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Potsdam Die Corona-Lage am Freitag: Inzidenz in Potsdam auf Höchstwert – zwei neue Todesfälle
Lokales Potsdam

Corona in Potsdam | Update Freitag, 14.01.2022: 335 neue Fälle, Rekord-Inzidenz

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11:15 14.01.2022
Heute startet in Potsdam die Sonderaktion „Biontech für alle“.
Heute startet in Potsdam die Sonderaktion „Biontech für alle“. Quelle: Fabian Sommer/dpa (Symbolbild)
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Potsdam

Die Panne bei der Übertragung der bestätigten Corona-Fälle vom Potsdamer Gesundheitsamt an das Robert-Koch-Institut (RKI) am Anfang der Woche hat keine Auswirkungen mehr auf die Corona-Statistik. „Die technischen Probleme der Vortage sind behoben und die Zahlen entsprechen dem aktuellen Stand“, teilte die Stadt am Freitagmorgen mit. Zuvor war es fraglich, ob es heute wieder valide Zahlen gibt. Die Zahl der Neuinfektionen ist enorm.

Die wichtigsten Zahlen am Freitag

Neuinfektionen: 335 (Vortag: 605)

Das ist der zweithöchste Zuwachs an Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie im März 2020. In wieweit es sich wirklich um die Zahl der Corona-Fälle aus den vergangenen 24 Stunden handelt, wird sich noch zeigen müssen. Schon jetzt ist der bereinigten bzw. korrigierten RKI-Statistik zu entnehmen, dass sich die Corona-Fälle anders verteilen als gemeldet. Das hat auch mit der eingangs erwähnten Panne zu tun. Insgesamt haben sich in Potsdam bisher 16.155 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

Sieben-Tage-Inzidenz: 724,8 (Vortag: 641,4)

Die hohen Zahlen in den vergangenen Tagen ziehen zwangsläufig einen steilen Anstieg der Inzidenzkurve nach sich. Im Vergleich zum Jahresbeginn hat sich der Inzidenzwert mehr als verdoppelt. Potsdam weist heute die brandenburgweit höchste Inzidenz auf. Die zweithöchste Inzidenz hat heute der Landkreis Teltow-Fläming (648,2) vor Potsdam-Mittelmark mit 592,3.

Die Hospitalisierungsinzidenz für Brandenburg liegt am Freitag bei 2,9 (Donnerstag bei 3,3). Die Lage in den Krankenhäusern entspannt sich leicht: Die Warnampel blieb gestern bei einem Wert von 3,3 neuen Krankenhauspatienten mit Covid-19 je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen und einem Anteil von 17,4 Prozent an Covid-19-Patienten bei Intensivbetten auf Gelb. Beide Werte gingen im Vergleich zum Mittwoch zurück.

Wichtiger neuer Leitwert: Hospitalisierungsinzidenz

Der Wert gibt vereinfacht gesagt an, wie viele von 100.000 Bürgern in der letzten Woche wegen einer Coronainfektion stationär aufgenommen wurden.

Die Hospitalisierungsinzident bestimmt über die Optionen der Bundesländer, neue Einschränkungen zu verhängen: Ab einem Wert von drei gilt die 2G-Regel, ab einem Wert von sechs 2Gplus, ab neun können Lockdowns und vergleichbar scharfe Maßnahmen verhängt werden.

Corona-Patienten in Potsdam: In Potsdam wurden am Freitag 23 Covid-Patienten stationär behandelt, davon 9 intensivmedizinisch. In Potsdam wurde gestern zudem ein weiterer Todesfall und am heutigen Freitag zwei neue Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkranung gemeldet. Seit Ausbruch des Virus wurden in Potsdam somit insgesamt 263 „Corona-Tote“ gezählt.

Was Corona mit unserem Alltag macht

Schärfer als der Bund: Die Brandenburger Landesregierung will am heutigen Freitag in einer Sondersitzung per Video die geplanten schärferen Corona-Regeln beschließen und den Landkreisen und kreisfreien Städten voraussichtlich nächste Woche eine Empfehlung für ihre Regelungen zur Corona-Quarantäne geben. Die Gesundheitsämter sollen darüber informiert werden, auch mit Hinweisen für eine einheitliche Umsetzung, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Gabriel Hesse, gestern in Potsdam. Geplant sei, dass Kontaktpersonen nicht in Quarantäne müssen, wenn sie eine Auffrischungsimpfung haben, seit weniger als drei Monaten doppelt geimpft sind, geimpft und genesen oder seit weniger als drei Monaten genesen sind. Für alle Übrigen sollen Isolation oder Quarantäne in der Regel nach zehn Tagen enden. Nach sieben Tagen kann man sich mit PCR- oder Antigentest freitesten, Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeheimen nur mit PCR-Test und ohne Symptome seit mindestens 48 Stunden.

