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Potsdam Corona in Potsdam: Die wichtigsten Infos in Kürze
Lokales Potsdam Corona in Potsdam: Die wichtigsten Infos in Kürze
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16:35 04.06.2020
Betten für Corona-Patienten im Josefs-Krankenhaus. Quelle: Alexianer St. Josefs-​Krankenhaus
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Potsdam

Die Zahl der Potsdamer Corona-Toten ist mittlerweile auf 53 gestiegen. Am Samstag verlor eine 85-Jährige in einer Berliner Klinik ihren Kampf gegen die Krankheit Covid19, bereits am Freitagnachmittag informierte die Stadtverwaltung über den Tod eines 59-jährigen Potsdamers.

Zugleich gibt es aber auch gute Nachrichten: Das Gesundheitsamt registriert nur wenig neue Infektionen. Seit Mittwochmorgen gab es nur eine Neuinfektion. Insgesamt haben sich in Potsdam damit 637 Menschen mit Sars-Cov2 infiziert, 487 davon gelten bereits wieder als genesen.

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Am Montag gibt es neue Lockerungen. Für Eltern wichtig: Tagespflegestellen können wieder öffnen und Kitas in einen beschränkten Regelbetrieb übergehen. Das hatte das Land am Mittwoch entschieden. Die Stadt gibt den Kitas keine Gruppengrößen vor und das Gesundheitsamt kontrolliert die Schutzkonzepte der Einrichtungen nicht. Aber die Krippen, Kindergärten und Horte müssen sich an den Rahmenhygieneplan des Landes halten. Darüber informierte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) am Mittwoch die Stadtverordneten.

Außerdem öffnen die Stadt- und Landesbibliothek, Volkshochschule und das Stadtarchiv. Es gelten Beschränkungen. Die städtische Musikschule hat bereits wieder geöffnet und bietet Einzelunterricht an. Es folgen in der Woche auch die Fitnessstudios und die Strandbäder (28. Mai). Das teilte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung mit.

Für alle, die dringend einen Reisepass, den Personalausweis oder ein Anwohnerparkschild brauchen: Inzwischen arbeitet der Bürgerservice des Rathauses wieder. Allerdings eingeschränkt. Man braucht einen Termin und den gibt es nur telefonisch unter der 115.

Mundschutz à la Potsdam. Quelle: Varvara Smirnova

Mund-Nase-Schutz-Pflicht bleibt bestehen

Damit die Zahlen der Corona-Ausbreitung kontrollierbar bleiben, gilt weiterhin eine Mundschutz-Pflicht in Bussen, Bahnen und Geschäften. Diese Regelung wird um so wichtiger, als dass weitere Lockerungen bei den verordneten Schließungen bevorstehen. Geschäfte sind uneingeschränkt geöffnet, körpernahe Dienstleistungen wieder erlaubt und auch Bars und Restaurants dürfen seit Freitag wieder öffnen.

Auftakt zur Biergartensaison in der Kneipe Hafthorn (v.l.): Steffi Krausewald, Thorsten Häcker und Steffen Krausewald. Quelle: Varvara Smirnova

Die Lage im Ernst-von-Bergmann-Klinikum

Das Klinikum „Ernst von Bergmann“ hält an seiner Besuchersperre fest. Aber die Rettungsstelle fährt langsam wieder hoch. Der Rettungsdienst fährt bestimmte Notfälle wieder dorthin. Die Stadt hat ihre Auflagen nach dem Corona-Ausbruch aufgehoben.

Am Mittwoch hat die neue Klinik-Leitung erstmals konkrete Fehler und Versäumnisse eingeräumt. Bereits am 25. März hatte es zwei auf Covid-19 positiv getesteten Patienten gegeben. Die Fälle wurden nicht ans Gesundheitsamt gemeldet.

Welchem Druck die Mitarbeiter des Klinikums in der Corona-Zeit ausgesetzt sind, was sie erleben, was sie verarbeiten müssen – Krankenschwester Bettina Schade hat der MAZ ihren Alltag unter besonderen Bedingungen geschildert.

Die Lage am St.-Josefs-Krankenhaus

Das St.-Josefs-Krankenhaus hat viele Leistungen aufgefangen, als das große städtische Klinikum gesperrt wurde. Auch dort gab es ein Besuchsverbot, den Stopp nicht lebensnotwendiger Operationen und Coronatests. Inzwischen öffnet sich das katholische Krankenhaus wieder. Doch es gibt Unzufriedenheit in der Belegschaft.

Väter dürfen wieder in den Kreißsaal

Seit Mitte März durften Partner in Potsdam nicht mehr mit in den Kreißsaal. Nun ist das Verbot gefallen, die gemeinsame Geburt im St. Josefs-Krankenhaus und im „Ernst von Bergmann“ ist wieder möglich. Allerdings unter strikten Auflagen.

Hintergrund zur Führungskrise am Potsdamer Klinikum

Die Hintergründe des Corona-Ausbruchs am Ernst-von-Bergmann-Klinikum soll eine Untersuchungskommission aufarbeiten. Sie trat in dieser Woche zusammen. Geleitet wird sie von Brandenburgs einzigem Virologen Frank Torsten Hufert sowie von Ex-Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke).

Die Leitung des städtischen Krankenhauses wurde von Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) für sechs Monate beurlaubt. Die kommissarische Geschäftsführung übernehmen Hans-Ulrich Schmidt (53), der das Klinikum im südbrandenburgischen Forst leitete, und Tim Steckel, welcher der Klinikleitung im Potsdamer Haus als kaufmännischer Direktor angehört.

