichtet worden. Mittlerweile arbeiten die Kitas wieder weitgehend im Normalbetrieb. Allerdings müssen Eltern weiterhin in vielen Einrichtungen draußen bleiben oder dürfen nur wenige Räume mit einem Mund-Nasen-Schutz betreten.

Insgesamt haben sich seit dem Beginn der Pandemie 661 Potsdamer mit dem Coronavirus infiziert, 511 Personen gelten als genesen, ein Patient wird im kommunalen Bergmann-Klinikum auf der Intensivstation beatmet. 51 Bürger der Stadt sind mit oder an Covid-19 gestorben. In der vergangenen Woche wurden acht Infektionen nachgewiesen – durch den Fall in der Kita hat sich die Zahl der Kontaktpersonen in Quarantäne von acht auf mehr als 120 erhöht. Zuvor waren in den Kindertagesstätten der Stadt

Von Saskia Kirf

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