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Potsdam Corona-Krise: Fraktionen rufen zu Besonnenheit und zur Applaus-Aktion auf
Lokales Potsdam Corona-Krise: Fraktionen rufen zu Besonnenheit und zur Applaus-Aktion auf
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16:06 30.03.2020
Stadtverordnetenversammlung im alten Plenarsaal. Quelle: Peter Degener
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Potsdam

Zu Geduld und Besonnenheit und dem kreativen Umgang mit der Coronakrise rufen die Fraktionen der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung auf. Die Einwohner gingen überwiegend vernünftig mit den Beschränkungen des Alltags um, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die am Montag nach einer Telefonkonferenz verschickt wurde. Doch lasse die Entwicklung der Virusausbreitung noch keine Lockerung zu.

Öffentlicher Applaus am 3. April

Am 3. April um 17.59 Uhr sind die Potsdamer erneut zum öffentlichen Applaus aufgerufen. Von Balkonen oder Fenstern aus sollen sie denjenigen Beifall spenden, die sich in der Corona-Zeit um Erkrankte und hilfsbedürftige Menschen kümmern.

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Unterzeichner sind die Fraktionen von SPD, Bündnis 90 / Die Grünen, Die Linke, CDU, FDP und Bürgerbündnis sowie Alexander Frehse (Die Partei) und SVV-Vorsitzender Pete Heuer (SPD). Die Fraktion UWG/BVB-Freie Wähler kritisiert allerdings, dass sie nicht einbezogen worden sei und die Erklärung nicht unterzeichnen konnte.

Hier die Erklärung aus der SVV im Wortlaut:

„In der zweiten Woche mit weitreichenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens zeigen die Potsdamerinnen und Potsdamer ein überwiegend vernünftiges und besonnenes Handeln. Die demokratischen Fraktionen, die fraktionslosen Stadtverordneten und der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung möchten ihnen hierfür herzlich danken und sie gleichzeitig bitten, den ordnungsbehördlichen Vorgaben weiterhin zu folgen, um die Ausbreitung des Covid-19-Virus einzudämmen.

Die vielfältigen gesellschaftlichen Initiativen zur Unterstützung hilfsbedürftiger Mitbürgerinnen und Mitbürger verdienen unseren Respekt und unsere Unterstützung. Viele Berufsgruppen sind in diesen Tagen besonders gefordert und leisten herausragende Arbeit. Dafür möchten wir uns auch in dieser Woche mit einem anhaltenden und herzlichen Applaus von Balkonen und Fenstern am Freitag um 17:59 Uhr bedanken.

Auflagen müssen erst wirken

Verantwortungsvolles Handeln erfordert, dass eine Lockerung der Auflagen erst dann in Betracht gezogen wird, wenn deren Wirksamkeit klar beurteilt werden kann; dies ist im Moment noch nicht der Fall. Gleichwohl ist zu überlegen, wie die – zum Teil gravierenden – Auswirkungen der geltenden Einschränkungen abgemildert werden können, ohne den gesundheitlichen Schutz zu reduzieren: Es ist gut, dass Restaurants einen Bestell- und Abholservice anbieten können; auch anderen Branchen, etwa dem lokalen Buchhandel, sollte ein eingeschränkter Verkauf unter Wahrung der Abstandsregeln erlaubt werden. Wenn Menschen viel Zeit zu Hause verbringen müssen, sind auch geistige Nahrungsmittel essenziell. Hier ist Fantasie und Pragmatismus gefragt. So können wir es schaffen, solidarisch und ohne Panik durch die aktuelle Krise zu kommen.“

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Von MAZonline

30.03.2020
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