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Potsdam Das Gitter im Potsdam-Museum bleibt
Lokales Potsdam Das Gitter im Potsdam-Museum bleibt
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19:36 09.12.2016
Trotz Kritik: Das „Gefängnisgitter“ im Treppenhaus des Potsdam-Museums bleibt. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam


Die Koordinierung des Kulturbetriebs in der Schiffbauergasse soll in der Zuständigkeit des Kultur-Fachbereichs bleiben. Das sagte Kulturdezernentin Iris Jana Magdowski (CDU) am Donnerstagabend im Kulturausschuss.

Nach früheren Plänen sollte das Management an einen externen Dienstleister abgegeben werden. Eine andere Variante wäre die Übernahme durch eine Tochtergesellschaft der städtischen Bauholding Pro Potsdam, die seit 2014 bereits die Immobilienbewirtschaftung für das größte Potsdamer Kulturzentrum übernommen hat.

Aktuell zahlt die Stadt für Vermarktung und Management des Kunst- und Kulturquartiers rund 600 000 Euro jährlich. Eine Fremdvergabe würde „das doppelte kosten“, sagte die Dezernentin zur MAZ. Nach Ansicht von Magdowski hat sich die Bespielung der Schiffbauergasse unter Regie von Standortmanagerin Isabel Ahrens bewährt, die seit 2013 dort tätig ist. Es sei „an der Zeit, diese Arbeit zu würdigen“.

Das umstrittene „Gefängnisgitter“ im Treppenhaus des Potsdam-Museums bleibt. Vom Architekten Reiner Becker war es beim Umbau des Alten Rathauses für das Museum ohne Absprache mit den Nutzern eingesetzt worden. Er machte künstlerische Freiheit geltend.

Das Museum hingegen verwies auf das hausinterne Konzept der Dauerausstellung zur Stadtgeschichte im Obergeschoss, auf die das Publikum beim Aufstieg mit dem Panoramablick auf den Alten Markt eingestimmt werden sollte. Der damalige Baudezernent Matthias Klipp (Grüne) bekräftigte die Kritiker mit der Feststellung, der Einbau sei ohne Genehmigung erfolgt, weshalb eine „Rückbauanordnung“ erfolgen müsse.

Auf Antrag der Grünen beschlossen die Stadtverordneten den Ersatz des Gitters durch ein Geländer. Kostenpunkt: 50 000 Euro. Finanzieren wollte der zuständige Kommunale Immobilienservice (Kis) das per Kredit. Kulturdezernentin Magdowski informierte den Kulturausschuss nun, dass die Kommunalaufsicht das nicht genehmigt habe. Damit habe das Gitter „eine dauerhafte Bestätigung gefunden“.

Die Stadt verdoppelt die Jahresförderung für das Jan-Bouman-Haus auf rund 50 000 Euro. Das hat Kulturdezernentin Magdowski im Kulturausschuss mit Verweis auf die neue Haushaltssatzung bekannt gegeben, die allerdings noch von den Stadtverordneten bestätigt werden muss.

Die Stadt reagiert damit auf eine Alarmmeldung des Fördervereins zur Pflege der niederländischer Kultur, der das Museum in einem Holländerhaus an der Mittelstraße in der Nachwendezeit aufgebaut hat und im Auftrag der Stadt betreibt.

Im Juni hatte der Vereinsvorsitzende Hans Göbel den Kulturausschuss informiert, dass die Öffnungszeiten bereits von sieben auf vier Tage in der Woche reduziert worden seien. Ohne eine deutlich höhere Förderung, so Göbel im Juni, könne der Verein das Museum nicht mehr betreiben.

Dem Umzug des Theaterschiffs „Sturmvogel“ Anfang 2014 vom Ufer der Alten Fahrt zur Schiffbauergasse im Zusammenhang mit der Rekonstruktion der historischen Innenstadt ging eine Protestwelle voraus. Publikum und Künstler kritisierten die Verdrängung einer Kulturinstitution aus der Innenstadt. Doch das Ensemble ist offenbar gut angekommen.

Die künstlerische Leiterin Martina König sprach im Kulturausschuss von einem „Quantensprung“ für die künstlerische Arbeit: „Die Verlegung war die richtige Entscheidung richtig. Wir fühlen uns von den anderen Einrichtungen in der Schiffbauergasse gut aufgenommen und unterstützt.“

Die Arbeit in dem zentralen Kulturquartier bedeute für sie alle „ein ganz anderes Dasein als unser Kampf allein in der Alten Fahrt“. König verband ihren Bericht mit einer Bitte um eine Verdoppelung der Jahresförderung durch die Stadt auf 220 000 Euro. Bislang funktioniere die schwimmende Bühne nur durch die Selbstausbeutung der vielen Beteiligten. Selbst namhafte Künstler nähmen kaum mehr als symbolische Honorare. Das aber werde sich auf Dauer nicht durchhalten lassen.

Von Volker Oelschläger

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