Die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam geht in ihren neuen Quarantäneregeln über die Bund-Länder-Vereinbarung hinaus. Weil vor allem unter Kinder und Jugendlichen (siehe unten) in den vergangenen Tagen viele Neuinfektionen festgestellt worden seien, könnten sich Kinder als Kontaktpersonen erst nach sieben statt fünf Tagen freitesten.

→ LESETIPP: Quarantäne für Infizierte und Kontaktpersonen: Diese Regeln gelten ab sofort in Potsdam

Biontech für alle: Bisher 38,8 Prozent der Brandenburgerinnen und Brandenburger haben eine Booster-Impfung erhalten, der Bundesdurchschnitt liegt mit 45,1 Prozent klar höher. In Potsdam kann man heute und morgen an der Steigerung dieser Quote mitwirken: Mit der Sonderaktion „Biontech für alle“ bietet die Stadt Potsdam allen die Chance, sich mit dem begehrten Impfstoff impfen zu lassen – Erst-, Zweit- und Drittimpfungen sind möglich. Termine für die Schinkelhalle gibt es hier, Termine für die Metropolishalle gibt es hier. Geimpft wird so lange der Vorrat reicht.

Kontaktnachverfolgung: Die Zukunft der Luca-App zur Nachverfolgung von Kontakten in der Corona-Pandemie ist in fast allen Bundesländern mit einer Luca-Lizenz noch offen. Während in Schleswig-Holstein schon entschieden ist, den Vertrag mit dem privaten Betreiber zu kündigen, prüfen zwölf Länder dies erst, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Brandenburg hat rund eine Million Euro für die einjährige App-Nutzung in 18 Gesundheitsämtern bereitgestellt, der Vertrag läuft bis Ende März. Die Entscheidung, ob der Vertrag verlängert werde, stehe noch aus, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Corona-Warn-App sei eine gute Alternative, seit der Check in für Gaststätten damit auch möglich ist. Eine Befragung des Ministeriums 2021 ergab, dass nur ein Gesundheitsamt von einer produktiven Nutzung von Luca berichtete – das in Potsdam war es bekanntlich nicht.

Impf-Betrüger: Die Brandenburger Polizei hat bislang 336 gefälschte Impfausweise festgestellt. Mit Stand gestern seien davon bereits 243 Fälle (72 Prozent) aufgeklärt worden, teilte der Sprecher des Polizeipräsidiums, Torsten Herbst, mit. Ermittelt werde unter anderem wegen des Verdachts der Urkundenfälschung oder der Fälschung von Gesundheitszeugnissen. Der gesetzliche Strafrahmen reiche dabei von einer Geldstrafe bis hin zu mehrjähriger Freiheitsstreife. Den Angaben zufolge nahm die Zahl der registrierten Fälschungen im Spätherbst deutlich zu. Anfang Oktober vergangenen Jahres hatte sich das Polizeipräsidium an die Landesapothekerkammer gewandt, die Apotheken für Fälschungen sensibilisiert und gebeten, bei entsprechenden Feststellungen umgehend die Polizei zu informieren. Die Mehrheit der gemeldeten Fälle sei durch aufmerksames Prüfen der Apotheken entdeckt worden, berichtete Herbst.

→ LESETIPP: Auf der Suche nach gefälschten Impfausweisen: Nach einer Minute kam das erste Angebot.

Impfen in Potsdam

Nach Termin-Vereinbarung, freitags bis samstags: Impfungen im stationären Impfzentrum in der Schinkelhalle . Neue Termine immer mittwochs ab 17 Uhr und samstags ab 10 Uhr. Zur Terminvergabe »

Nach Termin-Vereinbarung, freitags bis samstags: Impfungen im stationären Impfzentrum in der Metropolishalle . Neue Termine immer mittwochs ab 17 Uhr und samstags ab 10 Uhr. Zur Terminvergabe »

Nach Termin-Vereinbarung: Heinrich-Heine-Klinik in Neu Fahrland. Termine nur nach Online-Vereinbarung, abhängig von der vorhandenen Menge an Impfdosen. Zur Terminvergabe »

Bei allen Terminen wird der Impfstoff von Biontech für Erst-, Zweit und Drittimpfungen sowie der Impfstoff von Johnson & Johnson verimpft.

Wer ist besonders betroffen?

In den vergangenen Tagen wurde der Großteil der Neuinfektionen in Potsdam bei Kindern und Jugendlichen festgestellt. Nach Angaben des brandenburgischen Gesundheitsministeriums hat sich beispielsweise die Inzidenz in der Altersgruppe der 5- bis 9-Jährigen in den vergangenen Tagen mehr als verdoppelt.

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Von MAZonline