Zuvor hatten die beurlaubten Geschäftsführer eingestanden, bei Infektionsfällen im Haus nicht schnell und konsequent genug gehandelt zu haben. In den nächsten Monaten soll eine Untersuchungskommission die Geschehnisse an Potsdams größtem Krankenhaus aufarbeiten.

Infizierter berichtet über seine Erfahrungen

Der Potsdamer Zahnarzt Andreas Möckel hat sich mit dem Coronavirus infiziert, liegt krank zuhause und schildert seine Erfahrungen mit der Krankheit, von der sagt, es sei die schlimmste die er je erlebt habe. Nachdem es ihm zwischenzeitlich so schlecht ging, dass er weder schreiben noch telefonieren konnte, ist er nun genesen – und schreibt für die MAZ über den schwierigen Weg zurück in den Alltag.

Corona-Testzentren

In der Jägerallee 6 gibt es eine zentrale Stelle, an der Abstriche von Patienten mit Corona-Verdacht genommen werden. Die zweite zentrale Abstrichstelle für den Test auf das Coronavirus am Stern wurde geschlossen. Getestet werden im Screeningzentrum „begründete Verdachtsfälle“.

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Wer die Kriterien des Robert-Koch-Instituts erfüllt, wird gebeten, sich ab sofort in einem der beiden Potsdamer Screening-Zentren statt beim Hausarzt testen zu lassen. Diese Vorgehensweise wurde im Verwaltungsstab festgelegt, um die Hausärzte im Stadtgebiet zu entlasten. „Es ist keine Überweisung mehr durch den Hausarzt oder das Gesundheitsamt nötig“, sagt Potsdams Amtsärztin, Kristina Böhm. Doch die Hausärzte sind nicht immer einverstanden mit dem Krisenmanagement des Gesundheitsamtes. Es gibt Kritik an der fehlenden Erreichbarkeit.

Zweites Abstrichzentrum in Potsdam Am Stern. Quelle: Jan Russezki

Die Geburt müssen Frauen im Bergmann und im St. Josefs vorerst ohne die Väter durchstehen. Quelle: Maz

Kontaktverbot

Trotz aller Lockerungen: Es gilt weiterhin ein Kontaktverbot. In der Öffentlichkeit muss der 1,50-Meter-Abstand eingehalten werden. Private Treffen sind nur für jeweils zwei Hausstände/Familien erlaubt.

Schulen, Kitas und Gebühren

Schulen und Kitas öffnen schrittweise. Die Abiturprüfungen wurden unter besonderen Bedingungen geschrieben. Weitere Klassenstufen sind unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen zurückgekehrt.

Die Notbetreuung wird über Notaufnahme-Gruppen in den Kitas gesichert. Der Kreis der Anspruchsberechtigten wurde erweitert. Nutzen können diese Gruppen nur Eltern aus „strukturrelevanten Berufen“. Wer zu diesen Berufsgruppen gehört und Anspruch auf eine Notbetreuung hat, findet alle relevanten Informationen dazu auf der Internetseite der Stadt Potsdam.

Nummern in der Coronakrise

Ausführliche Informationen zum Coronavirus und dem Geschehen weltweit bietet das Robert-Koch-Institut auf seiner Internetseite. Auch die Kassenärztliche Vereinigungen haben unter www.116117.de Erklärvideos und zentrale Fragen und Antworten zum Coronavirus zusammengestellt.

Telefon-Hotlines zum Coronavirus: Bürger, die Fragen zu den wegen des Coronavirus getroffenen Regelungen und deren Umsetzung haben, können sich bei der Stadt Potsdam unter der Telefonnummer 0331/289 1040 Auskünfte holen. Für Unternehmer ist eine Hotline unter der Telefonnummer 0331/289 2888 geschaltet.

Für allgemeine Fragen gibt es Bürgertelefon des Bundes unter 030/346 465 100 (montags bis donnerstags 8 bis 18 Uhr, freitags 8 bis 12 Uhr). Die Unabhängige Patientenberatung ist erreichbar unter 0800/011 77 22. Beim Brandenburger Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) ist ein Bürgertelefon eingerichtet unter 0331/86 83-777 (montags bis freitags 9 bis 15 Uhr). Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice erreichbar per Fax: 030 340 60 66 – 07 oder E-Mail: info.gehoerlos@bmg.bund.de. Gebärdentelefon: www.gebaerdentelefon.de/bmg

Das ist zu tun im Krankheitsfall: Bewahren Sie die Ruhe und rufen Sie von zu Haus aus ihren Hausarzt an. Gehen Sie auf keinen Fall ohne telefonischen Kontakt in die Praxis und vermeiden Sie Kontakt mit anderen Menschen. Alternativ rufen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst an unter 116117.

Öffentlicher Nahverkehr

Auch im öffentlichen Nahverkehr in Potsdam gibt es aufgrund der Coronakrise einige Einschränkungen. Die Verbindungen sind in der App des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg sowie unter www.vbb.de/fahrinfo hinterlegt. Die Fahrpläne sind auch im PDF-Format auf der Internetseite des Verkehrsbetriebs zu finden.

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Da sich die Nachrichtenlage ständig ändert, aktualisieren wir diesen Text in regelmäßigen Abständen.

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Von MAZonline

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