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Potsdam Darum ist Jauch für die Garnisonkirche
Lokales Potsdam Darum ist Jauch für die Garnisonkirche
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07:27 14.12.2016
Günther Jauch lebt mit seiner Familie seit den 1990er Jahren am Heiligen See in der Berliner Vorstadt. Quelle: dpa
Innenstadt

Mit seiner Großspende für die Garnisonkirche in Höhe von 1,5 Millionen Euro sorgt der Potsdamer TV-Moderator Günther Jauch für Aufsehen. Ein Interview mit der Zeitschrift „Potsdamer Spitze“, die von der Stiftung Wiederaufbau Garnisonkirche einmal jährlich publiziert wird, gibt Aufschlüsse über die Beweggründe.

Sie waren der erste, der die neue Möglichkeit gezielt für einen Raum im Turm der Garnisonkirche die Patenschaft zu übernehmen, genutzt hat. Wie kam es zu Ihrem Engagement?

Um ehrlich zu sein: Ich habe mich jahrelang aus der Diskussion um den Wiederaufbau der Garnisonkirche ganz bewusst herausgehalten. Mir erschien der gleichzeitige Aufbau von Turm und Kirche schon immer ein zu anspruchsvolles Ziel. Potsdam ist nicht Dresden und der Vergleich mit der Frauenkirche sicher auch etwas zu vermessen. Als dann klar war, dass man sich auf den Turm beschränken wolle, habe ich das für ein ebenso realistisches wie eben auch unterstützenswertes Projekt gehalten. Das Fortunaportal war ja vor 15 Jahren gewissermaßen ein Alleingang. Dass ich diesmal beim „Potsdamer Spendenmarathon“ der erste war, ist sicher Zufall. Jedenfalls freue ich mich, dass sich inzwischen so viele andere, vor allem auch mit ganz kleinen Spenden, angeschlossen haben.

In Potsdam gibt es auch kritische Stimmen zum Wiederaufbau von zerstörten Gebäuden. Wie sehen Sie die Diskussion?

Nennen Sie mir ein Thema, bei dem es in Potsdam keine kritischen Stimmen gibt. Wenn am Ende die gewinnen, die zum Teil noch dafür verantwortlich sind, dass dieses wertvolle Kulturgut komplett zerstört wurde, dann machen wir diese Menschen und deren Geist zu Gewinnern der Geschichte. Die erbittertsten Gegner des Wiederaufbaus des Stadtschlosses sitzen zum Teil jetzt selbst in dem als Landtag wunderbar genutzten Gebäude und können und wollen sich das gar nicht mehr anders vorstellen. Der Turm der Garnisonkirche wurde ja auch erst 1968 gesprengt. Wir brauchen aber die authentischen Orte, um uns an die Vielschichtigkeit unserer Geschichte immer wieder zu erinnern und unsere Lehren daraus zu ziehen. Dort, wo nichts mehr steht, wird auch nach nichts gefragt. Als das Fortunaportal jahrelang einsam auf dieser riesigen Brache in Potsdams Mitte stand, haben alle, die es sahen, sofort die Frage gestellt: Was war denn hier und was soll künftig an diesem Ort sein? Das wünsche ich mir auch nach dem Aufbau des Turms der Garnisonkirche.

Friedens- und Versöhnungsarbeit sollen im Turm die inhaltliche Arbeit bestimmen. Ist das umsetzbar?

Das hoffe ich. Neben dem städtebaulichen Aspekt, den man nicht unterschätzen sollte, ist der Dreiklang „Geschichte erinnern, Verantwortung lernen und Versöhnung leben“ gerade heute absolut wichtig. Angesichts so vieler Krisenherde in der Welt ist es gut zu wissen, dass sich Menschen intensiv mit den Fragen der Friedenssicherung und Versöhnung zwischen verfeindeten Völkergruppen, Religionen und Gesellschaften auseinandersetzen. Dass dies künftig im Turm der Garnisonkirche, wie jetzt auch schon in der Nagelkreuzkapelle, geschieht, ist ein gutes Zeichen. Außerdem freue ich mich, wie sicherlich die Potsdamer und Hunderttausende von Touristen auch, auf den herrlichen Blick von der Aussichtsplattform auf eine beneidenswert schöne Stadt.

Die Interviews mit Günther Jauch und anderen Privatspendern für das Wiederaufbauprojekt stehen unter www.garnisonkirche-potsdam.de.

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