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Potsdam Coronakrise in Potsdam: So können Sie helfen
Lokales Potsdam Coronakrise in Potsdam: So können Sie helfen
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08:42 27.03.2020
Die beiden Potsdamerinnen Alexa und Susanne nähen Schutzmasken in der Coronakrise. Quelle: privat
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Potsdam

Die Infektionszahlen steigen, immer mehr Menschen in Potsdam erkranken am Coronavirus – zum Teil so schwer, dass sie künstlich beatmet werden müssen. Eine Krise, in der sich viele machtlos fühlen und sich fragen: Was kann ich noch tun, außer zuhause zu bleiben? Wir haben sieben Wege zusammengetragen, wie Sie helfen können.

1) Halten Sie sich bereit

Das Klinikum „Ernst von Bergmann“ sowie das Josefs-Krankenhaus suchen derzeit Unterstützer. Das Bergmann baut seit einigen Wochen einen Personal- und Freiwilligenpool auf. Mehr als 150 Menschen haben sich bereits gemeldet. „Und wir suchen weiter, damit wir zu der Zeit, in der sich die Situation immer mehr zuspitzt, schnell auf qualifizierte Hilfe zurückgreifen können“, sagt Klinik-Sprecherin Damaris Hunsmann.

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Gesucht werden Ärzte und Pflegekräfte im Ruhestand oder Berufsaussteiger, aber auch Menschen ohne medizinnahe Ausbildung, die etwa bei Reinigungsarbeiten, Transportdiensten oder administrativen Arbeiten helfen können. Ob und wann jemand gebraucht wird, ist aktuell nicht absehbar. „Wir können heute noch nicht abschätzen, wo und wann genau wir welches Profil benötigen werden“, sagt Hunsmann, „daher ist der Aufbau eines Pools und die Sammlung der Kontaktdaten so wichtig.“

Wer helfen will, meldet sich im Bergmann per Mail (recruiting@klinikumevb.de) oder Telefon (0331/ 24 14 43 15). Ansprechpartnerin im Josefs ist Anke Ulm (a.ulm@alexianer.de, 0331/96 82 20 08).

2) Nähen Sie

Medizinische Atemschutzmasken sind derzeit weltweit schwer zu bekommen, nicht nur für Verbraucher, sondern auch für diejenigen, die sie dringend brauchen: Krankenhäuser, Pflegedienste, Feuerwehr oder Polizei. Nun rufen immer mehr Institutionen um Hilfe – und nach selbstgenähten Atemschutzmasken. Die Potsdamer Krankenhäuser bitten um Spenden, ebenso der Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Potsdamerinnen nähen Schutzmasken in der Coronakrise Quelle: privat

Fertige Masken können im Bergmann-Klinikum täglich von 9 bis 15 Uhr am Empfang der Poliklinik im Haus J abgegeben werden. Das Josefs-Krankenhaus nimmt Masken am Empfang entgegen. Zentrale Annahmestation im Landkreis ist das Feuerwehrtechnische Zentrum in Beelitz-Heilstätten (8 bis 16 Uhr). Die Kommunen organisieren ebenfalls Sammelstationen.

3) Spenden Sie Blut

Um die Patientenversorgung in den kommenden Wochen gewährleisten zu können, sind kontinuierliche Blutspenden extrem wichtig. Das Kontaktverbot des Bundes nimmt den Besuch von Blutspendeterminen explizit aus. Um das Infektionsrisiko bei der Spende und im Wartebereich so gering wie möglich zu halten, gibt es Zugangskontrollen und Fiebermessen, außerdem achten die Mitarbeiter auf größtmögliche Abstände.

Blutspende in Potsdam in Zeiten der Coronakrise. Quelle: Peter Degener

Personen mit Erkältungssymptomen, Fieber und Durchfall werden nicht zur Blutspende zugelassen. Sie werden gebeten, die Termine gar nicht erst aufzusuchen. Das Potsdamer Institut für Transfusionsmedizin am Klinikum „Ernst von Bergmann“, Haus I, Eingang Hebbelstraße 1, ist von Montag bis Freitag jeweils 8 bis 18 Uhr zur Blutspende geöffnet.

4) Unterstützen Sie Händler, Gastronomie, Kulturschaffende

Das öffentliche Leben ist lahmgelegt, Händler, Kleinunternehmer, Restaurants, Künstler, Musiker und viele mehr kämpfen ums Überleben. Unterstützen Sie sie, indem sie Lieferdienste, Streamingangebote und Spendenaktionen in Anspruch nehmen. Eine Übersicht finden Sie unter anderem auf der neuen MAZ-Plattform „Zusammen stark“.

Auch unter www.potsdamliefert.de oder www.potsdamer-lebensqualitaet.de finden Sie zahlreiche lokale Händler. Ihr Lieblingsgeschäft ist nicht dabei? Dann schauen Sie doch direkt auf der Internetseite.

5) Seien Sie kreativ!

Osterbotschaften in der Zeit von Corona am Kreisverkehr am Babelsberger Lutherplatz. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die eigenen vier Wände, leere Straßen und Plätze – das kann auf Dauer ganz schön trist werden. Seien Sie kreativ und überraschen Sie Ihre Mitmenschen. Hängen Sie bemalte Ostereier an Schilder, verabreden Sie sich mit Ihren Nachbarn zum Singen auf dem Balkon, stellen Sie Bücherspenden vor die Tür. Über Abwechslung freuen sich derzeit sicherlich auch die Bewohner der Potsdamer Alten- und Pflegeheime, die das Haus nicht verlassen können. Musizieren Sie doch vor ihren Fenstern. Oder sagen Sie der Verkäuferin im Supermarkt einfach: „Danke, dass Sie hier sind!“

6) Helfen und spenden Sie

Über die Online-Plattform „Team Brandenburg“ des DRK können sich Interessierte ab 18 Jahren unter www.team-brandenburg.org registrieren, um Hilfsbedürftige zu unterstützen. Die Hilfsangebote sind vielfältig, reichen vom Erledigen von Einkäufen über Gassirunden bis zu Telefongesprächen mit Menschen in Isolation.

Die Awo in Potsdam sucht für Familien mit Kindern, denen die Spielideen ausgehen, Malutensilien, Gesellschaftsspiele, Bastelsachen und Kinderbücher. Spenden können im Awo Tausch- und Spendenladen Schatztruhe abgegeben werden (Erlenhof 34). Wer bei Projekten der Awo helfen will, schreibt eine Mail an info@awo-potsdam.de.

Viele Arbeitsbereiche der Hoffbauer-Stiftung benötigen in dieser Zeit Fachkräfte – etwa in der Pflege oder in der Jugendhilfe. Zudem sind viele Ehrenamtliche im Einsatz, zum Beispiel in der Telefon-Seelsorge, am Kinder- und Jugend-Telefon und im ambulanten Hospizdienst. Wer Interesse hat, sich zu engagieren,kann sich per E-Mail melden: info@hospizdienst-potsdam.de

7) Kultur von zu Hause aus

Das Land Brandenburg hat mit der Plattform www.kultur-bb.digital.de ein Forum für Kulturschaffende gestartet. Sie können hier ganz einfach ihre Streams, Podcasts, Mitschnitte, Tweets und Nachrichten veröffentlichen –und die Bürger erfahren alles, was sie von ihren Lieblinsgkünstlern sehen wollen. Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert findet’s gut.

8) Seien Sie vernünftig

Noch immer ist zu beobachten, dass Kunden im Supermarkt den Mindestabstand von 1,5 Meter nicht einhalten. Dies geschieht vor allem dort, wo keine Abstandsmarkierungen am Boden angebracht sind – zum Beispiel vor dem Kühlregal. Halten Sie auch dort Abstand – mindestens 1,5 Meter. Und halten Sie sich an die geltenden Regeln, verzichten Sie auf Treffen in größeren Gruppen. Trotz strenger Auflagen kommt es derzeit immer wieder zu Verstößen gegen das Kontaktverbot. Verstöße können mit einem Bußgeld von bis zu 25 000 Euro geahndet werden.

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